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Lachen
23.06.2022
25.06.2022 06:35 Uhr

Corona-Prozesse: Das Schweigen des Andreas Thiel

Andreas Thiel vor dem Bezirksgericht March.
Andreas Thiel vor dem Bezirksgericht March. Bild: Johanna Mächler
Auch für den bekannten Satiriker Andreas Thiel hat die Corona-Demonstration 2020 in Lachen ein Nachspiel. Am Dienstag musste er sich vor dem Bezirksgericht March verantworten.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn der Verhandlung am Dienstag am Bezirksgericht March fanden sich erste Freiheitstrychler ein. Der bekannte Satiriker Andreas Thiel kam kurz vor 14 Uhr und machte einen fast entspannten Eindruck. «Mir geht es immer gut», sagte er mit einem breiten Grinsen.

Keine Gesichtsmaske getragen

Der Küssnachter hat sein Erscheinen vor Gericht ebenfalls seinem Auftritt an der Corona-Demonstration auf dem Lachner Raffplatz am 21. November 2020 zu verdanken – wie schon vergangene Woche Josef Ender und René Bünter.  Die Staatsanwaltschaft March beschuldigt Thiel des vorsätzlichen Übertretens des Epidemiengesetzes. Konkret: er soll an der Demo keine Gesichtsmaske getragen zu haben. Der Staatsantwalt forderte eine Busse von 100 Franken. 

Thiel sagte nichts vor Gericht, er schwieg, wie ihm sein Verteidiger geraten hatte, was schon fast bedauerlich war. Fehlt es dem schweizweit bekannten Satiriker und Wortakrobaten doch in der Regel nicht an griffigen und angriffigen Aussagen. 

Als Redner nicht zum Maskentragen verpflichtet

Stattdessen erörterte der Verteidiger seine Sichtweise des Sachverhalts kurz und bündig: «Für eine Maskentragepflicht an der Demonstration vom 21. November 2020 existiert keine rechtsgenügliche Rechtsgrundlage». Im Plädoyer stellte er klar, dass Thiel nicht Teilnehmer der Kundgebung war, sondern Redner. «Als Redner musste er keine Maske tragen, stand er doch nicht in der Menge der Demonstranten.» Thiel sei an jenem Samstag verspätet angekommen, weil sein Auto eine Panne hatte, und er habe die Kundgebung nach seiner Rede sofort wieder verlassen, ohne sich zu den Demonstranten vor der Rednerbühne zu begeben.

Das Gericht sprach Andreas Thiel frei – die Verfahrenskosten in der Höhe von rund 1291 Franken und die Entschädigung für den Verteidiger von rund 4173 Franken gehen zu lasten der Staatskasse, wie das Aktionsbündnis Urkantone heute Nachmittag mitteilte. Das Urteil habe keine Begründung enthalten – eine solche werde nur ausgestellt, wenn dies ein Verfahrensbeteiligter verlangt oder ein Rechtsmittel dagegen erhoben wird. 

 

Johanna Mächler, Redaktion March24 & Höfe24