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Wollerau
27.01.2021
26.01.2021 09:29 Uhr

Wie kann man seine Mitglieder bei der Stange halten?

Die beiden Referenten, Philippe Souter (links) aus dem Unihockeysport und Meinolf Sprink, Abteilung Fans und Soziales bei Bayer 04 Leverkusen, gaben Einblick in ihre Erfahrungen. (Bilder: zvg) Bild: zvg
Die Wollerauer Junior Sports GmbH macht sich Gedanken zur Mitgliederbindung in Sportvereinen während der Corona-Pandemie. Dazu wurden zwei Experten zu einer Online-Diskussion eingeladen.

Die Sportvereine müssen sich derzeit grossen Herausforderungen stellen. Die Vereinsvertreter der Region waren kürzlich zu einem Online-Talk eingeladen. Dabei wurde diskutiert, was man in der aktuell «toten» Vereinszeit machen und worauf man sich konzentrieren könne.

Von ihren Erfahrungen berichteten Meinolf Sprink aus Düsseldorf, der seit fünf Jahren bei Bayer 04 Leverkusen die Abteilung «Fans und Soziales» leitet, und Philippe Souter, Trainer und sportlicher Leiter der Zürich Oberland Pumas.

Emotionale Bindung schaffen

Philippe Souter: «Viele Vereine im Breitensport erhalten nun die Quittung dafür, wie sie in letzter Zeit gearbeitet haben.» Wenn emotional eine grosse Bindung aufgebaut wurde, sei man als Mitglied eher nachsichtig, wenn weniger laufe. Dazu sei man dann wohl auch eher bereit, Abstand von wirtschaftlichen Regress-Forderungen zu nehmen. 

Die Mehrheit schafft es nicht

Ein gutes Beispiel: Unihockey. «Vor allem im Juniorenbereich entstand eine grosse emotionale Bindung», beobachtet Souter. Heute ist Unihockey die zweitgrösste Sportart der Schweiz. «Man muss den Verein als Marke sehen und aufbauen», ist Souter überzeugt. Hier könnte man noch viel mehr erreichen.

Julian Rüger von Junior Sports zitierte eine BAG-Vereinsstatistik. Dabei zeigte sich, dass zwischen 60 und 79 Prozent der Sportvereine mittlere bis grosse Probleme betreffend der Mitgliederbindung haben. Gleichzeitig besitzen jedoch nur zwei Prozent der Vereine eine schriftliche Strategie, wie sie ihre Mitglieder stärker binden wollen.

Vereine brauchen mehr Unterstützung

Die beiden Referenten können diese Diskrepanz nachvollziehen. Meinolf Sprink: «Momentan wird von Ehrenamtlern etwas verlangt, was nicht mehr richtig stemmbar ist.» In diesen Belangen sei Corona «ein Augenöffner», welche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen. Dachverbände müssten hier künftig weitere Aufgaben übernehmen und die ehrenamtlichen Helfer entlasten.

Vollständiger Artikel in den Printzeitungen «March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt» zu lesen.

Patrizia Baumgartner, Redaktion March24 und Höfe24