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13.01.2022

Vater des versuchten Mordes an seiner Tochter angeklagt

Der Vater wird angeklagt für versuchten Mord und Inzest.
Der Vater wird angeklagt für versuchten Mord und Inzest. Bild: zvg/Archiv
Das Strafgericht verhandelt heute über ein Gewaltverbrechen, das im August 2020 in Sattel für Aufsehen sorgte.

In der Nacht auf den 18. August 2020 kam es in einer Wohnung in Sattel zu einem Gewaltverbrechen. Ein damals 54-jähriger Vater wollte seine damals 28-jährige Tochter, mit der er zusammenlebte, töten. Der Deutsche liess sich vor Ort kurz nach der Tat widerstandslos festnehmen. Seine Tochter musste lebensgefährlich verletzt mit der Rega in ein ausserkantonales Spital eingeliefert werden. Trotz ihrer schweren Verletzungen überlebte sie.

Mehrfach mit einem Messer zugestochen

Heute Donnerstag findet vor dem Strafgericht in Schwyz der Prozess gegen den Vater statt, der sofort nach der Tat in Untersuchungshaft gesetzt wurde und sich seit dem 23. November 2020 im vorzeitigen Strafvollzug befindet. Der Prozess findet im Kantonsratssaal statt und ist öffentlich.

Die kantonale Staatsanwaltschaft klagt den Beschuldigten des versuchten Mordes und des mehrfachen Inzests an. Der Vater soll in jener Nacht mit einem Schlachtmesser mehrmals auf seine Tochter, die in ihrem Bett lag und sich heftig wehrte, eingestochen haben. Er soll ihr das Messer in den Rücken, dann in den Brustkorb und schliesslich in den Bauch gestochen haben. Das Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen an der Lunge, am Zwerchfell und Darm, an der linken Niere und der Bauspeicheldrüse. Durch den Abwehrkampf zog sich die damals 28-Jährige auch Verletzungen an den Händen und Fingern zu.

Vater handelte aus Eifersucht

Im Verlauf der Tat soll der Vater seine Tochter auch bespuckt und ihr gedroht haben, sie aufzuschlitzen. Er liess erst von seinem Opfer ab, als die von Dritten aufgrund des Lärms in der Wohnung alarmierte Polizei eintraf.

Laut Staatsanwaltschaft handelte der Vater aus Eifersucht, um sich an der Tochter für ihre Tätigkeit als sogenanntes Sugarbabe – das sind junge Frauen, die sich für Geld und Geschenke als Freundinnen von reichen Männern andienen – zu rächen.

Auch des mehrfachen Inzests angeklagt

Angeklagt wird der Mann auch wegen mehrfachen Inzests. Zwischen dem Vater und seiner Tochter soll während fast sieben Jahren eine einvernehmliche inzestuöse Beziehung bestanden haben. Aus dieser verbotenen Liebesbeziehung zwischen Vater und Tochter wurde 2014 ein Sohn geboren.

Ihre Anträge zum Strafmass wird die Staatsanwaltschaft erst an der Verhandlung stellen. Dem beschuldigten Vater droht wegen versuchten Mordes eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Das vom Gesetz vorgegebene Strafmass für Mord beträgt mindestens zehn Jahre und kann bis zu lebenslänglich erstreckt werden. Das Gericht kann aber aufgrund des beim Versuch gebliebenen Straftatbestandes eine mildere Strafe aussprechen. Dem Deutschen droht zudem ein mehrjähriger obligatorischer Landesverweis.

Ruggero Vercellone, Freier Mitarbeiter March24 & Höfe24