Wollerau
25.03.2020
25.03.2020 10:55 Uhr

Seelsorgeraum Berg bringt die frohe Botschaft in die Stube

Der Seelsorgeraum Berg überträgt die Sonntagsdienste digital via Youtube-Kanal.
Vom Versammlungsverbot des Bundes sind auch die Gottesdienste betroffen. In der Höfe haben drei Kirchenmänner ihre Köpfe zusammengesteckt und eine kreative, moderne Lösung gefunden, um in der Krisenzeit dennoch mit ihrer Kirchgemeinde verbunden zu bleiben.

von Anouk Arbenz

Die Kirche war in der Vergangenheit für viele immer der sichere Anker in Zeiten der Aufruhr, des Kriegs oder wirtschaftlicher Krisen gewesen. Hier fand man Ruhe und Gehör, hier fand man aber auch Zuflucht und Schutz. Heute, im März 2020, müssen die Kirchen ihre Türen geschlossen halten, wenn mehr als fünf Personen das Gotteshaus betreten wollen. Gottesdienste finden keine mehr statt. Vereinzelte betreten die Kirche, um zu beten, eine Opferkerze anzuzünden oder eine Fürbitte einzutragen. Im persönlichen Gebet bleiben sich die Gläubigen nahe, mehr geht dieser Tage nicht. Oder doch?

Der Seelsorgeraum Berg hat sich etwas einfallen lassen, um die Gottesdienste der Pfarreien Wollerau und Schindellegi trotz Coronavirus durchführen zu können: Sie werden ganz einfach per Video übertragen. 

Digitale Medien nutzen

Das Projekt angestossen hat Joe Niederberger, Präsident des Seelsorgerats. «Durch meine fotografische und Video-Ausbildung dachte ich mir, das wäre jetzt die Chance, die digitalen Medien auch für die Seelsorge zu nutzen», erzählt Niederberger. Der Seelsorgeraum Berg, allen voran Pfarrer Josef Kuzar und Diakon Joachim Cavicchini, fanden dies eine gute Idee und sagten spontan zu, bei diesem Projekt mitzuwirken. «Eine aussergewöhnliche Situation verlangt einen aussergewöhnlichen Einsatz», sagt Pfarrer Josef Kuzar. Also haben sich die drei an die Arbeit gemacht. 

An jedem Sonntag wird über den Youtube-Kanal oder die Webseite des Seelsorgeraums Berg das Evangelium und ein Input zum Text zu hören und zu sehen sein. Gefilmt und geschnitten werden die Online-Gottesdienste von Joe Niederberger.

Am vierten Sonntag, 22. März, wurde der erste digitale Gottesdienst erfolgreich durchgeführt. Das Video ist nach wie vor auf der Webseite und auf Youtube einsehbar. Darin erklärt Pfarrer Kuzar auch, weshalb das Projekt gestartet wurde: «Wir wollen mit den Pfarreiangehörigen verbunden bleiben.» Kuzar ist überzeugt, dass «das lebendige Wort Gottes auch durch die digitalen Medien wirkt, die uns heute Gottseidank zur Verfügung stehen.» 

Das Projekt werde solange weitergeführt, wie die Drei gesund blieben und die Krise andauert, teilt Niederberger mit. Darüber hinaus sei aber nicht geplant, die Gottesdienste digital zu übertragen. «Wir hoffen und beten, dass es nicht so schlimm kommt wie manche befürchten und hoffen, dass die Menschheit zusammenwächst und zusammensteht und aus dieser Krise vielleicht sogar reifer herausgeht geht, als sie hineingegangen ist», sagt Niederberger abschliessend.

 


Alle Videos auf www.seelsorgeraum-berg.ch oder direkt auf Youtube über den Link https://youtu.be/sCYoT-rR-tY.

Anouk Arbenz