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Sport
20.11.2021
19.11.2021 10:11 Uhr

Schweizer Bobfahrer sind bereit für das Olympiarennen

Mit voller Kraft Richtung Olympia: Der Wangner Bobpilot Michael Vogt hat ein grosses Ziel vor Augen.
Mit voller Kraft Richtung Olympia: Der Wangner Bobpilot Michael Vogt hat ein grosses Ziel vor Augen. Bild: Keystone
Die besten Medaillenchancen dürfen sich etwas überraschend die Frauen ausrechnen. Auch dem Wangner Michael Vogt ist ein Exploit durchaus zuzutrauen.
 

Der Wangner Bobpilot Michael «Michi» Vogt ist mit seiner Vorbereitung auf den Weltcup-Winter zufrieden. Vor allem der erste Kontakt mit derOlympiabahn in China nennt er eine «coole Erfahrung». «Wir haben auch in Winterberg schon sehr gut trainiert und sicher einen Schritt nach vorne machen können.» Auf diese Saison hin hat das Bobteam Vogt keine grossenÄnderungen vorgenommen. «Wenn du so kurz vor den Olympischen Spielen noch etwas ändern willst, ist das sicher kein Vorteil», urteilt Michael Vogt. Was jedoch dazu gekommen ist, ist ein neuer Schlitten. «Mit unserem alten Bob sind wir in Peking zu wenig auf Speed gekommen.» Am Weltcup in Innsbruck wird nun getestet, ob das neue Sportgerät schneller ist. Simon Friedli wird Vogts alten Schlitten fahren. So sind unmittelbare Zeitvergleiche möglich. «So können wir entscheiden, ob wir auf Peking 2022 hin weiter auf den neuen Bob setzen sollen oder zum alten zurückkehren werden.»

Warme Temperaturen stellen Herausforderung dar

Das bisherige Training ist für das Bobteam Vogt in Innsbruck sowohl im Zweierwie auch im Viererbob gut gelaufen. «Ich bin sehr zufrieden und auch zuversichtlich, schnelle Fahrten hinlegen zu können.» Allerdings herrschen in Innsbruck momentan ziemlich warme Temperaturen. «Es wird für uns eine Herausforderung, welchen Kufensatz wir fahren werden.» Das Wettkampfziel für Vogt ist klar: «Wir wollen so schnell als möglich die Olympiaqualifikationerreichen.» Das will er mit viel Freude und Spassam Wettkampf erreichen, es müsse aber nicht um jeden Preis schon in Innsbruck sein. «Es macht keinen Sinn, sich zu früh in der Saison zu verbeissen», weiss Vogt. Im weiteren Verlauf des Winters legt Michael Vogt den Fokus darauf, die Schnelligkeit des Teams noch zu verbessern.

 

Frauen haben realistische Chancen auf Medaille

Die erst 23-jährige Aargauerin Melanie Hasler legte einen rasanten Aufstieg hin. Beim Heim-Weltcup in St. Moritz raste die ehemalige Nachwuchs-Internationale im Volleyball im letztenWinter sensationell auf den 3. Platz im Zweierbob-Rennen – und das nur drei Jahre nach ihrer ersten Fahrt als Pilotin. Dass sie auch die neue und äusserst anspruchsvolle Olympiabahn in China bereits bestens im Griff hat, bewies sie im Oktober zum Abschluss der internationalen Trainingswochen mit einem 2. Rang im Testrennen mit dem Monobob (ohne Anschieberin).

Mit Martina Fontanive haben die Schweizerinnen sogar ein zweites Eisen im Feuer. Die 35-jährige Zürcherin kämpfte in den letzten Jahren mit Verletzungsproblemen, deutete ihre Klasse aber gerade in St. Moritz mit einem 3. (Monobob) und 5. (Zweier) Platz an. An der WM in Altenberg fuhren sowohl Hasler als auch Fontanive in die Top Ten.

Für eine Olympia-Selektion benötigen sie je noch drei Top-8-Plätze im Weltcup, egal mit welchem Schlitten. Der Haken: Im Monobob erhalten nur die besten vier Nationen zwei Startplätze. Zwei dürften an Deutschland und die USA vergeben sein, um die restlichen beiden kämpfen wohl Kanada, Russland und die Schweiz. Fontanive verpasste bereits die Spiele 2018 in Südkorea im internen Duell gegen die mittlerweile zurückgetretene Sabina Hafner knapp.

Franz Feldmann, Redaktion March 24 und Höfe 24