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Siebnen
19.04.2021
20.04.2021 14:16 Uhr

Findet die Bäckerei Bruhin den Weg aus der Krise?

Bild: am
Aufgrund der Coronakrise stehe es finanziell schlecht um die Bäckerei Bruhin in Siebnen. Gerüchte häufen sich, wonach Konkurs angemeldet und der Laden geschlossen werden muss. Investoren sollen dies verhindern.

Die Gerüchteküche im Dorf Siebnen brodelt. Bereits seit Wochen heisst es, dass die Traditionsbäckerei von Wendelin Bruhin schliessen wird. Einige wollen wissen, dass es bereits Ende April soweit ist, andere sprechen von Ende Juni. Wieder andere erzählen, dass Bruhin Konkurs angemeldet habe und nach einem Pächter respektive einem Nachfolger für die 2016 eröffnete Bäckerei mit Café suche.

Bruhin hüllt sich in Schweigen

Ende März wollte Wendelin Bruhin diese Gerüchte nicht kommentieren, gab aber zu, dass es ihn finanziell schon sehr treffe, «seit das Café geschlossen ist und kein Siebner Märt und keine Fasnacht gewesen sind». Denn was viele nicht wissen: Diese Veranstaltungen generieren jeweils einen grossen und wichtigen Umsatz. Dieser fehlt genauso wie die zahlreichen Monatseinnahmen aus dem Café. Kommt hinzu, dass die Bäckerei als Einzelfirma und nicht etwa als GmbH geführt wird, womit Bruhin möglicherweise mit dem Privatvermögen haften und deshalb auf Corona-Hilfsgelder verzichten muss.

Gut zwei Wochen später halten sich die Gerüchte immer noch im Dorf. Mehr noch: Mittlerweile wird laut, dass Bruhin 30 Angestellten die Kündigung ausgesprochen haben soll – schon in zwei Wochen stünden sie sozusagen auf der Strasse. Bruhin selbst hält sich weiterhin bedeckt. «Wir werden Ende April nicht schliessen», schreibt er in einer Textnachricht lediglich. Zu den Kündigungen hüllt er sich in Schweigen: Sobald er Näheres wisse, würde er informieren.

Schliessen, um wieder zu öffnen

Wie aktuellsten Recherchen ergaben, wurde bis Ende letzter Woche kein Konkurs angemeldet. Weder privat noch geschäftlich. Es deutet aber vieles darauf hin, dass Bruhin, wie diverse Quellen «wissen», per Ende Monat Privatkonkurs anmelden wird. Demzufolge würden die Bäckerei schliessen und die Angestellten ihren Job verlieren.

Aber nicht für lange. Gemäss unseren Informanten habe Bruhin vier Geldgeber gefunden, die ihn dabei unterstützen, die Bäckerei als GmbH und mit den gleichen Angestellten wieder zu eröffnen. Von «auf die Strasse stellen» kann also nicht die Rede sein. Weiter heisst es, dass sich Wendelin Bruhin überlege, die Backstube aufzugeben und alle Produkte zuzukaufen.

Doch egal, welche Lösung für die Bäckerei und das Café am Ende gefunden wird: Die Siebner Bevölkerung wird wohl glücklich darüber sein, ihre Bäckerei im Dorf behalten zu können. Erst recht, wenn eines Tages auch das Café wieder geöffnet werden darf.

Silvia Gisler, Redaktion March24 & Höfe 24