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Tuggen
09.05.2021
05.05.2021 11:09 Uhr

«Mein Wunsch wäre, einmal in der Nationalmannschaft zu spielen»

«Ich rannte schon als Kleinkind dem Ball hinterher», sagt Emanuela Pfister. Mittlerweile macht sie das bei GC. Bild: Irene Lustenberger
Die Talent Ausserschwyz bietet sportlich, musikalisch oder künstlerisch begabten Jugendlichen die Möglichkeit, Talentbereich und Schule erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Eines der sportlichen Talente ist Emanuela Pfister, Fussballerin aus Tuggen.

Emanuela Pfister ist 14 Jahre alt, wohnt in Tuggen und besucht die erste Klasse der Talent Ausserschwyz in Lachen. Ihre grosse Leidenschaft ist Fussball. «Ich rannte schon als Kleinkind dem Ball hinterher», blickt die Realschülerin zurück. Das erstaunt nicht, ist Emanuela doch in Brasilien geboren, wo Fussball als Nationalsport gilt. Im Alter von fünf Jahren zog sie mit ihrem Schweizer Vater und ihrer brasilianischen Mutter von São Paulo nach Tuggen und trat dem dortigen Fussballclub bei.

«Mein Vorbild? Neymar» Als Elfjährige kam sie in die Regionalauswahl Zürich und wurde dort von der GC-Trainerin entdeckt. Seit zwei Jahren spielt die Stürmerin nun im U15-Frauenteam des Stadtzürcher Clubs. Dass die Halb-Brasilianerin Neymar als Vorbild nennt, überrascht nicht. «Aber ich liege nicht so oft am Boden», sagt sie lachend.

Praktisch täglich steht Emanuela Pfister auf dem Fussballplatz. «Wir trainieren fünfmal pro Woche. Am Montag nicht, dafür am Donnerstag zweimal», führt sie aus. «Und am Wochenende sind Spiele.» Dass die junge Tuggnerin Talent hat, zeigt die Tatsache, dass sie im Aufgebot der U14-Nationalmannschaft steht.

Damit sie ihre Karriere vorantreiben kann, hat sich Emanuela für die Talent Ausserschwyz entschieden. Denn dank des im Vergleich zu regulären Oberstufenklassen reduzierten Stundenplans und den flexiblen undselbstständigen Unterrichtsformen bleibt ihr mehr Zeit für ihr Hobby. Und dies ist auch eines der Kriterien zur Aufnahme in die Schule: Die Jugendlichen müssen mindestens zehn Stundenpro Woche für ihr Hobby aufwenden.

Berufswunsch Malerin

Bei GC ist es das erste Mal, dass die 14-Jährige in einem Frauenteam spielt. Bis anhin war sie das einzige Mädchen inmitten vieler Jungs. «Mittlerweile höre ich keine dummen Sprüche mehr. Es wird akzeptiert, dass auch Frauen Fussball spielen», sagt sie. Denn inzwischen gäbe es auch bei den Frauen gut verdienende Profis. «Und wir geben ja gleich viel wie die Männer. Weshalb sollten denn diese bevorzugt werden?» Trotz ihrer Liebe zum runden Leder ist sich Emanuela Pfister bewusst, dass auch die Schule wichtig ist. «Momentan ist die Schule wichtiger. Ich weiss ja nicht, ob ich es im Fussball schaffe», sagt sie.

So hat die 14-Jährige denn auch einen «normalen» Berufswunsch: «Ich wollte eigentlich immer schon Malerin werden.» Doch natürlich hat sie auch sportliche Ambitionen. «Mein Wunsch wäre, einmal in der Nationalmannschaft zu spielen und im Fernsehen zu sein», sagt sie lachend. Zu einem Leben als Fussball-Profi im Ausland würde die junge Stürmerin auch nicht nein sagen. Zuerst will sie nun aber die Schule beenden und eine Lehre absolvieren.

Irene Lustenberger, Redaktion March24 & Höfe24