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Feusisberg
28.03.2020

«Unsere Arbeiter schützen sich»

Auf den Föllmi-Baustellen wird noch immer gearbeitet. (Bild: zvg)
Die Coronavirus-Krise hinterlässt auch im Baugewerbe ihre Spuren. Hält der Ausnahmezustand noch lange an, dürften die Auswirkungen auf die Branche gross sein.

von Lars Morger

In Zeiten des Coronavirus ist nichts mehr, wie es zuvor war. Dies gilt nicht nur für den eingeschränkten Alltag der Menschen, sondern auch für die verschiedenen Firmen und deren Arbeiter. Auch sie sollten sich nach Möglichkeit an die Vorgaben von Bund und Kanton halten.

Dennoch ist nach wie vor zu beobachten, dass sich Bauarbeiter auf Baustellen nahe beieinander bewegen und sich wenig bis gar nicht an die Vorgaben halten. «Wir versuchen, die Normalität nach den Vorgaben von Bund und Kantonen aufrechtzuerhalten», sagt Marcel Föllmi, Verwaltungsratspräsident der Feusisberger Föllmi AG Bauunternehmung. Doch er hat seine Mitarbeiter angewiesen, in diesen Zeiten auf Social Distancing zuachten und Abstand zu halten.

Massnahmen ergriffen

Damit die Mitarbeiter in Pausen nicht zu nahe beieinander sitzen, hat die Bauunternehmung weitere Baracken aufgestellt. «Wir staffeln auch die Mittagspause, damit nicht alle zugleich aufeinander sitzen.» Problematisch seien in diesen Zeiten vor allem Kundenarbeiten in bewohnten Gebäuden. Da viele Leute im Homeoffice arbeiten, sind die Häuser und Wohnungen voller als sonst. «Deshalb stellen wir Masken und Handschuhe für unsere Arbeiter bereit.» So sind nicht nur die Kunden, sondern auch die Arbeiter auf der sicheren Seite.

Marcel Föllmi ist der Meinung, dass die, die noch arbeiten können, dies auch tun sollen. «So können wir unsere Volkswirtschaft stützen und eine Wertschöpfung generieren.» Kritisch sieht dies die Gewerkschaft Unia, wie sie in einer Medienmitteilung schreibt. «Viel zu viele Arbeitgeber leisten den Anordnungen zum Gesundheitsschutz nicht Folge. In denmeisten Baubetrieben wird praktisch unverändertweitergearbeitet», lautet die Kritik. Sie fordert deshalb, dass die Behörden die Arbeit in allen nichtessenziellen Betrieben einstellt. Die Föllmi Bauunternehmung versteht die Kritik der Unia nicht. «Unsere Arbeiter sind bestens geschult und schützen sich selber und unsere Kunden.» 

Föllmi ist sich sicher, dass auf die Baubranche schwierige Zeiten zukommen werden. «Wenn dieser Ausnahmezustand noch lange andauert, was wahrscheinlich ist, wird es für alle Baufirmen kritisch. Einige werden es dann wohl nicht überleben.»

Lars Morger