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Sport
23.09.2021

Die Innerschweizer sind am Kilchberger in Lauerstellung

Reto Nötzli
Reto Nötzli Bild: Albert René Kolb
Am Samstag findet mit dem Kilchberger Schwinget der Saisonhöhepunkt der Schwinger statt. Die Innerschweizer Schwinger mit dem Pfäffiker Reto Nötzli und Adrian Steinauer (Vorderthal) zählen nicht zu den Topfavoriten.

Am Samstag ist es endlich so weit. Nach zahlreichen Kantonal-, Bergkranz- und Teilverbandsfesten findet am Zürichsee der grosse Saisonhöhepunkt der Schwinger statt. Der Kilchberger Schwinget ist das exklusivste Fest im ganzen Schwingkalender. Nur die besten 60 Sägemehlathleten der Schweiz dürfen sich auf dem Gutshof «Uf Stocken » miteinander messen. 6000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden das Geschehen live vor Ort mitverfolgen, das Schweizer Fernsehen überträgt den Eidgenössischen Anlass während des ganzen Tages.

Ausserschwyzer Sieg letztmals vor über 30 Jahren

Der Kilchberger Schwinget wird ein Anlass der Superlative. Wer das Fest gewinnt, steigt in einen sehr exklusiven Kreis auf. Ein Sieg am Kilchberger ist fast so hoch, wenn nicht gar höher einzuschätzen als jener am Eidgenössischen Schwingfest, wo der Königstitel vergeben wird. Einzig dem Winterthurer Karl Meli gelang es, das nur alle sechs Jahre stattfindende Fest zweimal zu gewinnen. Auf der Siegerliste findet sich mit dem Galgener Eugen «Geni» Hasler auch ein Ausserschwyzer Name. Er gewann das Fest 1990. Es war gleichzeitig der letzte Innerschweizer Sieg am Kilchberger Schwinget.

Wicki der grosse Trumpf

Nur wenig deutet darauf hin, dass sich dies am Samstag ändern könnte. Die grossen Favoriten kommen in diesem Jahr nicht aus dem Lager des ISV. Der grösste Trumpf ist der Luzerner Joel Wicki. Hinter Wicki ist auch seinem Kantonalverbandskollegen Sven Schurtenberger etwas zuzutrauen. Der Rothenthurmer Christian Schuler hat in diesem Jahr bereits sieben Kränze und zwei Feste gewonnen. Damit aber der Sprung nach vorne gelingt, muss bei Schuler alles zusammenpassen. Nichtsdestotrotz ist er hinter den beiden Luzerner der drittstärkste ISV-Schwinger am Kilchberger.

Nötzli: Abhängig vom Feststart

Hinter den drei Genannten klafft eine grosse Lücke im Innerschweizer Verband. Die Schwyzer Fahne halten neben Schuler Mike Müllestein, Reto Nötzli und Adrian Steinauer hoch. Müllestein bestritt nach krankheitsbedingter Absenz nur vier Schwingfeste, holte aber jedesmal den Kranz.Reto Nötzli startete stark in die neue Saison. Beim Stoos-Schwinget erreichte der Pfäffiker Turnerschwinger den dritten Platz, auf dem Weissenstein war er lange auf Schlussgangkurs. Zuletzt musste er jedoch untendurch. Letztmals holte er den Kranz am Zuger Kantonalen Mitte August im letzten Kranzrang. Danach ging er am Luzerner Kantonalen leer aus. Zudem verpasste er den Kranz beim Schwyzer Kantonalen. Zu Buche stehen in seiner Bilanz fünf Kränze. Bei Nötzli ist viel abhängig davon, wie er ins Fest startet. Beginnt er am Samstag gut, kann er die eine oder andere Überraschung schaffen und vielleicht einem Favoriten ein Bein stellen. Wenn nicht, könnte der Tag schon vor dem 6. Gang zu Ende sein. Der vierte Schwyzer im Einsatz ist der für den Schwingklub Einsiedeln schwingende Vorderthaler Adrian Steinauer. Der 30-jährige Märchler holte in dieser Saison wie Nötzli fünfmal Eichenlaub, nämlich am Innerschweizer, Schwyzer, Urner, Freiburger und Luzerner.

Adrian Steinauer Bild: Keystone

Wenig Druck und Erwartungen

Nicht allzu viel deutet also daraufhin, dass die Innerschweizer erstmals seit 1990 wieder am Kilchberger triumphieren. Dementsprechend haben die ISV-Athleten auch weniger Druck und Erwartungshaltung, was zum grossen Vorteil werden könnte. Denn abgerechnet wird am Samstagabend.

Lars Morger, Redaktion March 24 und Höfe 24