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Sport
17.11.2021

Knappe Niederlage für Tuggen im ersten Kampf

Roman Ulrich (blau) besiegte den ehemaligen Spitzenringer Christoph Feyer knapp.
Roman Ulrich (blau) besiegte den ehemaligen Spitzenringer Christoph Feyer knapp. Bild: zvg
Im ersten Duell um NLB-Bronze lieferten sich die Ringerriege Tuggen und die Ringerstaffel Sense ein auf Biegen und Brechen geführtes Duell. In Schmitten zeigten die Tuggner den wohl bisher stärksten Kampf, seit sie in der NLB vertreten sind. Trotz totalem Einsatz unterlagen aber die Märchler dem Favoriten knapp.

Es war allen Beteiligten klar: Um den grossen Favoriten zu schlagen, musste bei der Ringerriege Tuggen alles zusammenpassen. Die Märchler liessen sich von den zwei klaren Kanterniederlagen in der Vorrunde gegen das extrem stark bestückte Freiburger Ringerteam nicht einschüchtern. Im Gegenteil, die Mannen vom Coachingduo Ueli Bamert und Simon Helbling reizten gleich mehrfach das Maximum aus, um sich eine realistische Siegeschance wahren zu können. Für die optimale Aufstellung machte das halbe Team Gewicht und man pokerte auf mehreren Gewichten extrem.

Ringerische Augenweide

Aber auch Sense stand diese Saison so stark wie noch nie und zauberte dazu den Einsiedler NLA-erprobten Doppellizenzringer Dani Kälin und den Ex-Internationalen Christoph Feyer auf die Matte. Was die gut 100 Zuschauer in Schmitten dann zu sehen bekamen, war eine ringerische Augenweide. Die Athleten beider Teams gaben alles. Technische Finessen, taktisches Kalkül, knallharter Kampf und hitzige Emotionen wechselten sich munter ab und sorgten für tolle Stimmung.

Wechselbad der Gefühle

Den Beginn läuteten bis 57 kg Esmat Hosseini und der Einsiedler Leihringer Dani Kälin ein. Zu Beginn rang der junge Tuggner noch munter mit, ehe er vom Routinier eiskalt erwischt und geschultert wurde. Im Schwergewicht hatte Murat Argin die Aufgabe, den extrem starken Greco-Ringer Matthias Käser zu entschärfen. Doch Argin kam mit der knallharten, frontalen Gangart seines Gegners überhaupt nicht zurecht. Ansätze für Angriffe waren da, doch Argin kam nicht durch. Im Gegenteil: Der sonst so agile Routinier musste sich immer wieder aus dem Ring drängen lassen und verlor ohne Punktgewinn. Der erste Tuggner Poker stach nicht.

Erster Schultersieg für Tuggen

Hingegen stach bis 61 kg Fritz Reber zu. Der Vorderthaler hatte gegen Melvin Feyer zuerst grosse Probleme, das Gewichte machen zerrte an den Kräften. Doch zu Beginn der zweiten Hälfte überrumpelte Reber seinen Gegner am Boden und bescherte den Tuggnern einen ersten Schultersieg. Bis 97 kg zeigte Dominik Streiff einen seiner besten Kämpfe überhaupt. Gegen den amtierenden Schweizer Meister Michael Nydegger war Streiff stets der bestimmende Mann und rang seinem Gegner Punkt um Punkt ab. Auch wenn er selber auf umstrittene Art auch noch Punkte abgeben musste, war der Sieg des Tuggner Teamkapitäns mehr als verdient.

Minimaler Rückstand bis zur Pause

Auch Jonas Müller rang ein Gewicht tiefer als üblich. Müllers Aufgabe war bis 65 kg dem Spitzen-Freistilringer Ronan Feyer irgendwie Punkte abzuzwacken. In der ersten Hälfte machte Müller dies enorm gut und ging mit nur einem minimen Rückstand in die Pause. Doch in Runde zwei wurde Müller von den blitzschnellen Angriffen seines Gegners immer wieder erwischt und nur wenige Sekunden vor Schluss noch ausgepunktet. So hiess es zur Pause 11:7 für Sense.

Bruno Flück (blau) zeigte einen guten Kampf, zog gegen Benno Jungo am Schluss aber den Kürzeren. Bild: zvg

Ausgeglichene Kampfbilanz

Bruno Flück leistete für seine Kameraden eine enorme Willensleistung und rang eine Gewichtsklasse tiefer. Bis 86 kg traf er auf den zweifachen Schweizer Meister Benno Jungo. Flück zeigte einen sehr starken und überlegten Kampf. Zuerst gab der Märchler wegen Passivität einen Punkt ab, holte diesen in der zweiten Hälfte aber wieder auf. Die Schlüsselszene war, als Flück eine blitzsaubere Viererwertung nicht gegeben wurde. Danach war beim Märchler die Luft irgendwie raus und er musste nach Punktverlusten am Schluss noch als Verlierer von der Matte. Auch Adrian Ulrich und Jonas Schwaller rangen eine Gewichtsklasse tiefer als üblich. Bis 70 kg kam der Märchler mit diesem Umstand aber deutlich besser zurecht. Ulrich war voll bereit und überfuhr den Kaderringer total mit explosiven Würfen und schnellen Reaktionen. Ein erster Schultersieg wurde dem Tuggner noch vorenthalten, aber beim zweiten Mal liess Ulrich den Freiburger nicht mehr entrinnen.

Mit Verletzung weitergekämpft

Bis 80 kg kam Roman Ulrich in den Genuss von alter internationaler Härte. Sein Gegner war der ehemalige Spitzenringer Christoph Feyer. Ulrich hatte keine Angst vor dem grossen Namen und es ergab sich ein intensiver Abnützungskampf. Leider verletzte sich Ulrich bei einer Bodenaktion seines Gegners am Knie. Trotzdem kämpfte der Tuggner verbissen bis zuletzt um jeden Punkt. Dies lohnte sich: Beim Schlussstand von 3:3 ging Ulrich als Sieger hervor, da er den letzten Punkt markierte.

Sieg ohne nenneswerte Gegenwehr

Bis 75 kg Freistil war Matus Kusin mental überhaupt nicht bereit für den Kampf. Der Freiburger Jan Faller liess sich nicht zweimal bitten und punktete den Tuggner ohne nennenswerte Gegenwehr aus. Da machte es Teamsenior Sergyi Sirenko bis 75 kg Greco um einiges besser. Sirenko hielt im letzten Kampf des Abends den stürmischen Angriffen des Kaderringers Noah Schwaller entgegen und holte sich mit seiner grossen Routine und Kampfgeist einen knappen Punktesieg.

Rückkampf am kommenden Samstag

So endete das erste Duell zwischen den beiden Mannschaften mit einem 21:16-Sieg für das Heimteam Sense. Obwohl die Kampfbilanz von 5:5 Siegen ausgeglichen war, wirkten sich die schlechteren Punkteresultate einzelner Kämpfe negativ für die Märchler aus. Die Entscheidung für die Medaillen fällt am kommenden Samstag. Die Tuggner empfangen ihre Gegner in der Mehrzweckhalle Gutenbrunnen in Schübelbach zum Rückkampf.

Hansruedi Ulrich, freier Mitarbeiter