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Kanton
09.09.2021

Wohneigentum in Ausserschwyz wird noch teurer

Preiswerte Wohnungen findet man in Ausserschwyz kaum mehr.
Preiswerte Wohnungen findet man in Ausserschwyz kaum mehr. Bild: Pixabay
In den Ausserschwyzer Bezirken ist Wohneigentum für viele unerschwinglich geworden. Vor allem Wollerau, Freienbach und Feusisberg bilden eigentliche Hotspots, gefolgt von Lachen und Altendorf.

Die Immobilienmärkte bleiben im Kanton Schwyz heiss umkämpft – das Angebot an Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern ist knapp, die Preise sind im vergangenen Jahr noch einmal markant gestiegen. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich im Mietwohnungsbereich feststellen. Die aktuelle Preisdynamik ist aussergewöhnlich.

Objekte gehen unter der Hand weg

Schweizweit ist mit einer durchschnittlichen Preissteigerung von 6,8 Prozent bei Stockwerkeigentum und 6,3 Prozent bei Einfamilienhäusern zu rechnen. Patrick Schnorf, Partner und Mitglied des Verwaltungsrates beim Zürcher Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner AG, rechnet im Kanton Schwyz mit einer Preissteigerung von gut 7,5 Prozent, wobei diese in der Zürichsee-Region durchaus 10 Prozent betragen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Objekte gar nicht mehr auf den freien Markt gelangen, sondern unter der Hand weggehen – das heisst innerhalb des Freundeskreises oder der Familie. «Für den Kanton Schwyz rechne ich damit, dass 30 bis 50 Prozent der Objekte gar nicht mehr auf dem Markt auftauchen», so Schnorf. Diese Entwicklung hat sich vor allem in Ausserschwyz verstärkt.

Gute wirtschaftliche Bedingungen

Die Nähe zu den Wirtschaftszentren wie Zürich, Luzern und Zug, das steuerlich günstige Umfeld und der landschaftliche Reiz tragen laut Schnorf zur Attraktivität des Kantons und vor allem der Ausserschwyzer Bezirke bei. Allerdings ist der Immobilienmarkt auch im Kanton Schwyz keineswegs homogen – so dass Patrick Schnorf bevorzugt von «Märkten» spricht.

Vor allem die Höfner Regionen Wollerau und Feusisberg stechen im zweiten Quartal 2021 hervor. Hier ist mir einem Angebotspreis für Wohneigentum von 12'000 Franken und mehr pro Quadratmeter zu rechnen. «In Wollerau sind auch 20'000 Franken pro Quadratmeter keine Seltenheit», erläutert Patrick Schnorf. In Lachen, aber auch Ingenbohl und Küssnacht bewegen sich die Angebotspreise zwischen 10'000 und 12'000 Franken pro Quadratmeter.

Allerdings gibt es auch ländliche Regionen, zum Beispiel in Muotathal, wo Eigentumswohnungen unter 8'000 Franken pro Quadratmeter zu habensind. In Tuggen bewegen sich die Angebotspreise im Rahmen von 8'000 bis 9'000 Franken, in Wangen zwischen 9'000 und 10'000 Franken. Wohneigentum in Ausserschwyz können sich also praktisch nur noch Personen mit oberen Einkommen leisten.

Ländliche Gemeinden gewinnen an Attraktivität

Neben der aktuellen Preise stechen zwei weitere Entwicklungen hervor: Trotz Home-Office bleiben verkehrstechnisch günstige Lagen begehrt. Pendeln mit dem Auto wird voraussichtlich weiter an Bedeutung zunehmen, längere Arbeitswege bis zu einer Stunde nehmen viele in Kauf. Daneben gewinnen ländliche Gemeinden an Attraktivität – auch eine Folge von Homeoffice. «Bei den Mietwohnungen haben Faktoren wie Geräumigkeit, ein Balkon oder Grünflächen an Bedeutung gewonnen», so Schnorf. Suchabos auf Immo-Portalen würden zudem zeigen, dass eher grössere Wohnungen mit vier oder fünf Zimmern gesucht seien. Bei den Haushaltsformen verzeichnen Wohngemeinschaften das grösste Wachstum – gefolgt von Alleinerziehenden mit Kindern.

Franziska Kohler, Redaktion March24 & Höfe24