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Schübelbach
20.03.2020
19.03.2020 16:30 Uhr

Schulaufgaben wurden bereits abgeholt

Wie viele Schulleitungssitzungen können noch physisch stattfinden? Das fragte sich das Schulleitungsteam Schübelbach an der Sitzung vom Dienstag. Die Beschulung zuhause von 743 Schülern ist gleichentags gestartet.

Das Organisieren liegt mir», sagt Barbara Schmutz, Rektorin der Primarschule Schübelbach, mit einem Lachen und fügt gleich an, dass die Ankündigung der Schulschliessung für sie nicht wirklich überraschend kam. «Wir haben es Tage zuvor geahnt, genau genommen haben wir uns bereits während der Sportferien innerhalb des Schulleitungsteams zur Krisensitzung getroffen.» In der Zeit folgten erste Informationen an Lehrerpersonen und Eltern. Durch diese Auseinandersetzung und einem bereits vorhandenen Notfallszenario folgte am Montagmorgen die Instruktion an die Lehrerschaft von sechs Schulhäusern und zehn Kindergärten. In der Turnhalle, zwei Meter Abstand einhaltend, wurde das weitere Vorgehen erklärt.

Kreative Ideen gefragt

«Bereits ab Montagmorgen wurden sieben Kinder von der schulergänzenden Betreuung beaufsichtigt», so Barbara Schmutz. Allerdings sei das Ziel klar: Möglichst alle Kinder sollen Zuhause betreut und beschult werden. Lehrpersonen hatten am Montagnachmittag ein entsprechendes Lernprogramm und weitere kreative Lern-Ideen für die Schüler zusammengestellt. «Alle haben die Ärmel hochgekrempelt», sagte die Rektorin dazu. 

Bereits am Dienstagmorgen holten die Schüler in ihren Primarschulhäusern die Hausaufgaben ab. Sie kamen in Dreier- bis Fünfergruppe entsprechend eines Zeitplans. Jüngere Kinder wurden teils von den Eltern begleitet. Mit schweren Rucksäcken beladen und Büchern aus der Bibliothek gingen die Kindergartenkinder und Primarschüler wieder nach Hause, wo sie sich während des nächsten Monats vorwiegend aufhalten sollen. Nicht allen Kindern fiel der Abschied leicht, auch viele Lehrpersonen waren berührt, denn die Situation war alles andere als gewöhnlich, schilderte Schmutz.

Nebst dem herkömmlichen Lernmaterial werden natürlich auch elektronische Möglichkeiten genutzt wie Learning-View, Mails, i-Pads, Google Classroom oder Video. Lehrpersonen werden voraussichtlich am Vormittag Präsenzzeit im Schulzimmer haben, nachmittags im Home Office arbeiten.

Dann am Dienstagnachmittag traf sich das Schulleitungsteam zu einer weiteren Sitzung. Dabei wurde auch diskutiert, wie viele Schulleitungssitzungen überhaupt noch physisch stattfinden sollen. Da wurde ein Ausblick in die kommenden, noch ungewiss verlaufenden Wochen gemacht. Und niemand kann sagen, wie lange die Home-Beschulung dauern wird. Und wie machen wir es im Detail mit den Prüfungen? Zeugnis ja oder nein?

Gespannt auf erste Erfahrungen

«Ich bin momentan sehr zufrieden, dass alles gut geklappt hat», sagt Barbara Schmutz. «Und trotzdem ist es eine neue Situation. Wir haben noch keine Erfahrungen darin, wie der Austausch mit den Eltern laufen wird. Vieles wird sich in der Anwendung zeigen, und wir werden flexibel bleiben.» Es gäbe viele Kanäle, aber auch einige wenige Eltern, die noch keine E-mail haben. Jene Kinder sind dann beispielsweise nicht via Face-Time erreichbar, womit man etwa eine mündliche Prüfung machen könne. 

«Erfreulicherweise haben wir auch gutes Elternfeedback erhalten», fügt die Rektorin noch an. Durch mehrfache, bereits früh folgende Infoschreiben haben auch die Eltern eine gute Art der Führung erfahren, was Sorgen und Fragen weitgehend aufgefangen hat.

Johanna Mächler