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Region
08.04.2020

«Mein Fussballherz ist gebrochen»

Patrick Meier steht als Geschäftsführer des FVRZ an vorderster Front. Die aktuelle Situation im Fussball schmerzt ihn sehr. (Bild: zvg)
Patrick Meier, Geschäftsführer des Fussballverbandes Region Zürich, gibt einen ganz persönlichen Einblick in seinen Corona-geprägten Alltag und zeigt auf, was es bedeutet, als Vorgesetzter einen Sportverband herunterzufahren.

von Franz Feldmann

«Offen und ehrlich, mir ist es in letzter Zeit nicht gut gegangen», gibt Patrick Meier, Geschäftsführer des Fussballverbandes Region Zürich FVRZ, im Gespräch zu.

Seit Bekanntgabe der Massnahmen und der Schliessung der Sportstätten musste der Fussballverband den ganzen Spielbetrieb auf Null herunterfahren. Das ist mit einem riesigen Aufwand verbunden.

«Es war und ist schlichtweg nicht schön, wenn 47 000 Fussballerinen und Fussballer nicht ihrem ­Hobby nachgehen können.» Diese Situation sei auch für die Vereine äusserst schwierig, das «tut weh», ergänzt Meier.

Meier nimmt das Ganze schon fast persönlich. «Mein Fussballerherz ist gebrochen», gibt er unumwunden zu.

Man ist gezwungen

Die Probleme sind vielfältig und bestehen nicht nur auf dem Fussballplatz. «Familien geben ihr Kind gerne ins Training und ans Spiel im Fussballclub. Das ist jetzt nicht möglich, die Kinder sind zuhause.»

Als Fussballverband will man eigentlich nicht den Betrieb herunterfahren. Dazu ist man nun gezwungen, auch finanziell. «Es entstehen riesige Mindereinnahmen.

Plötzlich Kurzarbeit

«Das zwingt uns, knallhart zu sparen.» So ist auch beim Verband nun plötzlich Kurzarbeit angesagt. «Es schmerzt mich, wenn ich Mitarbeitern sagen muss, dass sie nun weniger oder gar nicht mehr kommen können. Das braucht als Vorgesetzter viel Energie.»

Natürlich ist sich Meier bewusst, dass es ganz vielen Leuten nun so gehe. So musste er lernen, auch auf sich selbst aufzupassen. «Heute bin ich soweit, dass ich mich auch an ganz kleinen positiven Dingen freuen kann», sagt er.

Oder er versucht es zumindest. Immer gelingt es ihm noch nicht, doch er sei «auf dem Weg der Besserung». Denn die Ereignisse in der letzten Zeit sind nicht spurlos an ihm vorbeigegangen.

Ausführlicher Bericht in der Zeitungsausgabe vom Mittwoch, 8. April.

Franz Feldmann