Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Lifestyle
11.09.2020

Corona-Immunreaktion lässt rasch nach

Peter Wick, Leiter des Empa-Labors. (Bild: Empa)
Eine Studie der Empa St.Gallen zeigt, dass mit dem Coronavirus Infizierte unterschiedlich starke Antikörperwerte entwickeln. Vor allem bei Männern lässt die Immunantwort auf das Virus bereits nach wenigen Wochen nach.

Das Particles-Biology Interactions-Labor der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St.Gallen hat gemeinsam mit dem Zentrum für Labormedizin (ZLM) und dem kantonalen Gesundheitsdepartement in St.Gallen eine Studie über die Entwicklung von Antikörpern bei einer Infektion mit dem Coronavirus durchgeführt. Dazu wurden die Daten von 160 Personen ausgewertet, die eine eher milde Infektion mit dem Coronavirus durchlaufen hatten, erläutert der Leiter des Empa-Labors, Peter Wick, in einem Interview auf dem Portal der Empa.

Den Ergebnissen zufolge könne «von der oft zitierten ‹Herdenimmunität› keine Rede sein», meint Wick. Die aus der Studie gewonnenen Daten legten vielmehr nahe, «dass die Immunantwort auf das Virus bereits fünf Wochen nach der Infektion wieder abnahm», erläutert der Empa-Forscher. Zudem sei festgestellt worden, «dass der Trend zur sinkenden Immunreaktion bei Männern deutlicher ausgeprägt ist als bei Frauen».

In einem zweiten Schritt wollen die Forscher nun die Testgruppe vergrössern, um statistisch signifikante Unterschiede von Subgruppen zu gewinnen, beispielsweise hinsichtlich des Alters oder der Risikofaktoren. Gegebenenfalls müssten die Impfstrategien für unterschiedliche Patientengruppen unterschiedlich ausfallen, sagt Wick.

Neben der Forschung für die Entwicklung von Impfstoffen ist die Empa auch in die Forschung an Schutzmaterialien involviert. Hier werden zum einen die Auswirkungen der Materialien von Masken auf die Umwelt oder die Lunge untersucht, erläutert Wick. Zum anderen arbeitet die Empa «gemeinsam mit Industriepartnern, Klinikern und dem ReMask-Netzwerk» an antiviralen Schutzmaterialien, mit denen beispielsweise auch Kittel, Vorhänge oder Sitzbezüge in Verkehrsmitteln ausgerüstet werden könnten.

red/leaderdigital.ch