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Sport
23.11.2021

Djuse ist immer besser in Form

Lakers-Verteidiger Emil Djuse setzt sich gegen Zugs Livio Stadler an der Bande durch.
Lakers-Verteidiger Emil Djuse setzt sich gegen Zugs Livio Stadler an der Bande durch. Bild: Keystone
Den Schweden Emil Djuse haben die SC Rapperswil-Jona Lakers als Leader in der Verteidigung verpflichtet.

Keiner steht bei den SCRJ Lakers häufiger auf dem Eis als Emil Djuse. 21 Minuten und 39 Sekunden ist der Verteidiger in der laufenden Saison bisher im Schnitt pro Partie eingesetzt worden. Das sind über mehr zwei Minuten mehr als der Teamkollege mit der zweitmeisten Eiszeit, Roman Cervenka. «Ich mag es, viel zu spielen, und ich mag diese Rolle, die ich hier habe», sagt Djuse. Es sei für sein Spiel besser, wenn er oft ins Geschehen involviert sei. «Das brauche ich für meinen Rhythmus.» Seinen Rhythmus hatte der 28-jährige Schwede noch nicht, als die Meisterschaft im September startete. Weil er in der Vorbereitung angeschlagen gewesen war, war er für die Testspiele geschont worden, hatte nur eines von sieben bestritten. Entsprechend schwer tat er sich in den ersten Wochen der Meisterschaft. Sein Timing und Stellungsspiel stimmten nicht immer, risikoreiche Pässe landeten beim Gegner. Djuse verschuldete so den einen oder anderen Gegentreffer mit. «Ich hatte noch nicht zu meinem Spiel gefunden und wollte in manchen Situationen zu viel», war er mit sich selbst nicht zufrieden.

Von der höchsten schwedischen Spielklasse zur AHL

Seit rund einem Monat scheint sich Djuse auf dem Eis wohler zu fühlen. «Absolut», bestätigt er, «ich spiele besser, ich treffe bessere Entscheidungen und ich nütze meine schlittschuhläuferischen Fähigkeiten.» Mit einem deutlich stärkeren Djuse, ihrem designierten Verteidigungsminister, der auch seine Qualitäten als Blueliner immer besser zur Geltung bringt, setzten die Lakers zu einer Serie an. Diese wurde nach sieben Siegen erst am vergangenen Samstag vom SC Bern beendet.

Der aus Östersund stammende Emil Djuse hat in den letzten Jahren einige Spielsysteme kennengelernt. Und auch einige Länder und Ligen. Nachdem er sich in der höchsten schwedischen Spielklasse bei Frölunda, MODO und vor allem in den drei Jahren bei Skelleftea zu einem Topverteidiger entwickelt hatte, wagte er im Sommer 2019 als ungedrafteter Spieler den Schritt nach Übersee. Die Dallas Stars nahmen ihn unter Vertrag. In der NHL zum Einsatz kam Djuse aber nicht. Er wurde in die American Hockey League (AHL) geschickt, wo er nach 48 Spielen für die Texas Stars Ende Februar 2020 zu den Florida Panthers getradet wurde. Nach den ersten fünf Einsätzen in deren Farmteam Springfield Thunderbirds kam Corona, was nach mehreren Wochen der Warterei schliesslich zum Abbruch der AHL-Saison führte.

«Ich mag es, viel zu spielen, und ich mag diese Rolle, die ich hier habe.»
Emil Djuse, Verteidiger der SCRJ Lakers

In der Schweizer Liga sieht er seine Familie jeden Tag

Djuse wechselte daraufhin in die Kontinental Hockey League (KHL). Dort absolvierte er die zurückliegende Spielzeit – auch diese war durch die Pandemie tangiert – für Spartak Moskau. Als im Frühling das Angebot der SCRJ Lakers kam, war für den Schweden rasch klar, dass seine nächste Station in der Schweiz sein würde. Zumal diese zwei Landsmänner als Coaches verpflichtet hatten. Bert Robertsson, der Assistent von Stefan Hedlund, war schon in Djuses Zeit bei Skelleftea sein Trainer. «Es hilft, dass ich die Coaches schon kannte. Mir gefällt es, wie sie Eishockey spielen wollen, und ich fühle mich wohl dabei.»

Djuse geniesst auch die Vorzüge der Schweizer Liga, in der alle Auswärtsspielreisen per Bus gemacht werden können. «Ich kann nun jede Nacht in meinem Bett schlafen und ich sehe meine Familie jeden Tag.» Dies war in den Saisons davor nicht der Fall, seitdem Emil Djuse und seine Frau Marie Eltern sind. Töchterchen Nellie kam im Sommer 2019 zur Welt.

Comeback im Nationalteam

So genoss es der 28-Jährige auch, dass die Lakers am Samstag und Sonntag für einmal ein spielfreies Wochenende hatten. «Diese kleine Pause taten dem Kopf und dem Körper gut», sagt er. Er betont aber, dass er sich absolut frisch fühlt, auch wenn er seit Saisonbeginn bereits 28 Pflichtspiele absolviert hat. Drei davon waren in der vorletzten Woche für das schwedische Nationalteam, das in Finnland gegen Tschechien, Russland und den Gastgeber souverän den Karjala Cup gewann. Für Djuse, den früheren U20-WM-Teilnehmer, waren es nach bald dreijährigem Unterbruch die A-Länderspiele 9 bis 11.

Kein Nachlassen der Lakers trotz 5.Tabellenrang

Dass die Siegesserie der Lakers beim 2:3 am Freitag gegen Bern riss, gefiel Djuse zwar nicht, aber: «Davor hatten wir einen ziemlich guten Lauf. Wir können zufrieden damit sein, was wir bisher geleistet haben.» Der 28-Jährige weiss natürlich, dass damit noch nichts erreicht ist. Und er weiss auch, dass sich die SCRJ Lakers trotz ihres überraschenden 5. Tabellenranges kein Nachlassen erlauben können.

«Nun haben wir in dieser Woche drei neue Gelegenheiten, um drei weitere Siege einzufahren», sagt Djuse, «und ich hoffe, wir können alle drei nützen.» Die erste dieser Gelegenheiten ergibt sich für den SCRJ am Dienstagabend. Er tritt beim Tabellenvorletzten, den SCL Tigers, an.

Bernhard Camenisch, Linth-Zeitung / Redaktion March24 & Höfe24