Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Lachen
12.11.2022

Frag deine Ärztin/deinen Arzt – das Blutbild

Leserinnen und Leser können sich über March24 & Höfe24 Rat von Ärztinnen und Ärzten holen.
Leserinnen und Leser können sich über March24 & Höfe24 Rat von Ärztinnen und Ärzten holen. Bild: Collage Redaktion March24 & Höfe24
Ein Leser/eine Leserin will von Dr. med. Svenja Bihr vom Spital Lachen wissen: Welche Aufschlüsse über die Gesundheit kann ein «kleines Blutbild» geben? Die Antwort der Oberärztin findest du hier.
Erstellen Sie Ihre eigene Umfrage zu Nutzerfeedback.

Welche Aufschlüsse über die Gesundheit kann ein «kleines Blutbild» geben?

von Dr. med. Svenja Bihr

Blut ist die wichtigste Körperflüssigkeit des Menschen. Es transportiert Sauerstoff, Kohlendioxid, Nährstoffe und weitere Stoffwechselprodukte und schützt den Körper vor Bakterien, Pilzen, Viren und Parasiten. Bei Verletzungen weiss es sich zudem über die Blutgerinnung vor einem zu hohen Blutverlust selbst zu schützen.

Für die Ärztin oder den Arzt fungiert das Blut aber auch als eine Art Sprachrohr des Körpers und zeigt vorhandene Problemstellen auf. Das kleine Blutbild ist der standardisierte Eintrittstest in die medizinische Untersuchung eines Patienten und ist die mit Abstand am häufigsten durchgeführte Blutuntersuchung. Es vermittelt dem Mediziner einen Überblick über den körperlichen Zustand eines Menschen und dient als Grundlage für weitere spezifische Abklärungen. Dazu werden rund 5 ml Blut, meist aus einer Armvene, entnommen und mit modernen Laborgeräten vollautomatisch und schnell entwickelt. Die zu erwartenden Normalwerte für das Blutbild sind abhängig von Alter und Geschlecht.

«Für die Ärztin oder den Arzt fungiert das Blut als eine Art Sprachrohr des Körpers und zeigt vorhandene Problemstellen auf. »
Dr. med. Svenja Bihr, Oberärztin Spital Lachen

Im Resultat ist unter anderem der Anteil an weissen und roten Blutkörperchen und Blutplättchen ersichtlich. Dies kann wichtige Hinweise auf verschiedenste Erkrankungen, Entzündungen, Infekte, Blutarmut oder sogar Tumorerkrankungen geben. Aber auch Mangelerscheinungen wie Eisen- oder Vitaminmangel oder eine Unterversorgung mit Folsäure lassen sich daraus ableiten. Alle Resultate sollten innerhalb eines gewissen Bereichs liegen. Ist die Anzahl roter Blutkörperchen zu tief, spricht man von einer Blutarmut (Anämie). Umgekehrt kann dieser Wert auch erhöht sein, was u. a. durch einen chronischen Sauerstoffmangel im Körper verursacht werden kann. Ähnliches ist für die weissen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten) zu beobachten. Sollten diese Werte nicht im Normbereich liegen, werden weiterführende Untersuchungen folgen.

In der Regel wird das kleine Blutbild bereits beim Hausarzt durchgeführt. Aber selbstverständlich kommt es auch bei uns im Spital zur Anwendung. Erscheint ein Patient mit einem medizinischen Problem im Notfall, verordnet der Dienstarzt ein kleines Blutbild, um sich einen Überblick zu verschaffen und die Diagnose einzugrenzen. Aber auch vor Operationen wird in der Regel ein kleines Blutbild erstellt, um Komplikationen zu vermeiden.

Schick uns deine Frage!

Diese regelmässig erscheinende Kolumne greift medizinische Fragen aus der Bevölkerung auf und lässt diese von Fachärzten beantworten. Du hast eine medizinische Frage, die sich auch andere Leserinnen und Leser stellen könnten? Schreibe uns deine Frage via E-Mail an redaktion@march24.ch oder redaktion@hoefe24.ch.

Redaktion March24 & Höfe24