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Altendorf
20.03.2020
19.03.2020 16:31 Uhr

Reisende sollen nach Hause kommen

Wegen Coronavirus-Massnahmen hat der Bundesrat alle Schweizer, die auf Reisen sind aufgefordert, nach Hause zu kommen. Wir haben einige Schwyzer zu ihren Plänen befragt.

Am letzten Wochenende landete Fredi Kälin nach einem Monat in Kambodscha in Zürich-Kloten. Bei der Rückreise sei alles glatt gegangen. «Interessant war, dass ich bei der Ankunft in Bangkok und Kambodscha durch Panels laufen musste, wo der Kopf mittels Wärmebildkamera durchleuchtet wurde.» Ausserdem hatte es überall Desinfektionsmittel und beim Flug von Bangkok nach Siem Reap (Kambodscha) wurde über Funk durchgegeben, dass lediglich Essen serviert werde, um den Kontakt zwischen dem Bordpersonal und den Passagieren möglichst klein zu halten. Bei der Ankunft in Zürich sei jedoch alles wie immer gewesen, der Flieger dorthin war zudem zum Bersten voll. Während des letzten Monats in Südostasien sei das Coronavirus jedoch nie ein Thema gewesen.

Früher nach Hause

Eine Gruppe von sechs Reisenden rund um die Einsiedler Martina Lütscher und Christian Maag weilt aktuell in Sri Lanka, der umgebuchte direkte Heimflug ist für heute Freitag geplant. Laut lokalen Infos wurde der Flughafen Colombo zwar am Mittwoch geschlossen, «aber die Ausreise sollte klappen», so Martina Lütscher per WhatsApp.

Die Gruppe reiste am 6. März zuerst nach Delhi und dann am 11. März weiter nach Colombo. «Am gleichen Tag haben sie in Indien und in Sri Lanka die Einreise für Schweizer gestoppt», so Lütscher. Aus diesem Grund wurde der Rückflug umgebucht. Man bemerke eine Veränderung der Situation: «Anscheinend sind auch hier die Schulen geschlossen und Partys abgesagt. In den Hotels tragen sie seit einigen Tagen Mundschutz und Handschuhe», auch diverse touristische Aktivitäten wurden gestrichen.

Umgebucht hat auch Daniela Kuriger. Sie wäre eigentlich bis Mitte April in Bali im unbezahlten Urlaub gewesen, fliegt jedoch per Ende dieser Woche zurück in die Schweiz. Zwar sei es in Bali ruhig um das Corona-virus, kürzlich seien jedoch Fälle in Jakarta gemeldet worden. Die Situation vor Ort verschlechtere sich, auch andere Reisende aus Frankreich, Australien, Russland und so weiter machen sich auf den Heimweg, da bald alle Hotels ihre Türen schliessen. Kurigers ursprünglich zweimonatiger Aufenthalt auf der Götterinsel wurde wegen des Virus um rund drei Wochen verkürzt.

Am Sonntag in die Schweiz

Maja Fürst befindet sich aktuell in den USA, genauer gesagt in Monroe, Wisconsin, etwas zwei Autostunden von Chicago entfernt. Sie und ihr Mann Walter Fürst fliegen pro Jahr zweimal in die USA, um den gemeinsamen Sohn, der 2002 auswanderte zu besuchen. «Wir hatten etwas Bedenken, ob wir am 5. März überhaupt abfliegen können», so die 60-Jährige. Es habe dann aber alles planmässig geklappt und der Rückflug ist für nächsten Sonntag geplant. Das Ehepaar Fürst hat sich nicht um einen früheren Rückflug bemüht, da am letzten Mittwoch ihr sechstes Grosskind, Zara Sofia Fürst, zur Welt kam und die Pflegefachfrau auf das ältere Grosskind, Ava, aufpasst. «Auch hier sind die Schulen geschlossen und das Kaufverhalten ist ähnlich wie in der Schweiz. Vor allem WC-Papier hat Priorität», erzählt sie. Im Stadtkern von Monroe sei es sehr ruhig, es habe kaum Menschen auf der Strasse.

Ausserschwyzer gesucht: Sind Sie oder Ihre Verwandten/Bekannten im Ausland oder soeben zurückgekehrt und haben eine gute Geschichte zu erzählen? Bitte Infos und Kontaktdaten an redaktion@march24.ch oder redaktion@hoefe24.ch mailen.

 

Patrizia Baumgartner