Kultur
24.03.2020
24.03.2020 11:57 Uhr

«Die Enttäuschung ist gross»

Mit über 2'500 Mitwirkenden und erwarteten 15' 000 Besucherinnen und Besuchern hätte es der grösste Anlass dieses Jahres in Ausserschwyz werden sollen: Das Fest der Musik in Lachen und Altendorf. Jetzt ist das Fest abgesagt worden. OK-Präsident Walter Stählin erklärt, weshalb das Fest nicht einfach verschoben werden kann.

Es hätte einer der grössten Anlässe in diesem Jahr in Ausserschwyz werden sollen – das Fest der Musik in Lachen und Altendorf. Nun wurde auch dieser Anlass definitiv abgesagt. OK-Präsident Walter Stählin erklärt die Hintergründe.

mit Walter Stählin
sprach Stefan Grüter

Walter Stählin, Sie sind Präsident des Organisationskomitees des Fests der Musik 2020 in Lachen und Altendorf. Jetzt mussten Sie dieses Fest, das für das Auffahrts-Wochenende im Mai geplant war, absagen. Wie stark blutet Ihr Musiker-Herz?

Die Enttäuschung bei mir und meinen Kollegen im OK ist selbstverständlich gross, da die Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind und das «Gut zum Druck» des Festführers sowie der Versand der Festunterlagen de facto bereit wären. 

Das Konzept steht, alle Vorarbeiten sind getätigt. Vier Jahre Arbeit für die Katz?

Nein, das gesamte Organisationskonzept steht und kann selbstverständlich von nachfolgenden Organisatoren verwendet werden. 

Ein grosser Teil der Vorbereitungsarbeiten kann also für einen nächsten Anlass umgesetzt werden?

Die detaillierte Organisation inklusive aller Konzepte und Pflichtenhefte für die Ressortchefs ist in einem rund 60-seitigen Festhandbuch beschrieben. Dieses wird den beiden Kantonalverbänden sowie den vier Trägervereinen nach Erledigung unserer Abschlussarbeiten übergeben.

Wie reagieren die Gastvereine auf diese Absage?

Mit grossem Bedauern, jedoch ausnahmslos verständnisvoll.

Wenn wir Glück haben, so hat die Coronavirus-Krise in den nächsten vier Wochen ihren Höhepunkt überschritten. Und trotzdem kann dieser Anlass im Mai nicht durchgeführt werden. Wieso?

In den Festreglementen der Kantonalverbände sind bei den Wettbewerbsvorträgen klare Vorlaufzeiten einzuhalten. Die Blasmusikvereine erhalten beispielsweise zwei Monate vor dem Festanlass das Aufgabenstück. Zudem haben etliche Vereine bereits vor einigen Wochen die Proben bis auf Weiteres sistiert.

Hat es eine Rolle gespielt, dass in den Chören und in den Musikvereinen sehr viele ältere Personen mitmachen, die der Corona-Risikogruppe zuzuordnen sind?

Diese Diskussion haben wir im OK ebenfalls geführt. Es hat sowohl in den Chören als auch in den Blasmusikvereinen etliche Personen, die der vom Bund definierten Risikogruppe angehören, was für uns eine erhöhte Sensibilität bedeutete. 

Sie haben das Fest endgültig abgesagt. Kann der Anlass nicht einfach um beispielsweise ein Jahr verschoben werden?

Die Reservationen der Infrastrukturen in den Gemeinden sowie die Verpflichtung der grossen Künstler im Unterhaltungsbereich (Beispiel Sänger Nik P., Dorfrocker, etc.,) bedingen eine Vorlaufzeit von mindestens zwei bis drei Jahren. Zudem ist uns bekannt, dass bei den rund 70 angemeldeten Gastvereinen etliche infolge eigener Festanlässe, Vereinsjubiläen etc. nächstes Jahr nicht dabei wären. 

Bleiben für ein nächstes Fest der Musik die Durchführungsorte Lachen und Altendorf gesetzt?

Ich würde mir dies sehr wünschen. Die beiden wunderschön am See gelegenen Gemeinden bieten sich als Festorte auf idealste Weise an. Zudem war die Zusammenarbeit mit den Gemeindebehörden und der Verwaltung ausgezeichnet. Eine erneute Auflage des Fests der Musik muss jedoch mit allen Partnern wieder neu ausgehandelt werden.

Das vollständige Interview ist in der Printausgabe des «March-Anzeiger» und des «Höfner Volksblatt» vom Dienstag, 24. März, zu lesen.

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Stefan Grüter