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Kanton
09.04.2020
08.04.2020 17:55 Uhr

Kurzarbeit: Jeder sechste Betrieb betroffen

Volkswirtschaftsdirektor Andreas Barraud orientierte gestern über die wirtschaftlichen Massnahmen im Kanton Schwyz zur Bewältigung der Coronavirus-Krisen. (Bild: Stefan Grüter)
Die Schwyzer Kantonalbank als grösste Schwyzer Bank hat bis jetzt gut 80 Millionen Franken an Überbrückungskrediten ausbezahlt. Das entspricht über 700 genehmigten Kreditgesuchen.

von Stefan Grüter

Die Coronavirus-Krise macht auch weiten Teilen der Schwyzer Wirtschaft zu schaffen. Die Schwyzer Regierung und die Schwyzer Kantonalbank zogen gestern eine erste Zwischenbilanz. Sie zeigten insbesondere die Beanspruchung der von Bund, Kantonen und Banken zur Verfügung gestellten Mittel und Massnahmen auf.

So sind bis jetzt beim Amt für Arbeit um die 3'200 Anträge auf Kurzarbeitsentschädigung eingegangen. Bei rund 19'000 Unternehmen im Kanton Schwyz entspricht dies jedem sechsten Betrieb. Betroffen davon sind 30'000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, also jede/jeder vierte der 120'000 Arbeitnehmenden in unserem Kanton.

Mehrheit kanns noch stemmen

Immerhin: Die Mehrheit der Schwyzer Unternehmen und der Arbeitnehmenden in unserem Kanton sind derzeit weder direkt noch indirekt von der Coronavirus-Krise betroffen, beziehungsweise können die Folgen noch stemmen. Allerdings stellt sich da gleichzeitig die Frage, wie lange der Lockdown noch anhält. Dies insbesondere bei den Überbrückungskrediten. 

Die Schwyzer Kantonalbank, die Marktführerin in unserem Kanton, hat auf dem Hintergrund der Bundesbürgschaft per 3. April über 700 Kreditgesuche genehmigt und an ihre Kunden rund 80 Mio. Fr. ausbezahlt. 80 Prozent der Überbrückungskredite erhielten Kunden im Kanton Schwyz. Das ist laut Angaben von SZKB-CEO Peter Hilfiker jeder 12. beziehungsweise jeder 13. Geschäftskunde der Staatsbank. 

Hier ging es vor allem darum, möglichst schnell und unbürokratisch den betroffenen Unternehmen die nötige Liquidität zu geben. Bei einer Fortsetzung des Lockdowns dürften dann wohl weitere Unternehmen in Liquiditätsengpässe geraten, wodurch mit einer «weiteren Welle» zu rechnen wäre, so Hilfiker.

Flächendeckende Abdeckung wäre nicht zielführend

So genannte «flächendeckende Abdeckung von geforderten Entschädigungen durch A-fonds-perdu-Beiträge» schliesst die Schwyzer Regierung derzeit aus, weil diese «nicht zielführend, nicht wirksam, nicht gerecht» und im Vollzug kaum zu handhaben seien, so Landammann und Finanzdirektor Kaspar Michel.

Der Kanton Schwyz verhalte sich loyal gegenüber dem Bund und hoffe – «wie alle» – auf eine baldige Veränderung und Lockerung der Massnahmen, betonten sowohl Landammann Michel als auch Volkswirtschaftsdirektor Andreas Barraud.

Mehr zum Thema in der aktuellen Ausgabe von «March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt» zu lesen.

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Stefan Grüter, March24 und Höfe24