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Wollerau
16.05.2021

FFP2-Masken aus Wollerau

André Böni lässt FFP2-Schutzmasken produzieren. Er selber trägt das neuste Modell, das bei genügend grosser Nachfrage produziert werden kann. Bild: Hans Ueli Kühni
FFP2-Schutzmasken «Made in Switzerland» gibt es neu vom Wollerauer Unternehmer André Böni, der solche von Insassen der Vollzugseinrichtung Affoltern am Albis herstellen lässt.

Durch seine Tätigkeit bei einer Logistikfirma lernte der Wollerauer André Böni vor langer Zeit den Leiter der Arbeitsbetriebe des Gefängnisses Affoltern am Albis, Omar Simioni, kennen. Dieser sah in der Herstellung von Masken eine Beschäftigungsmöglichkeit für die Gefangenen. 

Da er bei offiziellen Stellen auf taube Ohren stiess, stellte er das Projekt seinem Bekannten Böni vor. Dieser -zögerte nicht, die dafür notwendige Maschine anzuschaffen. Gleichzeitig liess er sich selber bei einem deutschen Hersteller in die Materie einführen. Seit Anfang April ist die Maschine in Affoltern in Betrieb, und sie produziert in der Minute 40 bis 60 FFP2-Schutzmasken. Im Moment laufen -diese noch unter einem deutschen Zertifikat, doch dieses sei innerhalb der EU kein Problem, erklärte der Unternehmer. 

Warum Schweizer Masken kaufen?

Im Gespräch erklärte Böni, dass es preislich schwierig sei, mit China-Masken zu konkurrenzieren. Doch es gäbe durchaus gute Gründe, Schutzmasken aus Schweizer Produktion zu kaufen, meinte der Produzent. Denn erstens bleibe die Wertschöpfung im Land,
die Eingewiesenen – das ist die neue Bezeichnung für Häftlinge – könnten eine Arbeit verrichten und die Transportwege seien kurz. Zudem müsse ein Kunde nicht gleich eine riesige Menge abnehmen, wie das im Fernen Osten der Fall sei, denn das Lager befinde sich ja in der Schweiz. Auch würde jede Maske vor der Auslieferung auf Sicherheit und Funktionalität geprüft. Für die Produktion und Verpackung von Schutzmasken können acht bis 12 Häftlinge beschäftigt werden, war weiter zu erfahren.

Masken auch in Zukunft benötigt

«Sind Masken nicht eher ein temporäres Geschäft?», wollten wir vom Unternehmer wissen. Böni ist überzeugt, dass qualitativ gute Schutzmasken auch in Zukunft zum Einsatz kommen. Etwa im Gesundheitswesen, in manchen Berufen oder gar beim Fliegen und an anderen Orten, wo Menschen sich nahekommen. Ziel müsse es sein, dass die öffentliche Hand oder auch Spitäler die Vorteile seiner Schutzmasken erkennen und nicht nur auf den Preis schauen. 

Mehr Informationen unter www.boeni-msm.ch.

Hans Ueli Kühni, freier Mitarbeiter