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Siebnen
18.05.2021
18.05.2021 14:49 Uhr

Drogen, Littering, Lärm – Jetzt soll damit Schluss sein

Gemeinderätin Janine Bodmer: «Die Situation wird sich dadurch beruhigen. Lösen werden die Verbote die Probleme allerdings kaum.» Bild: Anouk Arbenz
Die Gemeinde Schübelbach hat genug: Mit mehreren Massnahmen soll Littering, Lärm und dem Konsum von Rauschmitteln entgegengewirkt werden. Gestern wurden Verbotstafeln bei den Schulhäusern aufgestellt.

Die Schulanlagen in Siebnen – und insbesondere das Stockbergareal – haben sich in den letzten Jahren zu einem Brennpunkt entwickelt. Anwohner reklamieren wegen Lärm, Autoposing, Abfall sowie Drogenhandel und -konsums rund um das Stockbergareal. Probleme, die sich während der Pandemie noch akzentuiert haben. «Die Anwohner haben auch Angst, weil die soziale Kontrolle fehlt», sagt Gemeinderätin Janine Bodmer. Allen ist klar: So kann es nicht weitergehen, es muss etwas geschehen. «Oberstes Ziel ist es, die soziale Kontrolle über das Areal zurückzugewinnen.» Einen Grund für die Problematik sieht Bodmer darin, dass ein Jugendraum in der Obermarch fehlt. Ein Platz, wo die Jugendlichen sein dürfen. 

Bis zu 2'000 Franken Busse

Um das Problem in den Griff zu bekommen, plant die Gemeinde mehrere Massnahmen. Eine erste wurde bereits umgesetzt, indem die Benützungszeiten des Stockbergareals angepasst wurden. Gestern wurden bei den Schulhäusern Stockberg und Dorf ausserdem je zwei Verbotstafeln aufgestellt. «Unberechtigten wird bei einer Busse bis zu 2'000 Franken in jedem Widerhandlungsfall verboten, die Liegenschaft […] zu betreten, zu befahren sowie Fahrzeuge irgendwelcher Art abzustellen», ist auf dem gerichtlichen Verbot zu lesen. 

  • Unberechtigte werden ab sofort gebüsst, wenn sie sich vor der Stockberghalle aufhalten. Bild: Anouk Arbenz
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  • Bild: Anouk Arbenz
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  • Die Verbotstafeln wurden am Montag in Siebnen aufgebaut. Bild: Anouk Arbenz
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Gemeinderätin Leandra Spirig, Vorsteherin des Ressorts Liegenschaften,  hofft, so insbesondere die Drogen von den Schularealen fernhalten zu können. «Der Gemeinderat erlässt nur ungern Verbote. Doch in Siebnen drohten die Probleme zusehends aus dem Ruder zu laufen. Dem konnte der Gemeinderat nicht tatenlos zusehen.» Gemeinderätin Janine Bodmer glaubt an die Wirkung der Verbote: «Die Situation wird sich dadurch beruhigen. Lösen werden die Verbote die Probleme allerdings kaum.»

Aus diesem Grund hat der Gemeinderat Schübelbach ein Projekt initiiert. Er plant die Errichtung eines Quartier-Treffs, genannt Q-Treff. Als Vorbild dient die Zürichsee-Gemeinde Horgen, wo bereits seit Längerem gute Erfahrungen mit dem mobilen Treff gemacht werden. Auch Wädenswil und Thalwil verfolgen eine ähnliche Idee. An der Gemeindeversammlung Schübelbach Ende April wurde einem Nachkredit zum Voranschlag 2021 von 113'500 Franken für dieses Projekt mit grosser Mehrheit zugestimmt. Doch was ist ein Quartier-Treff genau?

  • Auch beim Schulhaus Dorf in Siebnen wurde eine Verbotstafel aufgestellt. Bild: Anouk Arbenz
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  • Bild: Anouk Arbenz
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Quartier mit Q-Treff beleben

Beim Kindergarten auf dem Stockbergareal soll ein mobiler Container installiert werden, von welchem Jung und Alt profitieren. Der Container mit kleiner Küche, Informationsmaterial und draussen mit Sitzbänken und Liegestühlen kann je nach Bedarf genutzt werden. «Es sollen Themen der Quartierentwicklung und Gesundheitsförderung im Vordergrund stehen.» So setzt sich die Projektgruppe nicht nur aus Kommissionsmitglieder und Verwaltungsangestellten sowie dem Jugendbüro March zusammen, sondern will unbedingt auch Anwohner aller Altersgruppen integrieren. «Wir möchten die lokale Situation und die Bedürfnisse der Zielgruppen während der Umsetzung miteinbeziehen», so Bodmer. Ziel sei denn auch, dass der Q-Treff von allen Generationen für Veranstaltungen und Treffen genutzt wird. Jugendliche, die vom Jugendbüro March ausgebildet werden, werden mithelfen, Regeln durchzusetzen und das Programm mitzugestalten. 

Neben dem, dass Jugendliche eine Treffpunkt-Möglichkeit erhalten, könne damit die Präsenz auf dem Areal erhöht und die soziale Kontrolle zurückgewonnen werden. So sieht jedenfalls der Plan aus. Nach erteilter Baubewilligung wird das Projekt im August starten. Janine Bodmer hofft, dass sich früher oder später auch andere Gemeinden und der Bezirk am Projekt beteiligen. «Alles steht und fällt mit den Kosten.»

Anouk Arbenz, Redaktion March24 & Höfe24