Home Region Sport Agenda In-/Ausland Magazin
Lachen
09.06.2021

Tour de Suisse in Lachen: viel Volk auch ohne Fest

Am Dienstag startete die Tour in Lachen und fuhr via Pfäffikon/Schindellegi bis nach Pfaffnau LU. Bild: hrr
Stefan Näf zieht als Projektleiter des Etappenorts Lachen ein erstes, überaus positives Fazit.

Als sich die Tour de Suisse am Dienstag am frühen Nachmittag von Lachen weg Richtung Höfe schlängelte und schliesslich im Zugerland verschwand, fiel Stefan Näf ein Stein vom Herzen. Als Projekt- und Produktmanager des Etappenorts Lachen war er nämlich im Auftrag von Einsiedeln-Ybrig-Zürichsee verantwortlich für so ziemlich alles. «Es hat eigentlich auch alles geklappt», blickt er zufrieden zurück.

Volksauflauf kein Problem

Er sei froh, dass der Start in Lachen nicht rennmässig erfolgte. So sei diese «Schaufahrt» bei doch beachtlichem Volksauflauf im Dorf kein Problem geworden. «Extrem schade» sei halt schon, dass coronabedingt auch nach der Verschiebung um ein Jahr kein Volksfest möglich gewesen sei. Dennoch könne «Etappenort Lachen» als erster Grossanlass seit Langem bezeichnet werden. Ein «Restart für Events» nennt es Näf.

Da stellt sich jedoch die Frage, warum es an diesen zwei Tagen so viele Menschen – vor allem in Lachen – hatte, zumal ja über alle Kanäle verlautet wurde, man soll zuhause bleiben. Das sei halt nicht zu vermeiden gewesen, meint Stefan Näf schulterzuckend. Es sei ja noch im Rahmen geblieben, und wegweisen wollten sie natürlich auch niemanden. «Wir sind später auch wieder auf den Goodwill der Bevölkerung angewiesen», spricht Näf Klartext.

Dieser Goodwill war etwa bei der Suche nach Helfern gefragt. Dank öffentlichem Aufruf sei es doch noch problemlos gelungen, die 60 Mitarbeitenden zu rekrutieren. Sportvereine, aber auch Pensionierte und andere Sportbegeisterte engagierten sich.

  • Die Zielankunft in Lachen verlief am Montagabend reibungslos - trotz zum Teil starkem Regen. Bild: ff
    1 / 12
  • Bild: hrr
    2 / 12
  • Bild: hrr
    3 / 12
  • Bild: hrr
    4 / 12
  • Bild: il
    5 / 12
  • Bild: il
    6 / 12
  • Bild: il
    7 / 12
  • Bild: bel
    8 / 12
  • Bild: il
    9 / 12
  • Bild: dko
    10 / 12
  • Bild: mor
    11 / 12
  • Bild: mor
    12 / 12

Anspruchsvolle Strecke für alle

Sie alle waren besonders gefordert, weil die Tour für einmal nicht nur durchrauschte, sondern auch haltmachte. Und nicht zu vergessen sind die beiden Zusatzschlaufen über den Wangner Buechberg und den Altendörfler Vorderberg. Diese hätten viel zur Attraktivität beigetragen, ist sich Stefan Näf bewusst. Dies nicht zuletzt, weil damit viel mehr Bilder aus der Region in über 100 Länder verstreut werden. Lachen als Etappenort nahm dabei natürlich einen speziellen Platz ein, vor allem beim heimischen Schweizer Fernsehen.

Andererseits hatten diese Zusatzschlaufen auch praktische Gründe: So wurde das Fahrerfeld in die Länge gezogen und das Unfallrisiko gemindert. Dass es wegen des heftigen Gewitterregens doch noch zu Stürzen kam, sei bedauerlich, passiert sei aber glücklicherweise nichts Gravierendes, so Näf. Und er räumt durchaus ein, dass die Abzweigung Oberdorfstrasse in die Seidenstrasse in Lachen die Achillesferse gewesen sei. Man habe versucht, baulich etwas zu unternehmen. Das sei jedoch schwierig zu bewerkstelligen gewesen, weswegen dann die Schwellen der Verkehrsberuhigung zur Unfallquelle wurden. Ansonsten seien die Strassen aber gut in Schuss gewesen, so Näf. Selbst die Steineggstrasse – die wohl löchrigste Strasse der Region, allerdings nur auf Lachner Boden – habe für die Fahrer kein Problem dargestellt, da sie geradeaus verläuft.

Klarer Mehrwert für die Region

Unter dem Strich könne die ganze Aktion also in jedem Fall als Erfolg abgebucht werden. Klar habe man ein Budget von 200' 000 Franken aufwenden müssen. Hätte es ein Volksfest gegeben, wären es sogar 300' 000 Franken geworden. Allerdings hätte man dann auch mehr Einnahmen generieren können, so Stefan Näf. Apropos Generieren ruft der Projektleiter in Erinnerung, dass der Tour-Tross insgesamt etwa 1000 Übernachtungen nach sich gezogen habe. Dafür sei ein Ausweichen rund um den Zürichsee bis hinauf zum Walensee und ins Ybrig nötig geworden.

Stefan Näf ist überzeugt, dass auch später die definitive Bilanz positiv ausfallen wird. «Ja, wir würden gerne wieder einmal die Tour de Suisse bei uns begrüssen.» Sie seien bereits in Verhandlung, dann dürfte allerdings Innerschwyz zum Zuge kommen, lässt Näf durchblicken.

  • Am Dienstag um 12.45 Uhr fiel der Startschuss ebenfalls in Lachen. Bild: hrr
    1 / 9
  • Bild: pp
    2 / 9
  • Bild: bel
    3 / 9
  • Bild: bel
    4 / 9
  • Bild: bel
    5 / 9
  • Bild: ff
    6 / 9
  • Bild: mor
    7 / 9
  • Bild: mor
    8 / 9
  • Bild: ff
    9 / 9
Andreas Knobel, March24 & Höfe 24