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Sport
05.01.2022

Wendy Holdener fährt knapp am Podest vorbei

In Zagreb  verpasst Wendy Holdener das Podest knapp.
In Zagreb verpasst Wendy Holdener das Podest knapp. Bild: Keystone
Wendy Holdener verpasst im Weltcup-Slalom in Zagreb das Podium knapp. Die Schwyzerin wird im von der Slowakin Petra Vlhova gewonnenen Rennen Vierte.

Die Konstanz hat wegen der komplizierten, durch Knochenbrüche an beiden Händen beeinträchtigten Vorbereitung nicht gelitten. Wendy Holdener hat auch im fünften Slalom des Winters eine Klassierung erreicht, die einer Fahrerin aus dem Kreis der Besten gerecht wird. Siebte, Vierte, Dritte, Fünfte – und nun wieder Vierte. Doch die Schwyzerin will mehr. «Vierte zu werden ärgert immer. Ich selber will ja irgendwo anders sein. Ich nehme das Gute mit, und den Rest versuche ich zu verbessern.» Analysieren, abhaken und nach vorne schauen – die nächsten Chancen zur Steigerung kommen im Slalom bald, am Sonntag inKranjska Gora in Slowenien und am Dienstag in Flachau im Salzburgerland.

Die derzeit Besten waren auch bei solchen Bedingungen die Stärksten. Petra Vlhova entschied das Duell gegen Mikaela Shiffrin mit einer halben Sekunde Vorsprung für sich – zum dritten Mal in Sljeme. 

Pinis neue Wege

Die überzeugenden Auftritte von Petra Vlhova, die vier der fünf bisherigen Weltcup-Slaloms dieses Winters gewonnen hat, sind auch das Ergebnis des guten Einvernehmens mit dem neuen Cheftrainer Mauro Pini in ihrem Privatteam, das mit 15 Mitgliedern eine stattliche Grösse erreicht hat. Der Tessiner geht neue Wege, von denen Petra Vlhova nicht nur als Skirennfahrerin, sondern auch als Mensch profitiert. Pinis Philosophie in der Trainingsgestaltung und im Umgang mit der Athletin unterscheidet sich deutlich von der seines Vorgängers Livio Magoni, mit dem Petra Vlhova die Zusammenarbeit am Ende des vergangenen Winters nach fünf (erfolgreichen) Jahren beendet hat.

Mit Pini an der Seite ist Vlhova nicht mehr bloss Befehlsempfängerin, wie sie es unter der Führung von Magoni war. Der Tessiner legt Wert auf die Meinung seiner Athletin. Es findet ein Gedankenaustausch statt. Das Einseitige und Zermürbende, streng von Magoni durchgeplant und eingefordert, gibt es nicht mehr. Vlhova hebt die gute Stimmung in ihrem Team hervor. Es ist ihr anzusehen, dass sie sich wohlfühlt. Dass sich in ihrer Gedankenwelt nicht alles um den Rennsport dreht, hat etwas Entkrampfendes. Der neue Chefcoach tut ihr gut.

sda