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Reichenburg
25.11.2022
30.11.2022 11:40 Uhr

Notlösung: Reichenburg nutzt Zivilschutzräume für Asylwohnraum

Ein Beispiel, wie die Umnutzung von Gewerberäumen für Asylwohnraum gelingen kann: In der ehemaligen Landi in Seewen steht eine befristete Zeltstadt für 100 Personen, realisiert vom Kanton.
Ein Beispiel, wie die Umnutzung von Gewerberäumen für Asylwohnraum gelingen kann: In der ehemaligen Landi in Seewen steht eine befristete Zeltstadt für 100 Personen, realisiert vom Kanton. Bild: Archivbild
Die Wohnungsknappheit und die steigende Anzahl an Asylsuchenden stellen die Gemeinden im Kanton Schwyz auf die Belastungsprobe.

Eine erste Gemeinde im Kanton Schwyz sieht keine andere Lösung mehr und nutzt ihre Zivilschutzräume als Asylunterkunft: Der Gemeinderat von Reichenburg hat vor kurzem den entsprechenden Entscheid gefällt – ohne erst ein Okay beim Kanton abzuwarten. Der für das Flüchtlingswesen zuständige Gemeinderat Hanspeter Rast betont, dass man die Zivilschutzanlage als Notlösung sehe, weil in der aktuellen Lage und innert nützlicher Frist einfach nicht genügend freie Wohnräume zu finden seien.

Containerlösung

 «Mittelfristig möchten wir in Reichenburg eine Containerlösung erstellen », sagte Rast auf Anfrage. Zuvor werden aber nun ab Mitte Dezember nach und nach Schutzsuchende in der Zivilschutzanlage beim Mehrzweckgelände untergebracht. Geht es nach dem Kanton, dann ist das Vorgehen der Gemeinde Reichenburg grundsätzlich keine gangbare Lösung, trotz Notstandssituation.

Zivilschutzanlagen nicht geeignet

Zivilschutzanlagen seien nicht geeignet, um Asylsuchende gebührend unterzubringen, wie Volkswirtschaftsdirektor Andreas Barraud in einer gestern veröffentlichten Antwort auf eine Kleine Anfrage festhält. Stattdessen sollten besser leerstehende Gewerbeund Industrieräume möglichst rasch umgenutzt werden, wobei natürlich die Bewilligungsvorschriften einzuhalten seien.

«Ultima Ratio»

Gar als «Ultima Ratio» bezeichnet Markus Blättler, Vorsteher des Amts für Migration, die Nutzung von Zivilschutzräumen. Blättler betont zudem, dass, wenn überhaupt, nur Anlagen infrage kommen würden, die teilweise über Tageslicht verfügten. Ein Run auf die Zivilschutzlösung ist derzeit denn auch nicht festzustellen. Lediglich eine Anfrage habe sein Amt bislang erhalten, wie Blättler mitteilte.

Martin Risch, Redaktion March24&Höfe24