Der vom Schwingklub Zürich wie gewohnt bestens organisierte Traditionsanlass am Berchtoldstag zog wieder eine stattliche Anzahl Besucher an. Der Berchtoldsschwinget hat diese Aufwartung auch verdient, als eines der wenigen Rangfeste dürfen an diesem Schwingfest Teilnehmer aus vier Teilverbänden antreten. Dies zeigt auch der Blick auf die Siegerliste, die von klangvollen Namen nur so gespickt ist. Mit 127 Akteuren stimmte die Beteiligung zahlenmässig, doch die Qualität des Feldes war dieses Jahr erheblich tiefer als gewohnt. Zwar waren mit Vorjahressieger Nick Alpiger, Marcel Räbsamen, Martin Roth und dem einheimischen Fabian Kindlimann vier Eidgenossen am Start, doch liessen sich kurz nach Sylvester nur sehr wenige weitere Kranzschwinger aus dem Winterschlaf locken. Dieser Umstand eröffnete dann der jüngeren Generation die Möglichkeit, sich vor grösserer Kulisse zu profilieren, welche auch zahlreich genutzt wurde.
Räbsamen und Alpiger dominieren Wettkampf
Die Eidgenossen waren dann auch die meistbeobachteten Kämpfer. Fabian Kindlimann startete zwar siegreich gegen den Nordwestschweizer Enea Grob, nach zwei Remis stieg der -Zürcher aber verletzt aus dem Wettkampf. Marcel Räbsamen besiegte zum Auftakt den Südwestschweizer Hugo Schläfli und Nick Alpiger bodigte im Eidgenossenduell den zähen Appenzeller Martin Roth. Diese beiden zogen dann den ganzen Tag auch vorne weg. Räbsamen siegte gegen Nicola Wey, -Dario Zbinden, Christian Lanter und den Innerschweizer Ivan Felder weitere vier Mal und stand mit fünf Siegen als Führender im Schlussgang. In diesen schaffte es auch Nick Alpiger wieder. Nach dem Auftaktsieg bodigte Alpiger mit Aaron Schönholzer, Christian Gasenzer, Flavio Sutter und dem jungen Glarner Sales Tschudi ebenfalls alle Gegner. Aufgrund der durchwegs tieferen Noten hatte Alpiger aber einen Punkt Rückstand auf Räbsamen und brauchte im Schlussgang zwingend einen Erfolg gegen Räbsamen, um erneut Festsieger zu werden. In den entscheidenden zehn Minuten investierte der Aargauer auch sehr viel für einen Sieg, vermochte die solide Verteidigung Räbsamens aber nicht zu durchbrechen. Dank dem Remis im Schlussgang durfte sich der St. Galler damit erstmals als Sieger des Berchtoldsschwinget ausrufen lassen. Alpiger belegte den Ehrenplatz, der junge Kaltbrunner Andreas Ziegler wurde mit einem starken Notenblatt, vier Siegen und zwei Remis gegen die Eidgenossen Kindlimann und Roth verdient dritter. Der Engelberger Dominik Hess wurde mit vier Siegen und zwei Remis als vierter bester Innerschweizer.