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Kanton
07.09.2021
07.09.2021 11:26 Uhr

Streitgespräch über die Vorlage «Ehe für alle»

Carmen Muffler und Alois Gmür sind sich einig: Gleichgeschlechtlichen Paaren soll die Ehe erlaubt werden. Wenn es um die Samenspende geht, gehen die Meinungen auseinander.
Carmen Muffler und Alois Gmür sind sich einig: Gleichgeschlechtlichen Paaren soll die Ehe erlaubt werden. Wenn es um die Samenspende geht, gehen die Meinungen auseinander. Bild: Lars Morger
SP-Kantonsrätin und Fraktionschefin Carmen Muffler und Mitte-Nationalrat Alois Gmür kreuzen im Gespräch um die Vorlage «Ehe für alle», die am 26. September zur Abstimmung kommt, die Klingen. Dabei stellt sich heraus: Die Vorlage müsste vielleicht eher «Kinder für alle» heissen…

Die Pfäffikerin Carmen Muffler (SP-Kantonsrätin) und der Einsiedler Alois Gmür (Die Mitte, Nationalrat) diskutieren über die Vorlage «Ehe für alle», die am 26. September zur Abstimmung kommt. Das Interview, das von Erika Unternährer geführt wurde, ist in den Printzeitungen «March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt» zu lesen.

Alois Gmür ist gegen die Samenspende. Bild: Lars Morger

Carmen Muffler stellt im Gespräch klar, dass es wichtig ist, dass ungeachtet ihrer sexuellen Orientierung allen Menschen erlaubt ist, den Bund fürs Leben zu schliessen. «Es geht um Gleichberechtigung», sagt die Kantonsrätin und Fraktionspräsidentin. Auch Nationalrat Alois Gmür ist dafür, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten und adoptieren dürfen. Gmür ist jedoch generell gegen eine Samenspende. «Ich finde es wichtig, dass Kinder wissen, woher sie kommen», so seine Begründung. Bei der Adoption seien die Kinder schon auf der Welt, bei der Samenspende würden die Kinder «sozusagen produziert». Irgendwann wolle das Kind doch wissen, wer der biologische Vater ist. «Der Samenspender wiederum will aber vom Kind nichts wissen. Da sind Identitätsprobleme vorprogrammiert.»

Carmen Muffler setzt sich für die Gleichberechtigung ein. Bild: Lars Morger

Muffler entgegnet dem, dass die heutige Gesetzesvorlage es vorsieht, dass Kinder das Recht haben zu wissen, wer ihr biologischer Vater ist. Bei der Vorlage «Ehe für alle» würde dasselbe gelten. Sie ist für Sensibilisierung der Menschen, die adoptieren oder eine Samenspende in Anspruch nehmen möchten. «Dies, indem man den Paaren klar macht, dass sie sich auf Fragen betreffend Herkunft vorbereiten müssen und das Problem offen thematisieren.» 

Beide gehen davon aus, dass die Vorlage im Kanton Schwyz angenommen wird.

Ergebnisse der Wochenumfrage zur Vorlage

Link zu den Ergebnissen

Redaktion March24 und Höfe24