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Wangen
23.07.2021

Alurohr am Kreuz sorgt für Ärger

 Hinter dem Kreuz  der Silvester-Ausscheller steht eine Mess-Station der  Märchler Delta- und  Gleitschirmvereinigung.
Hinter dem Kreuz der Silvester-Ausscheller steht eine Mess-Station der Märchler Delta- und Gleitschirmvereinigung. Bild: mor
Seit rund drei Jahren betreibt die Märchler Delta- und Gleitschirmvereinigung beim Kreuz auf dem Gschwändbügel oberhalb Galgenen eine Messstation. Pater Josef Vögtli aus Nuolen stört sich daran.

Nahe der Ruchweid ob Galgenen steht ein beschriftetes Holzkreuz. Hinter dem Vertikal-Balken des Kreuzes ist ein hohes Alurohr mit einer Wind-Mess und Sende-Anlage montiert. «Das schickt sich nicht», schreibt Pater Josef Vögtli aus Nuolen in einem Leserbrief. «Das Kreuz trägt die Inschrift SAG und ist Gott und Maria geweiht. Es ist nicht selbstverständlich, auf göttliche Hilfe zu bauen, wenn es Kuh und Schaf auf der Weide gut gehen soll. Dieser Gott-Glaube ist lobenswert», so Pater Vögtli. Für ihn ist das Kreuz immer noch ein Symbolzeichen der an Jesus Christus glaubenden Christen-Menschen.

«Wir sind nur geduldet»

Kurt Fleischmann ist Präsident der Silvester-Ausscheller Galgenen (SAG). Das schöne Holzkreuz wurde vom Verein erstellt und von Bruder Patrik Schäfli gesegnet. «Einige unserer Mitglieder stossen sich ebenfalls an der Mess-Station bei unserem Kreuz, aber wir sind auf dem Gschwändbügel nur geduldet», erzählt Fleischmann. Das Aluminiumrohr wurde ungefähr vor drei Jahren eine Handbreit hinter dem Kreuz montiert. «Wir haben uns inzwischen daran gewöhnt und es wird wohl auch noch stehen bleiben, solange der Pächter des Landes seine Einwilligung dazu erteilt», so der Präsident der Ausscheller. 

Fleischmann hatte seinerzeit vorgeschlagen, die Anlage etwas oberhalb am Strassenrand zu positionieren, «aber der Startplatz der Gleitschirmspringer ist eben gleich neben dem Kreuz, und daher liefern die Messwerte möglichst nahe beim Startpunkt wichtige Informationen für die Flieger.» Fleischmann gibt auch zu bedenken, dass die Messstation mitten auf der Weide ebenfalls störend wäre, zumal der Pächter des Landes dort seine Schafe oder Kühe weiden lässt. 

Bei der traditionellen 1. August-Feier der SAG mit weitaus sichtbarem Höhenfeuer wird die Anlage jeweils abmontiert, das wäre zu gefährlich für die empfindliche Elektronik.

Die hohe Stange verärgert Pater Josef Vögtlin aus Nuolen. Bild: mor

Bis jetzt hat sich niemand daran gestört

Das Gschwänd oberhalb Galgenen gehört zur Genossame Lachen, gepachtet wird es von Caroline und Rolf Streit. Caroline Streit erinnert sich, dass sie anfangs auch Bedenken hatte, obwohl sie sich selber nicht als sehr religiös bezeichnet. Aber bei ihnen habe sich noch nie jemand gemeldet, der sich an der Messstation stören würde. 

Der Präsident der Delta- und Gleitschirmvereinigung March (MDGV), Xaver Schwyter, hatte vor der Installation der Anlage ein Gespräch mit dem Pächter und dem Präsidenten der SAG geführt. Die Bewilligung haben sie von der Genossame Lachen und vom Pächter bekommen. Auch Schwyter ist bis anhin noch nie zu Ohren gekommen, dass sich jemand daran stört. 

Das Gschwänd ist das Haupt-Fluggebiet der MDGV. Die Messstation liefert den Freitzeitsportlern präzise Informationen. Die aktuellen Windinfos und Temperaturen vom Startplatz Gschwänd oder von der Kistleralp oberhalb Reichenburg stehen allen zur Verfügung und sind auf der Homepage der MDGV, www.mdgv.ch, aufgeschaltet.

Heidi Peruzzo und Lars Morger, Redaktion March24 & Höfe24