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Sport
28.08.2021
27.08.2021 15:26 Uhr

Auf den Spuren der Nötzli-Brüder

Diese vier jungen Männer vertreten den Schwingklub March-Höfe am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag.
Diese vier jungen Männer vertreten den Schwingklub March-Höfe am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag. Bild: Franz Feldmann
Am Sonntag starten vier Schwinger des Schwingklubs March-Höfe am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag in Schwarzenburg.

«So etwas hat es noch nie gegeben », schwärmt Hansruedi Ulrich, seines Zeichens Pressechef des Schwingklubs March-Höfe. Mathias «This» Gemperli, SKMH-Jungschwingerleiter nickt. Der Innerschweizer Schwingverband ISV darf 15 Schwinger im Jahrgang 2004 an den Eidgenössischen Jungschwingertag (ENST) in Schwarzenburg schicken.

Vier davon kommen aus Ausserschwyz. Eine hervorragende Quote. Benjamin Züger (Wangen), Adrian und Alexander Schnellmann (Schübelbach) sind definitiv dabei. David Solenthaler (Wilen) ist zudem als Ersatzmann aufgeboten. «Wir dürfen eine sehr talentierte Truppe nach Schwarzenburg schicken», sagt Gemperli weiter.

Zurückhaltende Erwartungen

Allzu gross sind die Erwartungen an die jungen Schwingtalente aus Ausserschwyz nicht, der Druck aus diesem Grund ebenfalls nicht. Auch die jungen Schwinger selbst stecken die Erwartungen nicht allzu hoch. «Ein Zweig» wäre schön, wie alle sagen.

Einzig Benjamin Züger liebäugelt relativ offen mit einem Spitzenplatz. «Ganz klar träume ich davon, vorne mitmischen zu können», schmunzelt der Wangner. 

Machen es die drei Aussenschwyzer den Nötzli-Brüdern wohl gleich?

Züger, die beiden Schnellmanns oder Solenthaler wären jedoch nicht die ersten SKMH-Athleten, die am Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag brillieren könnten. Bei der ersten Austragung 2006 konnte kein geringerer als der heutige Eidgenosse Reto Nötzli aus Pfäffikon den Jahrgang 1989 gewinnen.

Er besiegte im Schlussgang Kilian Wyss. Drei Jahre später war Retos jüngerer Bruder Bruno (Jahrgang 1992) an der Reihe. Er siegte in Le Mouret im Schlussgang gegen den Nordwestschweizer Lukas Schlachter. Am selben Fest (Jahrgang 1994) stand auch der Märchler Michael Gemperli im Schlussgang, verlor diesen aber.

«Ich verstehe es nicht»

Ein Erfolg an einem Eidgenössischen Nachwuchsschwingertag ist schön, kaufen kann man sich damit aber nichts. So warnt Hansruedi Ulrich auch vor zu grossen Erwartungen und zu grossem Aufsehen: «Ein Eidgenössischer Nachwuchsschwingertag ist zwar etwas Einmaliges für einen jungen Schwinger. Soll die Karriere später weitergehen, wird man als Schwinger aber nicht an Zweigen, sondern an Kränzen gemessen.»

Das ist auch der grosse Trost für David Solenthaler. Der Höfner aus Wilen ist nur als Ersatzschwinger aufgeboten. Das wurmt ihn gewaltig. «Ich verstehe es nicht», sagt er trotzig.

Aber auch er weiss, dass dies kein grosses Hindernis für eine spätere Schwingkarriere darstellt. Und wer weiss? In diesen unsicheren Zeiten kann es noch die eine oder andere Absage geben – und dann käme der Höfner doch zum Handkuss.

 

 

Franz Feldmann und Lars Morger, Redaktion March24 & Höfe24