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22.11.2021

Die SBB will den Bahnhof Wädenswil ausbauen

Aufgrund der steigenden Anzahl Reisender bauen die SBB den Bahnhof Wädenswil aus.
Aufgrund der steigenden Anzahl Reisender bauen die SBB den Bahnhof Wädenswil aus. Bild: Patrick Gutenberg
Die SBB möchten den Bahnhof Wädenswil vergrössern. Das bringt Verbesserungen für Reisende. Und es hat Folgen für den Busverkehr und den Güterschuppen.

Besonders zu den Stosszeiten sind die engen Platzverhältnisse auf den Perrons des Bahnhofs Wädenswil spürbar. Täglich wird der Bahnhof Wädenswil von rund 20 000 Reisenden benutzt, wie die SBB in einer Medienmitteilung schreiben. Und die Tendenz steigt. Prognosen würden davon ausgehen, dass die Zahl der Bahnnutzer mittelfristig um ein Drittel zunehme.

Damit die Reisenden in Zukunft gut und sicher aneinander vorbeikommen, planen die SBB einen 125 Millionen Franken teuren Ausbau des Bahnhofs Wädenswil. Das ist schon länger bekannt. Doch nun suchen sie für die detaillierte Planung des Projekts ein Planungsbüro und haben dafür einen Wettbewerb ausgeschrieben. Eine Jury wird voraussichtlich Ende 2022 den Gewinner bestimmen. Die Realisierung des Projekts erfolgt voraussichtlich ab dem Jahr 2027 und wird rund sechs Jahre dauern. Die Projektverfasser sollten hauptsächlich Lösungen finden, wie sich der Ausbau am besten in die Umgebung einbetten lasse, sagt Reto Schärli, Mediensprecher der SBB. Städtebauliche, verkehrstechnische und denkmalpflegerische Aspekte müssten berücksichtigt werden.

«Die Projektverfasser sollten hauptsächlich Lösungen finden, wie sich der Ausbau am besten in die Umgebung einbetten lässt.»
Reto Schärli, Mediensprecher der SBB

Perrons werden breiter

Klar ist für die SBB schon jetzt, wie die bestehende Perronanlagen des Bahnhofs erweitert werden sollen: Das bergseitige Perron 1/9 wird verlängert und verbreitert. Das Mittelperron Gleis 2/3 wird ebenfalls breiter. Dadurch profitieren die Reisenden von mehr Platz. Dank einem längeren Dach können sie sich zudem auch bei Regenwetter über die ganze Perronlänge verteilen. Höhere Perrons sollen ein stufenfreies Ein- und Aussteigen ermöglichen. Und auch die Treppen- und Rampenzugänge der bestehenden Personenunterführungen werden behindertengerecht angepasst.

Die Unterführung Merkurstrasse, die der Stadt gehört, soll laut SBB erhalten bleiben. Sie soll zwar noch den Zugang zum See gewähren, aber nicht mehr zu den Perrons. Dafür erstellen die SBB eine neue Personenunterführung südlich der Unterführung Merkurstrasse, die künftig alle Perrons der SBB und der SOB verbindet.

Wie die Gleise in Zukunft genutzt werden sollen, haben die SBB bereits erarbeitet. Das heutige Gleis 3 wird entfernt, und das Gleis 4 wird zu einem Multifunktionsgleis umgebaut. Züge können dort halten, durchfahren oder andere Züge vorbeilassen. Die Züge in Richtung Zürich verkehren künftig ab Gleis 1 und in Richtung Pfäffikon ab Gleis 2.

Eigenes Land nutzen um mehr Platz zu schaffen

Neuerungen bringt der Ausbau auch für die Reisenden der SOB mit sich. Denn diese erhält ein neues Gleis 8, das mit einem bergseitigen Aussenperron erschlossen wird. Aber auch vom heutigen Gleis 9 werden zukünftig Züge der SOB abfahren. Ein mühsamer Perronwechsel bleibt den Reisenden nach Zürich dann erspart.

Für die breiteren Perrons und die Gleise benötigen die SBB in der Breite mehr Platz. Dafür werden sie das eigene Land nutzen. Dieses befindet sich neben dem Bahnhofsgebäude, im Bereich, wo heute die Parkplätze und der Güterschuppen sind. «Die Bahnhofstrasse wird dadurch schmaler», sagt Reto Schärli. Das habe Auswirkung auf die Parkplatzsituation und auf den Busverkehr.

«Der Aus- und der Umbau des Bahnhofs ist für die Stadt Wädenswil bedeutend.»
Philipp Kutter, Stadtpräsident Wädenswil

Baubeginn frühestens 2027

Besonders viel Wert lege die Stadt auf mehr Sicherheit und kurze Wege für die Pendlerinnen und Pendler. Ebenso habe die Stadt ein Auge darauf, wie der Bahnhofplatz für alle Verkehrsteilnehmer erschlossen sein werde. Genügend Parkplätze, Velo- und andere Zweiradabstellmöglichkeiten sowie ausreichende Kapazitäten für Busse seien zu berücksichtigen. Und schliesslich gelte es, die Auswirkungen auf die Umgebung zu beachten, zum Beispiel auf den Seeplatz. «Der Erhalt der Unterführung Merkurstrasse ist uns wichtig», sagt Stadtpräsident Philipp Kutter. Denn dieser ermöglicht, dass Fahrzeuge auf den Seeplatz fahren können.

«Der Aus- und der Umbau des Bahnhofs ist für die Stadt Wädenswil bedeutend», sagt Kutter und fügt hinzu, «er wirkt sich auch auf den öffentlichen Raum und auf das Verkehrsmanagement im Ortszentrum aus.» In die weitere Projektierung werde die Stadt ihre Anliegen einbringen.

Dorothea Uckelmann, Zürichsee-Zeitung / Redaktion March24 & Höfe24