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Kanton
28.04.2020
28.04.2020 12:12 Uhr

«Das ist primitives Politmarketing»

Stefan Knobel: «Es gilt zusammenzustehen. Es gilt sich einzusetzen, ohne auf persönliche Vorteile zu achten. Es gilt der alte Schwyzer Slogan: Schwyzer zämä ha!»
Der Präsident der Spitex Obermarch, der Schübelbachner Stefan Knobel, ist erschüttert über die Worte der Schwyzer Fraktionspräsidenten und des KSGV-Präsidenten. Er ruft sie dazu auf, «Konkretes zu liefern!».

Der Schübelbachner Stefan Knobel ist von Beruf Krankenpfleger und Pflegeexperte. Seit einigen Wochen leistet er als Präsident des Spitex Kantonalverbandes zusammen mit seinem Team einen Beitrag, um die Spitex auf die CoViD-19-Situation vorzubereiten. 

«Mit Bewunderung beobachte ich, wie professionell, konsequent und ruhig das Personal der Spitex und jenes unserer Kooperationspartner des Roten Kreuzes, der Pro Senectute und Curaviva die besondere Herausforderung angeht. Sie geben alles, um unsere Bevölkerung zu schützen, zu unterstützen und ihre wichtigen Dienste zu leisten», schreibt Stefan Knobel in seinem Brief an die Fraktionspräsidenten Zehnder, Kessler und Huwiler sowie den KSGV-Präsidenten Karl Fisch (s. Beitrag unten). Diese Solidarität und das Engagement, das er beobachte, könne man sich in dieser schwierigen Situation nur wünschen. 

«Mein bürgerliches, politisches Herz ist zutiefst erschüttert»

Im Schreiben der Fraktionspräsidenten und des KSGV-Präsidenten, das sich auf die Antwort des Regierungsrats bezieht, fordern die Vier den Schwyzer Regierungsrat zu «etwas mehr Mut und Tatendrang» auf. Das Schreiben habe Stefan Knobel in seinem «bürgerlichen, politischen Herz zutiefst erschüttert». 

«Und was machen Sie als wichtige Vertreter unserer drei staatstragenden Parteien und des Gewerbes? Sie benennen die Massnahmen, die die gesamte Schwyzer Bevölkerung stoisch und aus Überzeugung mitgetragen hat, als ‹von Bern verordneter Seuchensozialismus›.»
Stefan Knobel, Präsident Spitex Obermarch

«In dieser Situation gilt es das zu tun, was Ihnen das Pflege- und Medizinpersonal vormacht: Es gilt zusammenzustehen. Es gilt Gemeinschaft zu bilden. Es gilt Gräben zu überwinden. Es gilt sich einzusetzen, ohne auf persönliche Vorteile zu achten. Es gilt der alte Schwyzer Slogan: Schwyzer zämä ha!», schreibt er in seinem Brief an die Herren.

«Und was machen Sie als wichtige Vertreter unserer drei staatstragenden Parteien und des Gewerbes? Sie benennen die Massnahmen, die die gesamte Schwyzer Bevölkerung stoisch und aus Überzeugung mitgetragen hat, als ‹von Bern verordneter Seuchensozialismus›. Sie betreiben ein Politmarketing das ich, würde ich mich sprachlich so tief fallen lassen wie sie es tun, als «primitiv» betiteln müsste.» Die Vier würden einer Regierung in den Rücken fallen, in der sie 100 Prozent der Regierungsräte stellten. 

«Bitte untergraben Sie diese Werte nicht weiter!»

Ihr Vorgehen bezeichnet Knobel angesichts der bevorstehenden monumentalen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen als «äusserst schädlich und vor allem unverständlich». 

«Die CoViD-19 Situation ist noch nicht vorbei. Wir werden in den nächsten Monaten weiterhin auf Solidarität, uneigennütziges Handeln und eine grosse Opferbereitschaft angewiesen sein», sagt der Spitex Obermarch-Präsident. Und an die Schreibenden des Offenen Briefs gerichtet: «Bitte untergraben Sie diese Werte nicht weiter. Fordern Sie nicht von andern. Leisten Sie viel mehr machbare und politisch kluge Beiträge, um die anstehenden Probleme zu lösen. Liefern Sie konkretes!»

Redaktion March24/Höfe24