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Feusisberg
31.03.2020

Wie man in einer medizinischen Krise heimreist

Christian Keller erzählt von seiner abenteuerlichen Heimreise.
Christian Keller aus Feusisberg war mit seiner Freundin für acht Tage auf den Kapverdischen Inseln. Als der Bund den Notstand ausrief, waren sie schon unterwegs. Wie die Rückreise in die Schweiz verlief, erzählt er uns per Video-Übertragung.

von Anouk Arbenz

Am 21. März folgten Christian Keller und seine Partnerin, die zu der Zeit in Boa Vista (Capo Verde) in den Ferien waren, dem Aufruf des Bundes, nach Hause zu kommen, und reisten zurück in die Schweiz. Doch der Weg bis nach Feusisberg war alles andere als einfach, wie Keller in unserem Video-Talk erzählt. 

Erstes Problem: Die grossen Fluggesellschaften wollten nicht mehr abheben. Zweites Problem: Der Reiseveranstalter will nicht wahrhaben oder glauben, dass die grossen Fluggesellschaften nicht mehr abheben. Drittes Problem: Einen Platz in einem Flugzeug zu bekommen ist schwierig, wenn alle ihn haben wollen. Drittes Problem: Das Flugzeug muss eine Zwischenlandung machen, um zu tanken und es überhaupt bis Frankfurt zu schaffen. Viertes Problem: Die Landung ist in Frankfurt und nicht in Zürich. Näher ran geht nicht. Fünftes Problem: Das Flugzeug will um 00.30 Uhr morgens landen, das darf es eigentlich nicht. Sechstes Problem: Wenn du deinen Pass im Flugzeug vergisst … Sechstes Problem: Wenn du das Mietauto für 21.30 Uhr bestellt hast und es aber schon 3 Uhr morgens ist. Siebtes Problem: Kommen wir über die Grenze?

Er erzählt uns aber auch von seinen Beobachtungen, etwa dass der kleine Flughafen in Sal (Capo Verde) hinsichtlich des Coronavirus besser ausgestattet und organisiert ist als der Flughafen in Frankfurt, wo keiner den nötigen Abstand einhält. Obwohl es in Boa Vista (Capo Verde) erst einen Corona-Verdachtsfall gab, hat man dort den Flughafen bereits mit Wärmebildkameras ausgestattet.

Keller ist der Meinung, dass Reisende mehr von Staat und den Fluggesellschaften unterstützt werden sollten, wenn sie ja zurück nach Hause kommen wollen.

Anouk Arbenz