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Lifestyle
22.11.2021

Selbstbestimmt leben: Wunsch und Wirklichkeit stimmen oft nicht überein

Symbolbild
Symbolbild Bild: zvg
Drei Fachleute von der Spitex Höfe widmeten sich am Donnerstagabend im Vögele Kultur Zentrum in Pfäffikon dem Thema «Selbstbestimmt leben, aber wie?»

Am Donnerstagabend fanden im Vögele Kultur Zentrum in Pfäffikon Vorträge zum Thema «Selbstbestimmt leben, aber wie?» statt. Es referierten drei Fachpersonen der Spitex Höfe. Neben Claudia Günzel, der Geschäftsführerin und Bereichsleiterin Kerndienste, referierten Helen Kuster von der Kleinkindberatung, sowie Lars Huneke von der Fachstelle psychosoziale Betreuung.

Alexandra Könz, die Kuratorin der Ausstellung «unMöglich – Über die Kraft unserer Wünsche», begrüsste die Anwesenden und erklärte, dass sie eine Zusammenarbeit zwischen dem Vögele Kultur Zentrum und der Spitex Höfe angestrebt hatten, weil die Spitex ein Mutmacher ist und Menschen aller Altersstufen hilft, selbstbestimmt zu leben.

Mut haben, über Wünsche zu sprechen

Helen Kuster, langjährige Spitex-Mitarbeiterin und zuständig für den Bereich Kleinkindberatung Höfe, zeigte dann in ihrem Referat auf, dass Wunsch und Wirklichkeit oft nicht übereinstimmen. Gerade wenn ein Paar ein Baby erwartet, ist die Vorfreude gross. Man wünscht sich ein Kind, das oft schläft, zufrieden und gesund ist. Doch meist stellt so ein kleines Neugeborenes das Leben der Eltern gehörig auf den Kopf. Bereits in Ruhe zu essen, zu duschen oder die Zeitung zu lesen, kann ein Luxus sein und der Schlafmangel bringt einen an den Rand des Ertragbaren. In einem Beratungsgespräch kann die Kleinkindberatung der Spitex Unterstützung bieten. «Wünsche können wahr werden, wenn wir den Mut haben, darüber zu sprechen», meinte Helen Kuster.

Selbstbestimmt entscheiden, sich helfen zu lassen

Lars Huneke von der Fachstelle psychosoziale Betreuung meinte im anschliessenden Referat: «Menschen, die nicht selbstbestimmt leben können, können selbstbestimmt entschieden, sich helfen zu lassen.» Im Gespräch kann der jungen Mutter mit postnataler Depression geholfen werden, sich ihrer Fähigkeiten wieder bewusst zu werden. Die chronisch kranke alte Dame kann animiert werden, wieder Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen und trotz Krankheit ihre Wohnung neu einzurichten oder in den Urlaub zu fahren. Laut Huneke gibt es aber auch Menschen, die nicht selbstbestimmt leben wollen, aus Angst, Verantwortung für ihr Leben übernehmen zu müssen. Claudia Günzel erklärte schliesslich im dritten Referat: «Für viele Menschen ist die Spitex eine grosse Hilfe, manchmal bietet sie Abwechslung. Einige sind aber auch einfach froh, wenn wir dann wieder gehen.»

Referierten über selbstbestimmtes Leben: (v. l.) Claudia Günzel, Helen Kuster und Lars Huneke. Bild: Denise Metzger

Unterstützung in allen Lebenslagen

Unterstützung der Spitex brauchen Menschen in allen Lebenslagen. Etwa der Ehemann, der seine Frau pflegt, oder die Tochter, die ihre Bedürfnisse zurücksteckt, um für ihre betagte Mutter da zu sein. Günzel regte die Zuhörenden dazu an, sich schon in guten Zeiten Gedanken zu machen, wie sie im Alter leben möchten und auch, wie sie sterben wollen. Genau solche Überlegungen könnten der Spitex und den Angehörigen helfen. «Auch im Alter können Wünsche zu Wirklichkeit werden», so Günzel.

Denise Metzger, Freie Mitarbeiterin March24 & Höfe24