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Kanton
09.02.2021

«Mitarbeitende zu beleidigen oder zu bedrohen, geht gar nicht»

Hubert Helbling, Leiter des Amts für Arbeit, vernimmt happige Vorwürfe auf den sozialen Medien gegenüber Beamten. (Bild: Anja Schelbert) Bild: Anja Schelbert
Die Nerven vieler liegen blank. Den Frust lassen sie oft an Behörden aus – ein klassisches Eigentor.

Es gibt Gesetze und es gibt Verordnungen, die im Zusammenhang mit Corona gelten. Es ist kein Geheimnis: Diese klar definierten Vorgaben des Bundes und der Kantone sind für alle bittere Medizin. 

«Wir haben volles Verständnis für all die Forderungen, die an uns gestellt werden. Die Arbeitgeber erleben aktuell genau das, was jeder Arbeitnehmer mit oder ohne Covid-19 erlebt, wenn er seine Stelle verliert: Es geht um deren Existenz», sagt Hubert Helbling, Leiter des Amts für Arbeit. An vorderster Front kontrollieren seine Mitarbeiter, ob die Covid-19-Vorgaben des Bundes bei den Schwyzer Betrieben (Take-away etc.) auch eingehalten werden.

Hemmungslos in sozialen Medien an den Pranger gestellt

Oft werden heute Facebook, Twitter, Instagram und andere Social-Media-Kanäle mit happigen Vorwürfen an die Adresse der Behörden zugemüllt, und entsprechende Kommentare unterstreichen noch die «feindlichen Parolen». 

«Wir sind uns einiges gewohnt. So schnell erschrecken wir nicht mehr», sagt Hubert Helbling, «und wir können sehr gut mit unreflektiertem Frust umgehen. Aber es ist schon sehr bedenklich, wenn man eine solch einseitige Wahrnehmung ungefiltert auf den sozialen Medien teilt und anschliessend die Kommentarschreiber dazu ohne Kenntnisse des ganzen Sachverhaltes unkritisch auch noch kommentieren und Stimmung machen lässt.» Der Spass höre dann auf, wenn jemand die Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung – seine Mitarbeitenden oder diejenigen anderer Ämter, wie auch die Mitglieder der Polizei – persönlich beleidigt oder gar bedroht.

Er betont aber, dass der überwiegend grösste Teil der Schwyzer Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich absolut korrekt verhalte. Helbling sagt: «Bei uns arbeiten alles Menschen, mit denen man reden kann.» Und er könne versichern, dass im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen alles unternommen werde, um den Anliegen der Arbeitgeber wie auch jenen der betroffenen Arbeitnehmer vollständig Rechnung zu tragen. 

Erhard Gick, Bote der Urschweiz