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Lachen
21.03.2020
19.03.2020 16:30 Uhr

März bis Mai ist die Hauptsaison

Das Coronavirus betrifft alle. Betriebsinhaber der Gärtnerei Hollenstein in Lachen, Richard Hollenstein, spricht über die Auswirkungen auf sein Geschäft und wagt einen Blick in die nächsten Tage und Wochen.

mit Richard Hollenstein
sprach Yasmin Jöhl

 

Die Schweiz hat eine turbulente Woche hinter sich. Wie haben Sie dies miterlebt?

Ich habe das alles erwartet. Bereits am Sonntagabend hatte ich das Gefühl, dass der Bund einschreiten wird, um kantonal geltende Massnahmen für die ganze Schweiz zu treffen. So war mir auch bewusst, dass ich den Laden schliessen muss.

Wie wirken sich diese Massnahmen auf Ihr Geschäft aus?

Ich bin froh, dass noch keine Ausgangssperre gilt, und dass man grundsätzlich noch arbeiten gehen darf. So kann ich – unter Einhaltung der Richtlinien – trotzdem noch auf unseren Baustellen und an unseren Projekten in Lachen weiterarbeiten. Auf diese Geschäfte stütze ich mich momentan.

Jedoch müssen Sie Ihren Blumenladen bis auf Weiteres schliessen. Was geschieht mit Ihren Mitarbeitenden?

Einige können wir im Telefondienst einsetzen. Und natürlich müssen unsere Pflanzen trotzdem noch gepflegt werden. Ansonsten muss auch ich auf Kurzarbeit zurückgreifen.

Trotzdem werden viele Ihrer Pflanzen und Sträucher eingehen, oder?

Wir haben bereits am Montag keine Frischblumen mehr eingekauft. Sofern die Situation nicht allzu lange andauert, oder gar verschärft wird, ist es nicht so dramatisch.

Sie bieten neu auch einen Hauslieferdienst an…

Genau. Ich weiss nicht, ob dies auch beansprucht wird. Es ist schwierig, da sich die Leute gerade beim Kauf von Blumen vor Ort ein Bild machen und aussuchen wollen. Hingegen denke ich, dass unser Blumenautomat wie bisher rege genutzt werden wird.

Denken die Menschen momentan denn überhaupt an ihren Garten?

Ich glaube, dass gerade jetzt viele Leute eher Wert auf ein schönes Zuhause legen, wenn sie ohnehin nicht nach draussen gehen können.

Wie blicken Sie auf die nächsten Tage und Wochen? Gerade im Hinblick auf das Ostergeschäft oder den Weissen Sonntag?

Es ist für alle denkbar schlecht. Aber ob Restaurant oder Verkaufsgeschäft – da müssen wir nun alle durch. Sicher ist es sehr schmerzlich, dass wir den Laden schliessen mussten, gerade weil die Monate März bis Mai unsere Hauptsaison ist. Auch kann ich noch nicht sagen, ob wir überhaupt noch frische Schnittblumen bekommen, da wir diese aus Holland erhalten. Bei den Saisonpflanzen kann ich es besser steuern, weil wir diese aus der Schweiz beziehen. Vieles hängt also noch in der Schwebe. Grundsätzlich hoffen wir natürlich auf eine Lockerung der Massnahmen bis spätestens Ende April.

Wie betroffen sind Sie persönlich von der ganzen Situation?

Ich hole mir Kraft aus der Natur. Es betrifft alle, wir müssen nun zusammenhalten und solidarisch sein.

Yasmin Jöhl