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Feusisberg
19.03.2020
19.03.2020 16:31 Uhr

Gourmet-Menüs neu über die Gasse

Nicht alle Ausserschwyzer Wirte geben sich geschlagen und verabschieden sich in die Zwangsferien. So versuchen zum Beispiel Germann Ronner (Adler, Schindellegi) und Rita Lotspeich (Oberdorf, Lachen) trotz Krise zu Einnahmen zu kommen. Dies mit neuem Take-Away-Angebot.
Stefan und Rita Lotspeich kochen weiterhin für ihre Gäste.

Es herrscht ruhige, ja fast schon gespenstige Stimmung in den Restaurants in March und Höfen. Die meisten Wirte haben ihre Lokalitäten geschlossen, verbringen Zwangsferien. Einzelne aber wollen sich nicht einfach zurücklehnen und darauf hoffen, dass ihnen dann nach der Krise schon irgendwie Geld zugesprochen wird. 

Dutzende Bestellungen pro Tag

Einer von ihnen ist German Ronner, der den «Adler» in Schindellegi betreibt. Er hat bereits am Montagabend  – kurz nachdem ihm klar war, dass Take-Away erlaubt bleibt – eine Werbetafel an die Strasse gestellt, eine Rundmail versandt, Facebook-Einträge gepostet und alles für sein neues Angebot in die Wege geleitet. Und tatsächlich: Der Take-away findet Anklang. Bereits in den ersten Tagen wurden von Privatpersonen täglich rund ein Dutzend Bestellungen getätigt. «Ich bin unglaublich überrascht, wie viele Stammkunden sich bei mir gemeldet und ein Menü bestellt haben», so Ronner. Und nicht nur das: «Einzelne haben sogar nach dem Essen angerufen und sich bei mir bedankt.» Dass die Nachfrage zurückgehen wird, glaubt Ronner nicht. «Je länger die Verordnungen gelten, desto grösser wird das Verlangen der Bevölkerung mal
etwas anderes zu essen.» Und damit er bereits bestehende Anbieter nicht konkurrenziert, bietet er bewusst weniger 0815-Kost an. Es seien aber auch keine Gourmet-Menüs. «Es ist irgend etwas dazwischen», so Ronner. 

Gewillt, einen Weg zu suchen

Mehrere Wochen Nichtstun können auch Rita und Stefan Lotspeich nicht. Sie führen das Gasthuus Oberdorf in Lachen und sind gewillt, selbst einen Weg zu suchen, um geschäftlich überleben zu können. Zwar haben auch sie, ihre Mitarbeiter für Kurzarbeit anmelden müssen, doch als Ehe- und Wirtsleute kämpfen sie weiter: «Es ist nicht unsere Art aufzugeben und nichts zu tun», sagt Rita Lotspeich. Deshalb haben sie sich entschieden, ab sofort jeweils von Mittwoch bis Sonntag von der gewöhnlichen Gastronomie auf Take-Away umzustellen. «Wir sind ja sowieso hier und die Lebensmittel haben wir ebenfalls im Haus – also können wir auch arbeiten.» Natürlich sei das Speisenangebot stark vereinfacht. «Wir werden nur jeweils ein Menü mit Suppe oder Salat plus Klassiker wie zum Beispiel den Oberdorf-Burger oder das Ossobuco zubereiten.» 

Bisher wurden ein paar Bestellungen aufgegeben. Die Nachfrage könnte  grösser sein. Sollte sie irgendwann ganz erlöschen, müssten auch sie definitiv die Segel streichen. Vorerst aber versuchen sie ihr Möglichstes: «Ich werde in diesen Tagen eine kleine Velotour durch Lachen machen und mittels Flyer die Bevölkerung über unser neues Angebot informieren», so die Wirtin. Sie hofft dadurch ein paar Einheimische zu erreichen, denn bisher sind es vor allem Geschäftsleute, die das Take-away-Angebot nutzen. 

Temporäre Take-aways gesucht: Haben Sie sich und ihr Geschäft wegen der Corona-Krise neu lanciert? Bitte Infos und Kontaktdaten an redaktion@march24.ch oder redaktion@hoefe24.ch mailen.

Silvia Gisler