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20.09.2021

Ein Drittel der Wirtinnen und Wirte kontrolliert nicht

Nicht alle Ausserschwyzer Restaurants, Cafés und Bars kontrollieren das Zertifikat ihrer Gäste.
Nicht alle Ausserschwyzer Restaurants, Cafés und Bars kontrollieren das Zertifikat ihrer Gäste. Bild: Keystone
Die erste Woche mit Zertifikatspflicht ist vorüber. Wie gut wird diese in den Ausserschwyzer Restaurants, Cafés und Bars eingehalten? Mittels Umfrage wollten wir ausserdem von diesen Betrieben wissen, ob sie das Zertifikat sehen möchten.

Seit einer Woche gilt für Restaurants, Bars, Cafés, Konzerte, Theater, Sportanlässe, Casions, Museen, Musikproben und weitere Bereiche eine Zertifikatspflicht. Im Kanton Schwyz wird die Einhaltung in der Gastronomie von der Kantonspolizei und alle weiteren Einrichtungen und Betriebe vom Arbeitsinspektorat kontrolliert. David Mynall, Sachbearbeiter Kommunikation der Kantonspolizei Schwyz, bestätigt, dass vergangene Woche Kontrollen stattgefunden haben. Es seien auf dem ganzen Kantonsgebiet Kontrollen durchgeführt worden. Dabei ginge die Polizei mit Augenmass vor. «Ziel ist es, mit Sensibilisierung und wo nötig mit Abmahnungen das korrekte Verhalten zu erzielen», so Mynall. Doch wer sich den Vorschriften widersetze, müsse mit einer Busse oder bei Betrieben mit einer Anzeige rechnen. 

46 Prozent fragen nach dem Zertifikat

Wie eine Umfrage dieser Zeitung in Zusammenarbeit mit den Portalen March24 und Höfe24 zeigt, sind es nicht wenige Gastrobetriebe in Ausserschwyz, die auf eine Kontrolle verzichten. Von 53 teilnehmenden Geschäftführern von Gastrobetrieben geben 36,5 Prozent an, ihre Gäste nicht zu kontrollieren. Das ist mehr als ein Drittel aller Befragten. 5,8 Prozent der Befragten bewirten ihre Gäste nur draussen und 11,5 Prozent sind sogar so weit gegangen, ihren Betrieb aufgrund der Zertifikatspflicht zu schliessen. Gewisse Betriebe überlegen sich noch, das Restaurant/Café oder ihre Bar zu schliessen, wenn das Wetter für die Bewirtung draussen nicht mehr stimmt. 

Auf der anderen Seite sind es 46,1 Prozent der befragten Wirtinnen und Wirte, die gemäss eigenen Angaben ihre Gäste kontrollieren. 46,2 Prozent sagen, dass sie, wer kein Zertifikat hat, nach Hause schicken. Von jenen, welche eine Kontrolle durchführen, gaben 23,3 Prozent an, darüber hinwegzusehen, wenn jemand kein Zertifikat vorweisen kann. Wie David Mynall sagt, weiss die Polizei von gewissen Wirten, «die bereits angekündigt haben, dass sie sich der Zertifikatspflicht widersetzen wollen».  

Hier findest du die Ergebnisse der Web-Umfrage

Schutzkonzepte anpassen müssen

Über den Umfang der Kontrolltätigkeit, Bussen und Verzeigungen der Polizei will David Mynall keine Angaben machen. In anderen Kantonen ist die Polizei auskunftsfreudiger. So wurden etwa im Kanton Zürich 600 Betriebe von Polizisten kontrolliert, wie die «NZZ» berichtet. Drei Betriebe seien verzeigt und zwei Gäste gebüsst worden. Für die Kontrolle aller Betriebe ausserhalb der Gastronomie ist im Kanton Schwyz das Arbeitsinspektorat zuständig. Hier werden alle Betriebe, also zum Beispiel Fitnessstudios oder Museen, eins nach dem anderen kontrolliert, wie Erich Steinauer vom Amt für Arbeit mitteilt. Zu Verzeigungen oder Bussen sei es aber noch nicht gekommen. «Bei wenigen Fitnesscentern mussten Anpassungen gemacht werden», so der Arbeitsinspektor. 

Über die Hälfte der Betriebe erwartet Einbussen

In unserer Umfrage wollten wir von den Wirtinnen und Wirten auch wissen, ob sie für ihren Betrieb Einbussen erwarten aufgrund der Zertifikatspflicht. Hier gaben 55,6 Prozent der befragten an, dass sie Einbussen erwarten, für immerhin 43,5 Prozent hat die Einführung der Zertifikatspflicht keinen Einfluss. Fünf Prozent gaben an, noch nicht abschätzen zu können, ob die neue Regelung Einbussen für sie haben wird.

Die Umfrage zeigt, wie gespalten die Gastronominnen und Gastronomen sind. Entsprechen unterschiedlich waren dann auch die Kommentare bezüglich Zertifikatspficht: von «aufhören mit dem Mist!» bis zu «geht impfen!» ist alels dabei. Ein Wirt respektive eine Wirtin, die anonym bleiben möchte, findet die Zertifikatsflicht «ein Witz». Solange im Öffentlichen Verkehr keine Massnahmen getroffen würden, «scheint mir eh jede weitere Massnahme sinnlos». Schliesslich hätten sich die Restaurants immer vorbildlich gezeigt. 

Anouk Arbenz, Redaktion March24 und Höfe24