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Lifestyle
19.02.2020
20.02.2020 08:50 Uhr

Motzchischte: «Seit Kilchbergers 'Top secret' hat das SRF keine Quiz-Renner mehr»

«Da gibt es nichts zu lachen, erst recht nicht, seit Susanne Kunz nicht mehr moderiert»: Redaktorin Johanna Mächler über die Sendung «1 gegen 100». (Bild: youtube.com)
Redaktorin Johanna Mächler lässt sich über die Sendung «1 gegen 100 aus».

von Johanna Mächler

Öfter an einem Montagabend schaue ich die Sendung «1 gegen 100». Sie ist mässig unterhaltsam, aber dafür lehrreich. Es sind Menschen wie Sie und ich, die dort ihr Glück versuchen – und oft scheitern. Was aber nicht nur an ihnen liegt, sondern am Konzept dieser Sendung.

Kaum ist der vermeintliche Glückspilz auf dem Rondell angelangt, beginnt seine Qual. Kommen die ersten beiden Themen, muss blitzschnell die bessere Option gewählt werden. Meist gelingt es den Kandidatinnen und Kandidaten, über die einfachen Anfangsfragen hinauszukommen, so dass man ein Sümmchen gewinnt und drei Joker hat. Bei jeder Fragestellung leuchtet die Kamera frontal jede Gesichtsregung aus, sogar jede Falte. Und würde der Kandidat hemmungslos lachen, würde man wohl sein «Halszäpfli» sehen.

«Man merkt, dass das Fernsehen spart. Denn es gibt auch keine Trostpreise für jene, die bei «1 gegen 100» verlieren.»
Johanna Mächler, Redaktorin

Aber da gibt es nichts zu lachen, erst recht nicht, seit Susanne Kunz nicht mehr moderiert. Im Gegenteil. Wenn das Sümmchen auf eine Summe angewachsen ist, kommen die Killerfragen. Dann müssen die Joker eingesetzt werden, und der Gewinn halbiert sich schneller als die Zahl der Gegner. Immerhin kann man sich noch einen Extra-Joker als Rettungsanker erspielen. Doch einige Kandidaten wollen gar nicht gerettet werden. Sie verhauen es einfach. Kommt dann das dicke Ende, und jemand verliert seine 5000 oder 20 000 Franken, muss er oder sie subito ab der Bühne.

Seit Kilchbergers «Top secret» hat das SRF keine Quiz-Renner mehr. Das ist schade – und man merkt, dass das Fernsehen spart. Denn es gibt auch keine Trostpreise für jene, die bei «1 gegen 100» verlieren. Wie wär es mit 500 oder 1000 Franken, quasi als Entschädigung für das Sich-zur-Schau-stellen? Oder einen Ausflug in einen Kanton nach Wahl. Das würde dieser Sendung, die auch Wert auf Swissness legt, doch gut anstehen.

Johanna Mächler