Leben
25.03.2020

«Hochzeit wegen Coronavirus abgesagt»

Die Eheringe sind bereits mit dem Datum 4.4. graviert. «Das ändern wir erst nach der Hochzeit», sagt Ramona.
Das Versammlungs- und Veranstaltungsverbot wegen des Coronavirus hat vielfältige Folgen: Auch Hochzeitsfeste müssen verschoben werden.

von Patrizia Baumgartner und Anouk Arbenz

Der 4. April hätte der «schönste Tag ihres Lebens» werden sollen, dann hätten sich nämlich Ramona und Pedro Herger das Ja-Wort gegeben. Wegen des Coronavirus wurde die Hochzeit nun in den Herbst verschoben.

«Am Freitag, 13. März, wurde uns klar, dass wir die Hochzeitsfeier nicht durchführen können», so die 27-jährige Braut in spe. Als sie hörte, dass die Kinder schulfrei haben und es für Anlässe wohl weitere Verschärfungen geben würde, suchte sich das Paar sofort ein neues Datum.

Zusammen mit der Milchmanufaktur Einsiedeln, der Location des Abendessens, wurden im kommenden Herbst drei mögliche neue Termine angesetzt, von denen bei der Kapelle in Morschach zwei möglich gewesen wären, von der Pfarrei wurde dann der Samstag, 3. Oktober, bestätigt. «Sobald wir den neuen Termin hatten, sagten wir allen Gästen per SMS ab», so Ramona Herger. Alle hätten gleich reagiert, dass es ihnen sehr leid tue und sie sich das neue Datum sofort reservieren.

Gleich ging es einem Lachner Pärchen, das am 27. März nach der Trauung im Standesamt einen Apéro im «Marina» geplant hatte und ebenfalls am 4. April in Silvaplana (GR) Hochzeit feiern wollte. Beides musste abgesagt werden. Die standesamtliche Trauung diesen Freitag darf zwar noch stattfinden, jedoch ohne Trauzeugen und natürlich ohne Apéro. Diesen möchte das Paar auf den Sommer verschieben. Die Hochzeit selber wird ebenfalls verschoben – auf den September. Sommerkleider also statt Winterkleider. Die beiden hoffen, dass alle geladenen Gäste am Verschiebungstermin an die Hochzeit kommen können. Wenigstens etwas Gutes hat die Sache: Die Vorfreude dauert nun noch etwas länger!

 

Patrizia Pfister