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Lachen
26.03.2020

Viele nehmen telefonische Hilfe in Anspruch

Viele Ausserschwyzer Eltern sind mit der derzeitigen Situation überfordert und holen sich telefonisch Hilfe. (Symbolbild: unsplash)
Bei den regionalen Fachstellen, die sowohl für Eltern als auch Schüler und Jugendliche Unterstützung in verschiedenen Bereichen bieten, laufen momentan die Telefonleitungen heiss.

von Yasmin Jöhl

Probleme in der Alltagsbewältigung, Fragen zum Home-schooling, Ablösungskonflikte oder eine Zunahme der Streitereien unter Geschwistern: Das alles sind Anliegen, mit denen Eltern und ihre Kinder zurzeit aufgrund der Corona-Krise konfrontiert sind. In einer solchen Situation kann es nur schon hilfreich sein, wenn die Betroffenen mit einer fachkundigen Person sprechen können, die alles von aussen betrachtet und Lösungsansätze bieten kann. Genau aus diesem Grund hat das MuKidi Familienzentrum am Park in Buttikon die «lift up-Hotline» ins Leben gerufen.

Organisatorische Meisterleistung

Und sie hat sich bereits bewährt. So seien in den vergangenen Tagen viele Anfragen eingegangen, wie Pia Müller von MuKidi erzählt. «Die Eltern sind zu Beginn sehr motiviert, die Aufgabe der Schule zu übernehmen», so Müller. Schnell stelle sich das Ganze aber als organisatorische Meisterleistung heraus, da die Eltern im Homeoffice arbeiten, die Kinder begleiten und betreuen sollten, gleichzeitig noch den Haushalt meistern und die psychische Belastung der eigenen Arbeitsstelle ertragen müssen. «Eltern brauchen im Familienalltag per sofort neue Strukturen. Es ist umso wichtiger, dass sie anrufen, bevor sie ein eigentliches Problem haben», führt Müller aus. 

Eltern rufen nun häufiger an

Auch das Jugendbüro March wurde seit dem 13. März von zahlreichen Anrufen überrannt. Neben Eltern und Jugendlichen haben sich auch Senioren, Organisationen und Institutionen, Fachstellen und Vereine an die Beratungsstelle gewendet. So habe beispielsweise das Spital Lachen um Mithilfe beim Aufbau eines Notfall-Betreuungsangebots für die Kinder des Spitalpersonals angefragt, wie Isabelle Lenggenhager mitteilt. Auch haben sich Freiwillige in den ersten Tagen gemeldet, die für Senioren einkaufen wollten.

Zugenommen hätten jedoch ganz deutlich die Anrufe von Eltern. Dazu Lenggenhager: «Die Angst, das Kind könnte eine Bildungslücke davontragen, ist gross. Dazu gesellen sich Konflikte im Zusammenleben, aber auch falsche Erwartungen an die Kinder und an sich selbst.» Die Angst der Eltern drehe sich um die Zukunft ihrer Kinder, es tauchen Fragen auf wie: Entstehen Schullücken? Mögen sie mithalten? Lässt sich der verpasste Schulstoff noch aufholen? Und: «Homeschooling tönt zwar nett, doch nicht alle Eltern sind als Lehrer geeignet», sagt Lenggenhager mit einem Schmunzeln. 

Klar ist: Wenn Eltern und ihre Kinder plötzlich, durch die aktuell besondere Situation bedingt, mehr Zeit Zuhause miteinander verbringen «müssen», ergeben sich ganz neue Herausforderungen. Herausforderungen, für die die Fachstellen gerne ein offenes Ohr bieten, die aber auch nicht von heute auf morgen gelöst werden können.

Yasmin Jöhl