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Leserbrief
Region
20.11.2021
19.11.2021 09:51 Uhr

«Fragen über Fragen»: Leserbriefe zum Covid-19-Gesetz

Die Gegnerinnen und Gegner des Covid-19-Gesetzes stossen sich vor allem an der Zertifikatspflicht.
Die Gegnerinnen und Gegner des Covid-19-Gesetzes stossen sich vor allem an der Zertifikatspflicht. Bild: Keystone/Michael Buholzer
Am 28. November stimmen wir unter anderem über Änderungen des Covid-19-Gesetzes ab. Wir haben die Meinungen der Ausserschwyzerinnen und Ausserschwyzer darüber gesammelt.

Zusammenhalt statt Spaltung

Mir ist es ziemlich egal, ob du geimpft bist oder nicht. Mir ist auch egal, wie du beim Covid-Gesetz abstimmst. Geh einfach abstimmen. Denn wir sind in einer Demokratie, in der wirmindestens viermal jährlich nach unserer Meinung gefragt werden. Da ist es üblich, dass man nicht derselben Meinung ist, wie alleanderen. Das macht die Demokratie aber auch aus. Alles hat immer Vor- und Nachteile und die Demokratie fragt uns, was wir stärker gewichten. Zum Beispiel Wirtschaftshilfen für Selbstständige und keine Lockdowns für Geimpfte oder Freiheit für alle.

Hört aber bitte auf, euch wegen dieser Abstimmung die Schädel einzuschlagen oder von Bürgerkrieg, Diktatur oder Vergewaltigung (derFreiheitsrechte) zu sprechen. Auch Nazivergleiche und Apartheid haben nichts mit unserer Demokratie zu tun. Das ist eine gnadenlose Verharmlosung von all dem, was in anderen Ländern wirklich passiert (ist). Seid lieb zueinander und lasst euch impfen (und wenn nicht, dann eben nicht). Wasch dir die Hände – und wenn nicht, «bisch halt en Grüsel».

Können wir uns nicht mehr gegenseitig akzeptieren – auch wenn wir unterschiedliche Meinungen haben? Das, was uns spaltet, ist nicht, dass die einen geimpft sind und die anderen nicht. Das, was uns spaltet, ist nicht, dass die einen fürs Covid-Gesetz sind und die anderen nicht. Das, was uns spaltet, ist die Polarisierung. Das Schwarz-weiss-Denken und dass verschiedene Meinungen nicht mehr akzeptiert werden, das spaltet uns mehr als jedes Virus und jede Abstimmung.

Geht abstimmen und akzeptiert und respektiert einander. Das ist mir wirklich wichtig.

Raphael Seunig, Präsident
Die Junge Mitte Kanton Schwyz, Wangen

Verharmlosung und Täuschung

Der Artikel enthält falsche und unvollständige Informationen und erfordert eine Richtigstellung.Eine der Verschärfungen des Covid-Gesetzes besteht darin, dass der Bund ein «umfassendes, wirksames und digitales Contact-Tracing» einführen muss. Das wird im Artikel verharmlost zu «Ergänzungen zur Optimierung des Contact- Tracing Systems».

In mehreren Punkten werden ausführlich die Finanzhilfe-Regelungen beschrieben. Das ist eine Täuschung, weil das Entscheidende nicht erwähnt wird, nämlich dass fast alle Finanzhilfenbis zum 18. März 2022 (Ende Geltungsdauer desGesetzes auch bei einem Nein) auslaufen und daher die Finanzhilfen keine Rolle spielen. Betreffend Reisen heisst es: «Es wäre denkbar, dass die Einreise in viele andere Länder für die Schweizer Bevölkerung nicht mehr möglich sein würde.» Das ist eine Falschinformation und pure Angstmacherei. Fakt ist: In alle Länder der Welt kann man auch ohne Zertifikat einreisen. Man benötigt nur die jeweilsvorgeschriebenen Test- oder Impfnachweise. Die

EU stellt ausdrücklich fest, dass die Einreise auch ohne Zertifikat gewährleistet ist. Für die allermeisten Staaten der Welt ist das Covid-Zertifikat völlig irrelevant. Einer der vier Punkte,wegen denen das Referendum ergriffen wurde, wird in dem langen Artikel ganz verschwiegen: Der Bundesrat legt die Kriterien und Richtwerte für Einschränkungen fest und erhält damit noch mehr Macht zur Verhängung von Massnahmen. Der Artikel zeigt einmal mehr, wie die Bevölkerung mit Unwahrheiten und Verschweigen von Tatsachen in die Irre geführt wird.

Ruth Kündig, Aktionsbündnis Urkantone, Freienbach

Leben wir in einer Diktatur?

Die Abstimmung über die Änderung des Covid-19-Gesetzes vom 19. März 2021 löst eine Welle der Gehässigkeiten aus. Worte wie Freiheit,Apartheid, ja gar Diktatur werden im Abstimmungskampf der Gegner verwendet.Befinden wir uns wirklich in einer Diktatur? Dasist ein Affront gegenüber den Menschen, welchewirklich in einer Diktatur leben. Weissrussland, Nordkorea und noch viele andere Länder werden von einem harschen Machthaber geführt. Könnten wir wirklich frei abstimmen, das Parlament wählen, an einer Demo teilnehmen, lebten wir in einer Diktatur?

Hat der Bundesrat alleine die Änderung des Covid-Gesetzes bestimmt? Nein, es war das eidgenössische Parlament (Stände- und Nationalräte), welches die Änderung mit deutlichem Mehr verabschiedet hat – der Ständerat sogar einstimmig. Wohlverstanden das Parlament, welches alle vier Jahre vom Schweizer Stimmvolk gewählt wird.

In der Schweiz waren die bisherigen Massnahmen gegen die Pandemie deutlichsanfter als in den umliegenden Ländern. Und welches Land konnte den Unternehmen mittels Kurzarbeit und Kredite eine so grosse Unterstützung ausrichten?

Die vielzitierte Freiheit erlangen wir dann wieder, wenn deutlich mehr Einwohnerinnen und Einwohner ihre Verantwortung gegenüber sich selbst und der Gesellschaft wahrnehmen. Ganz nach dem Motto: impfen statt schimpfen.

Ein Ja zum Covid-Gesetz ist auch ein Ja zur weiteren finanziellen Unterstützung von Unternehmen, Selbstständigerwerbenden, Kitas, Kulturschaffenden und Sportclubs.

Irene Thalmann, Wilen

Fragen über Fragen

Die rote Linie ist schon lange überschritten, die neue Normalität bereits in den Köpfen vieler Menschen. Wann ist genug eigentlich genug?

Die Zertifikatspflicht wird nicht aufgehoben, obwohl uns die Damen und Herren in Bern etwas anderes versprochen haben.
Was passiert, wenn diese Bescheinigung der eigenen Gesundheit weiterhin gilt und gar auf den Arbeitsplatz ausgeweitet wird? Oder auf sämtliche andere Bereiche des alltäglichen Lebens? Was, wenn aus 3G dann 2G oder sogar 1G wird? Wird aus dem indirekten Zwang ein direkter? Zählt der Nürnberger Kodex und das wichtigste G -nämlich gesund- nicht mehr? Offiziell können sich Geimpfte und Genesene anstecken und das Virus weiterverbreiten. Wieso müssen sie sich nicht testen lassen? Seit wann ist eine künstliche Immunisierung besser als eine natürliche?

Alle, die sich geimpft haben, gelten bald wieder als ungeimpft und müssen entscheiden, ob sie sich boostern lassen wollen – für ihre Freiheit. Ist es diese neue Ab-Normalität mit Maskenpflicht, Testen, Quarantäne und Dauerpiksen, die wir in unserer schönen Schweiz möchten? Bei einem Ja gilt das Covid-Gesetz bis 2031. Wollen wir das für unsere Kinder und Enkelkinder? Kommt bald die Impfzulassung für die allerjüngsten unserer Gesellschaft? Werden noch weitere Arbeitsplätze gefährdet und Betriebe geschlossen? Rücken die Finanzhilfen wieder in den Mittelpunkt der Abstimmung, obwohl sie sowieso im nächsten März neu verhandelt werden müssen? Wieso hat sich der Staat nicht schon vor 10 oder mehr Jahren um die Problematik des Pflegepersonal-Mangels gekümmert und stattdessen den Abbau von Spitalbetten zugelassen? Weshalb müssen jetzt die Ungeimpften für dieses Fehlmanagement den Kopf hinhalten? Aufgrund der Massnahmen leiden weltweit x-Millionen Menschen mehr an Hunger. Ist uns das bewusst? Warum werden die 0-12 Jährigen und die Genesenen nicht zur aktuellen Impfquote dazu gezählt, die dann weit über 80% betragen würde? Wieso wird da nicht objektiv und fair informiert? Welche Rolle spielen die Medien bei der Angstverbreitung? Sind Menschen zertifizierbar? Weshalb werden Grundrechte plötzlich zu Privilegien? Befürworten wir, dass bei einem Ja die Spaltung der Bevölkerung noch grösser wird?

Der Bund möchte ein umfassendes, digitales Contact-Tracing einführen. Wollen wir diese beängstigende Überwachung und somit Zustände wie in China? Wann lösen wir uns von der Bevormundung des Staates?
Wer sich diese Fragen ehrlich und mit Herz beantwortet, kommt hoffentlich zum Schluss, dass Ende November ein klares «Nein» in die Urne gelegt werden muss. Genug ist genug – schon lange!

Chiara Son, Lachen

Zertifikatswahnsinn

Wir erinnern uns, Sommer 2020. Die Restaurants und vieles war wieder offen,das Leben fast normal. Die Fallzahlen ohne Impfstoff tief. Mit verschärften Massnahmen und vielen Tests im Herbst stiegen die Fallzahlen, eine ausserordentliche Übersterblichkeit blieb trotz fehlender Impfung aus. Restaurants und vieles wurde wieder geschlossen.

Frühling 2021, fast die gleiche Situation. Einem Grossteil der vom Wohlstand geprägten Bevölkerung ist die «Freiheit»so wichtig, dass sie die zusätzlichen Hürden vom BR, Testen und experimentelles Impfen, auf sich nahmen.
Sommer 2021, ein Grossteil der Bevölkerung ist inzwischen geimpft, die Fallzahlen steigen aufgrund der vielen Tests. Die Auslastung der Intensivstationen sei hoch, was angesichts des massiven Bettenabbaus (über 30%) im Pandemie-Jahr 2020, nicht überrascht. Die US-Seuchenschutzbehörde erkennt, dass sich vollständig Geimpfte mit dem Coronavirus infizieren und das Virus unbemerkt weitergeben. Laut Pfizer ist «die körperliche Nähe zu mRNA-Impfprobanden mit höchster Vorsicht zu genießen». Geimpfte sind somit «Super-Spreader».

Menschen, welche einen gesunden Lebensstil pflegen und kaum Intensivpflegeplätze beanspruchen müssen, sich aber aus kritischem Hinterfragen heraus aktuell gegen eine sogenannte Impfung entscheiden, werden in ihrer Freiheit und ihren Grundrechten massiv eingeschränkt, diskriminiert und oft sogar vom Arbeitgeber zu einer Impfung genötigt.

Wie naiv muss man eigentlich sein, wenn man glaubt, all diese Einschränkungen seien notwendig und sinnvoll. Negativ-Getestete und Geimpfte dürfen sich jetzt an Partys zu Hunderten treffen und die Viren ungehindert übertragen. Ungeimpfte, welche nicht infektiöser als Geimpfte sind, werden vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen und viele Firmen erleben dadurch grosse Umsatzeinbussen.
Für die Förderung des Rechts und der Rechtsgleichheit stimme ich am 28. November verantwortungsvoll «Nein» zum Covid-19-Gesetz.

Jakob Schulthess, Lachen

 

Was ist Solidarität?


Solidarität, ein zurzeit häufig eingesetztes Wort, bezeichnet eine Haltung der Verbundenheit und Unterstützung von Ideen, Aktivitäten und Zielen anderer. Um in diesem Sinn solidarisch sein zu können, müssen für uns die Ziele anderer ethisch und menschlich sein und zugleich die Grundrechte wahren.

Das Covid-19-Gesetz ist unnötig und kein Grund für die Einschränkung der unverhandelbaren Grundrechte.

Der für ein Zertifikat notwendige PCR-Nasen-Rachen-Test hat keinen medizinischen Nutzen, weil er nichts über die Infektiösität aussagt, dagegen stellt er einen massiven Grundrechtseingriff dar.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat am 27.01.2021 in seiner Resolution 2361/2021 u.a. beschlossen, dass niemand gegen seinen Willen unter Druck geimpft werden darf. Trotzdem bewerben Bund und Kantone gesetzeswidrig die sogenannte Impfung, welche erwiesenermassen nicht vor Übertragung und Erkrankung schützt. Aufgrund der Notzulassung, der häufigen und bekannten Nebenwirkungen, der unbekannten Langzeitfolgen sowie der fehlenden Haftung bei Impfschäden wollen sich viele zu Recht nicht impfen lassen, werden aber mit der Zertifikatspflicht mehr und mehr verfassungswidrig dazu genötigt.
Die Ermächtigungen des Bundesrates durch das Covid-19-Gesetz und das Epidemiengesetz erachten wir ebenfalls als verfassungswidrig, da keine Notlage besteht. Und ganz nebenbei, wie müssen wir Art. 27 EPG, welches dem Bundesrat erlaubt, Bewilligungen für die Freisetzung von Krankheitserregern zu erteilen, verstehen?

Die Pharma-Konzerne verzeichnen Milliarden-Gewinne in noch nie dagewesenem Ausmass. KMU’s hingegen werden täglich mit neuen Massnahmen schikaniert und in die Abhängigkeit des Staates getrieben, welcher sich über die Steuerzahler, also auch noch auf dem Buckel der KMU’s, finanziert. Wo bleibt das verfassungsmässig garantierte Recht auf Eigentumsgarantie und Wirtschaftsfreiheit?

Mit der Covid-19-Verschärfung kann der Kanton neu als Privatkläger auftreten (Art. 12 Abs. 7). Wozu? Um die Grundrechtsverletzungen mittels Strafverfahren gegen das Volk durchzusetzen? Finanziert mit dessen Steuergeldern?
Fazit: Das Covid-19-Gesetz ist für uns nicht solidarisch. Zum Schutz unserer Grundrechte stimmen wir am 28. November «Nein», sofern wir bis dann die Abstimmungsunterlagen bekommen habe.

Kathrin Ziegler-Schelbert, Wangen
Alois Schelbert, Unteriberg

 

Von den «Eseln in Bern»…

Eine dicke Broschüre liegt derzeit in den Briefkästen: «Nein zum Covid-Gesetz», vermutlich an alle Haushalte. Diese 20 (!) Seiten dürften einige Fränkli gekostet haben. Hätte man damit event. auch KMU unterstützen können, die echt unter der Pandemie leiden?

Die zentrale Frage: Bekommen wir mit all diesen «Informationen» ein ausgewogenes Bild über die Corona-Lage in der Schweiz? Ein Wörtchen des Mitgefühls für die vielen Betroffenen? Oder ein paar konkrete Hinweise, wie die Urschweizer Aktionsbündler ihre «vernünftige Corona-Politik» umsetzen würden, wenn sie in Bern entscheiden müssten? Fehlanzeige: «Diktatur» - «Zwangsmassnahmen» - «Massenüberwachung» als abgegriffene Schlagworte. Und unsere Bunderäte werden als «Esel in Bern» in den Stall gestellt. - Halt, doch noch ein «genialer» Vorschlag: «Alle Massnahmen sofort aufheben!» Giswil lässt grüssen.

Schon gehört, dass Putin, der sonst allmächtige Präsident Russlands – bei seinen überforderten Spitälern – in einer Rede an die Nation zugibt, «ratlos» zu sein und für eine Woche alles dichtmacht? Oder, dass der brasilianische Senat seinen Präsidenten vor Gericht zieht, weil dessen Politik total versagt hat: Über 600'000 Coronatote. Beispiele von Covid-Verharmlosern. Schon mal über die Nase geschaut? In Italien darf ab 15. Okt. nur noch an die Arbeit, wer ein Zertifikat hat! Dito in Österreich ab Allerheiligen. Oder: «Kroatiens Gesundheitssystem existiert nicht mehr».

Sehen Sie unsere Regierung auch mit Eselsohren? Müsste sie gar vor «das Nürnberger Tribunal», wie einer nach dem Judenstern-Eclat öffentlich forderte? Entscheiden Sie am 28.11. ganz besonnen, bei neutraler Abwägung aller Fakten und ohne den Kuhglockenlärm, der für einmal nicht von unserem Vieh stammt.

Armando Pirovino, Wangen

Unterlassene Hilfeleistung


Ich habe am Wochenende einen Lungenkranken zum Höfner Notfallarzt gefahren. Er hatte zuvor drei Tage Fieber, Schüttelfrost, Husten, eine Sauerstoffsättigung von teilweise unter 90 und zeigte Anzeichen einer Lungenentzündung. Die Zeit des Untersuchs wollte ich für Besorgungen nutzen. Nie hätte ich mir vorstellen können, was dann passierte. Da er ungeimpft war und «die Frechheit hatte» eine spezielle Maske vom Lungenarzt (mit Attest) statt der chirurgischen Maske zu tragen, liess man ihn nicht in die Praxis. Bei sieben Grad und in Trainerhosen wartete er geschlagene 20 Minuten zitternd vor der Praxis darauf, dass der Arzt seine Lunge anschaut. Auf diesen Missstand hingewiesen, drehte ich entsetzt um, heizte das Auto und liess ihn sich auf dem Parkplatz noch einige Minuten aufwärmen. Die Praxisassistentin führte ihn dann vor dem Haus in einem offenen Container: Die Praxis war Tabu, für einen ungeimpften Kranken musste eine Baracke mit offener Tür bei unter zehn Grad reichen. Wieder war Warten angesagt, bis der Arzt für einen obligatorischen Covidtest kam.

Er habe schon bei früheren «Hirnbürstelitests» grosse Schmerzen und Probleme mit der Nase gehabt, er bitte um einen weniger tiefen Nasentest, einen Rachenabstrich oder einen Spucktest, erklärte der zitternde Patient. Doch da war er an den Falschen geraten. Ist ja schliesslich kein Wunschkonzert und wer eine Untersuchung will, kriege sie nur nach einem sogenannten Nasopharynx-Test. Selbstverständlich wohl auch erst, nachdem er die halbe Stunde, bis der Test ausgewertet ist, ebenfalls in der ungeheizten offenen Box draussen mit Schüttelfrost gewartet hat. Es geht schliesslich um die Gesundheit aller, nicht wahr?

Wo sind wir mittlerweile hingekommen?! Die Quintessenz war, dass wir nach einer halben Stunde Frieren, Flehen und Streiten die benötigte ärztliche Hilfe nicht bekamen und die miese Alternative wählten, zuhause eine hohe Dosis Schmerzmittel zu nehmen, in der Hoffnung, dass nach dem Wochenende der eigentliche Hausarzt mehr Menschlichkeit zeigt. Mich als Zeugin dieses unmenschlichen Verhaltens schmerzt und bestürzt es zutiefst, wo wir hingekommen sind seit Corona zum Staatsfeind ausgerufen wurde. Viele Medien und der Bundesrat spalten munter weiter, man verbreitet lautstark die Mär der «Pandemie der Ungeimpften», währenddem man Geimpften als Dankeschön für die Kooperation einen Freifahrtsschein zum Superspreaden gibt.

Wenn wir schon Tests machen, dann müssten wir konsequenterweise alle testen. Wenn Notfälle nur noch nach dem 3G-, vielleicht schon bald 2G-Prinzip behandelt werden und nur noch geimpften Patienten einen Untersuch in der Wärme gegönnt wird, ist das ganz ehrlich nicht mehr das Land, in dem ich leben will. Egal ob geboostert, geimpft oder ungeimpft: Menschen sind nicht zertifizierbar und niemand ist aufgrund seiner persönlichen Entscheidung mehr oder weniger wert. Schützen wir die Risikogruppen, stärken wir die Pflege, vertrauen wir auf Eigenverantwortung und beginnen wir endlich wieder, Brücken zu bauen.

Mein NEIN zur gefährlichen Covidgesetz-Verschärfung am 28. November ist ein Nein zu Gräueltaten unter dem Deckmantel der Gesundheit.

Martina Balzer, Wollerau

Problem gelöst?

Ob die Nationale-Impfwoche und die dafür aufgewendeten 100 Mio. Fr. das Problem der Regierung gelöst hat? Die Regierung muss den Nichtgeimpften davon überzeugen, dass die Impfung wirkt, damit sie sich spritzen lassen. Und die Geimpften davon überzeugen, dass die Impfung nicht wirkt, damit sie sich boostern lassen. Damit sich die vermeintlich erworbene Freiheit durch den Stich nicht als nur Privileg entpuppt, am 28. November zum Covidgesetz ein Nein in die Urne.

Karl Durrer, Freienbach

 

Gravierende Nebenwirkungen

Mitte Juni liess ich mich mit einem mRNA-Vakzin impfen. Die Nebenwirkungen der Impfung sind tatsächlich gravierend. Ich kann wieder Konzerte besuchen, im Restaurant zu Abend essen, in die Ferien reisen, meine 97-jährige Mutter im Altersheim besuchen und in die Arme schliessen. Wenn sie sich vor solchen Nebenwirkungen fürchten, bleiben sie besser ungeimpft und – «Bleiben Sie zu Hause!»

Albert Knobel, Lachen

 

Soziale Verantwortung?

Die Impfwoche des Bundes ist vorbei! Viele Bürgerinnen und Bürger empfinden die Impfung als Pflicht durch die Hintertür. Wer sie weiterhin verneint, müsse bereit sein, die Konsequenzen zu tragen. Andere sehen die Impfung als soziale Verantwortung. Daher habe ich mich gefragt? Vorteile im Alltag für "3 G"- Bürger? Aber sicher doch! Ich habe mich nach reiflicher Überlegung dazu bereit erklärt, impfen zu lassen, nicht um andere zu schützen, sondern um mir selbst nach Möglichkeit einen schweren Krankheitsverlauf zu ersparen, sollte ich mich irgendwie oder irgendwo mit dem Virus infizieren. Allerdings ist das nur die eine Seite der Medaille.

Der andere Beweggrund war, dass ich dadurch versuche, der Allgemeinheit, also auch den Impfskeptikern, Verschwörungstheoretikern, Besserwisser und Kuhglockenträger Kosten zu ersparen, die entstünden, wenn ich in einer Klinik intensiv behandelt werden müsste. Alleine das ist Grund genug, als Geimpfter zur Belohnung etwas mehr Freiheiten geniessen zu dürfen. Es ist blauäugig zu glauben, dass die Krankenversicherungen sich die erhöhten Kosten nicht wieder durch Beitragserhöhungen von den Versicherten zurückholen.

Und drittens: Wenn für mich und andere Geimpfte mit erhöhter Wahrscheinlichkeit kein Intensivbett vorgehalten werden muss, steht dieses Bett einem anderen, nicht mit Corona infizierten Patienten zur Verfügung. Mein Fazit: Sich impfen zu lassen, sofern nicht gravierende medizinische Gründe dagegen sprechen, ist eine soziale Verantwortung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft! Und somit habe ich selbstverständlich für den 28. November auch ein überzeugtes JA zum Covid19-Gesetz in die Urne gelegt!

Marcel Ruoss-Schuler, Buttikon

 

Danke, David!

Die vergangene Debatte im Schwyzer Kantonsrat zeigte auf eindrückliche Art und Weise, wie sehr sich das Klima im Zusammenhang mit den freiheitseinschränkenden Corona-Massnahmen verschlechtert. Wer glaubt, dass man einen beträchtlichen Teil des Volkes, sprich jene welche sich nicht impfen lassen wollen, einfach so weiter an den Rand drängen kann, der wird früher oder später die entsprechend Quittung dafür erhalten. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich zu Recht: „Wann ist endlich Schluss mit diesem Wahnsinn?“.

Nebst den sinnlos aus dem Fenster geworfenen Milliarden an Steuergeldern, hinterlässt man gesellschaftliche Gräben, welche auch in naher Zukunft nicht so schnell wieder zugedeckt werden können. Man fängt sich an zu wehren – gegen all das Leid – unentschuldbar was uns der Bundesrat und eine Mehrheit des Parlaments in den vergangenen Monaten als Gesellschaft zugemutet haben.

So gesehen, kann ich den gefühlsmässigen „Wutausbruch“ von Kantonsratskollege David Beeler durchaus nachvollziehen. Auch inhaltlich kann ich mich seinen Worten im Grundsatz anschliessen. Er sagte, als Volksvertreter, nur das, was viele denken aber nicht getrauen zu sagen. Das nenne ich Zivilcourage. Wenn man nun daraus eine Stildebatte heraufsterilisieren möchte, so zeigt dies einmal mehr, wie verlogen die Politik eigentlich ist!

Bedenkt man, dass eine satte Mehrheit der Schwyzer Stimmenden am 13. Juni 2021 Nein zum Covid-Gesetz gesagt haben, so erscheint mir die dargelegte Kritik an all dem Wahnsinn mehr als nur angebracht. Viel zu oft hat sich unsere Kantonsregierung samt der Mehrheit des Schwyzer Kantonsrats dem Diktat aus Bern gebeugt, nichtssagend um das Thema „herumschwadroniert“ und dabei die echte Gefühlslage vieler Menschen ausser Acht gelassen. Schön also, wenn mal einer Klartext spricht, einen beachtlichen Teil des Volkes vertritt und den einen oder anderen (hoffentlich) zum Nachdenken über sein Tun und Handeln veranlasst. Zeit dafür wäre es!

Bernhard Diethelm, Vorderthal SZ 
SVP-Kantonsrat

Diethelm contra Tell

Bernhard Diethelm holt in seinem langen Leserbrief etwas gar weit aus. Ob Wilhelm Tell schon etwas von Corona gewusst hat? Ich weiss es nicht. Aber ich nehme stark an, dass er als solidarischer Mitbürger nur das Beste für sich und seine Umwelt gewollt hätte. Somit wäre er sicher bei den Ersten gewesen, die sich geimpft hätten. Ja, Herr Diethelm, wir haben eine Demokratie, ja, wir wollen sie auch weiterhin behalten. Und ja, bleiben wir bei den wahren Fakten. Und ja, bleiben Sie gesund.

Walo Mazenauer, Siebnen

Nachdenklich

Was passiert gerade hier auf Erden? Schlagzeile für Schlagzeile, die man tagtäglich in sämtlichen Nachrichten lesen, hören und sehen kann, erschüttern viele, inklusive mich. So fest, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass alles nicht real ist. Wer hätte das gedacht, dass uns diese Pandemie so spaltet und wir bald zwei Jahre später an diesem Punkt sind, wo wir jetzt stehen. Freiheit bedeutet für mich, dass man die eigene Meinung äussern und die eigenen Interessen leben darf. Dass man über seinen Körper und folglich auch über die eigene Gesundheit selbst bestimmen kann. Wir haben alle ein Recht auf Freiheit. Ein Leben, das wir ohne Zertifikatseinschränkung, Impfdruck, Zweiklassengesellschaft und Diskriminierung leben dürfen. Wir entfernen uns immer mehr vom Ursprung des Lebens. Eigentlich sollte man nicht für diese Grundbedürfnisse kämpfen müssen, nun tue ich es trotzdem und hoffe, gehört zu werden. Auf eine hoffnungsvolle Zukunft mit viel Zusammenhalt, Freiheit und Rücksichtnahme.   

Anja Berni, Wangen

Redaktion March 24 und Höfe 24