Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Geld & Energie
27.07.2020

Dorfläden fordern fairere Vergütung der Post

Der Denner in Buttikon ist einer der vier Partner-Filialen der Post in Ausserschwyz. (Bild: zvg)
In der Schweiz ist ein Streit um die Vergütung der postalischen Versorgung entbrannt. Auch in Ausserschwyz ärgern sich gewisse Partner-Filialen.

In der March und in den Höfen gibt es insgesamt zehn Post-Filialen, vier Partner-Filialen, zwei PickPost-Stellen und 69 Möglichkeiten, einen Brief einzuwerfen. Schweizweit gibt es inzwischen mehr Partner-Filialen als klassische Post-Filialen. Doch für immer mehr Partner scheint die Rechnung nicht ganz aufzugegehen, wie Felix Bischofberger, Geschäftsführer des Verbands der Postagenturen, diese Woche gegenüber der «Neue Zürcher Zeitung» sagte. So seien in den vergangenen Monaten Beschwerden eingegangen in Bezug auf die Vergütung der postalischen Versorgung. Vor allem kleinere Dorfläden würden sich beschweren, dass sich die Agentur nicht kostendeckend betreiben liesse, da die Entschädigung für die meisten postalischen Dienstleistungen im Rappenbereich liege.

Fabio Migliaccio, Geschäftsführer von 4mybaby in Galgenen, die ebenfalls postalische Dienstleistungen anbietet, kann verstehen, dass sich einige Läden beschweren: «Es kommt auf die Menge an. Wir haben relativ viele Kunden am Tag, was dann auch zu mehr Umsatz führt.» Klar gebe es gewisse Artikel, an denen das Babyausstattungsgeschäft wenig bis gar nichts verdiene, etwa Briefmarken. «Im Ganzen sind wir aber zufrieden mit der Vergütung und dem Support der Post», fasst Migliaccio zusammen.

Zufrieden sind auch die beiden Detaillisten Migros und Volg, die in Schindellegi und im Seedamm-Center in Pfäffikon respektive in Vorderthal eine Post-Agentur betreiben. «Wir erhalten von der Post eine Infrastruktur- und umsatzabhängige Entschädigung. Diese ist immer individuell auf den Volglalden berechnet und deckt in der Regel die anfallenden Kosten», teilt etwa Sprecherin Tamara Scheibli für den Volg-Laden in Vorderthal mit.

Je kleiner, desto unzufriedener

Rolf Raschle, Inhaber des Denners in Buttikon, sieht dies anders: «Für uns ist die Vergütung zu tief und kann die Kosten nicht decken. Hinzu kommt, dass wir ja auch Platz hergeben müssen dafür.» Ein anderer Inhaber, der anonym bleiben möchte, ärgert sich vor allem über «die permanenten Erweiterungen des Postangebotes, welches von uns verlangt wird», ohne angemessen dafür entschädigt zu werden. Zudem seien bei Vertragsabschluss falsche Versprechen gemacht und die variablen Vergütungen in der Offerte – ob beabsichtigt oder nicht – zu hoch geschätzt worden. «Zusatzkäufe von Post-Kunden können wir bei weitem nicht in dieser Menge beo-bachten, wie uns das die Post in Aussicht gestellt hat.»

Den Vertrag mit der Post können die Partner-Agenturen jederzeit kündigen. Für die Läden sei es aber schwierig abzuschätzen, ob die Bevölkerung in diesem Falle enttäuscht wäre und das Geschäft gleich ganz meiden würde, wenn die Post-Dienstleistungen nicht mehr angeboten würden. 

Der Dubach in Bäch ist seit 2015 Partner der Post, 4mybaby in Galgenen und der Denner in Buttikon sind erst seit Sommer 2019 Partner.  In Schübelbach hatte die Post ihre Dienstleistungen seit 2013 in Zusammenarbeit mit der Bäckerei-Konditorei Wüst am Adlerplatz angeboten. Aufgrund eines Wasserschadens hat Wüst die Filiale Ende Juni 2019 schliessen müssen. Ab Montag, 3. August, wird es in Schübelbach deshalb neu einen Hausservice geben, wie ihn bereits Feusisberg und Innerthal kennen.

Vollständiger Artikel inklusive der von «March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt» durchgeführten Umfrage zu den Partner-Angeboten der Post in Ausserschwyz ist in den Printzeitungen vom Montag, 27. Juli, zu lesen.

Anouk Arbenz, Redaktion March24/Höfe24