Lachen
25.03.2020

Beck Bähler und Café Roxy sind definitiv Geschichte

Nach jahrelangen Streitereien – auch vor Gericht –  begann vor mehreren Wochen der Abbruch des Hauses, wo einst die Bäckerei Bähler ihre Brötchen verkaufte und das Café Roxy zum Feierabendbier lud.

von Silvia Gisler

An der Seepromenade in Lachen sind vor geraumer Zeit die Bagger aufgefahren. Im Auftrag der Stahler Development AG aus Wollerau brechen sie das Haus am Seeplatz 5 ab. Es ist das Gebäude, wo sich noch vor einigen Jahren ein beliebter Treffpunkt von jung und alt befand. Zum einen die Bäckerei Bähler, zum anderen das Café Roxy. Beide haben schon seit Längerem geschlossen. Das Haus stand am Ende gar ein Jahr lang leer. 

Bis zum Start der Abbrucharbeiten hatte die Bauherrin einen langen Weg vor sich. Es gab viele Streitereien, wie Joachim Stahler im Gespräch erzählt. Anwohner hätten sich über eine Verminderung der Seesicht beklagt oder befanden das Haus als schützenswert. Am Ende mussten verschiedene Gerichte ihr Urteil sprechen. «Das nächste wäre das Bundesgericht gewesen», sagt Stahler. Dazu sei es zum Glück nicht gekommen. Trotzdem habe sich durch die Verfahren, die laut Stahler alle zu seinen Gunsten entschieden wurden, die Baurealisation um rund zweieinhalb Jahre verzögert. 

Elemente kommen über den See

Jetzt aber ist er guten Mutes, sofern die Corona-Krise nicht auch noch auf die Baubranche übergreift. Er rechnet damit, dass das fünfstöckige Gebäude bereits im Spätherbst bezugsbereit sein wird. Natürlich gelte es, sehr umsichtig zu arbeiten, da die Häuser nicht nur zusammengebaut, sondern sehr verschachtelt seien. Es werde aufgrund des Wasser-Untergrundes auch nicht unterkellert, weshalb Keller-räume im EG eingeplant werden mussten. Auch die Baustelleninstallation ist alles andere als gewöhnlich: «Wir werden vor den Sommerferien vorgefertigte Elemente über den Seeweg nach Lachen transportieren.» Auf anderem Weg seien sie nicht an die Baustelle zu befördern.

Insgesamt wird das Bauprojekt Kosten im Bereich der oberen einstelligen Millionenhöhe verursachen. Bleibt zu hoffen, dass die Corona-Krise nicht auch noch aufs Baugewerbe übergeht und infolgedessen am Lachner Hafen den ganzen Sommer über eine Baubrache hingenommen werden muss. 

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Silvia Gisler