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10.03.2021
11.03.2021 09:03 Uhr

Grossveranstaltung im Bistro einer Märchlerin wird Folgen haben

Im «Älpli» Gommiswald wurde trotz Polizeieinsatz gefeiert: Laut Veranstaltern keine Party, sondern eine «religiöse Veranstaltung».
Im «Älpli» Gommiswald wurde trotz Polizeieinsatz gefeiert: Laut Veranstaltern keine Party, sondern eine «religiöse Veranstaltung». Bild: zvg
Die illegale Veranstaltung im Bistro «Älpli» im Gommiswald wirft hohe Wellen: Rund 90 Personen haben am Samstag gefeiert, trotz Polizeieinsatz. Die Märchler Wirtin zeigt auch jetzt Entschlossenheit, bereut den Anlass nicht.

Das Bistro «Älpli» in Gommiswald schreibt gerade schweizweit Schlagzeilen: Unzählige Medien berichten über die illegale Party vom vergangenen Samstag, welche trotz Polizeieinsatz durchgeführt wurde. Rund 90 Personen nahmen daran teil.

Die Polizei bekam durch einen Informanten Wind vom Vorhaben. Wangnerin Ramona Kessler, Wirtin im «Älpli»: «Polizei und Gemeinde riefen mich mehrmals an, um mich davon abzubringen. Man drohte mir mit Bussen und weiteren Konsequenzen.» Sie liess sich nicht beirren. Trotzdem waren sie und der Veranstalter nicht bereit, klein beizugeben, und zogen den Anlass durch. Ihre Begründung: Es sei keine Party gewesen, sondern eine religiöse Veranstaltung. Und diese seien laut Corona-Regeln nach wie vor erlaubt. Eingeladen und aufgetreten ist auch Armin Schmid, Ingenieur FH und Corona-Kritiker, um über Rechte, Gesetze und den Umgang mit den Massnahmen zu informieren.

Die Wirtin berichtet weiter. «Die ankommenden Gäste erwartete ein grosses Polizeiaufgebot und ihnen wurde mitgeteilt, dass man sie beim Betreten des Lokals verzeigen und büssen würde. Uns wird Unverhältnismässigkeit vorgeworfen, aber als die Meisten schon da waren, hat die Polizei noch alle Zufahrtstrassen zum Dorfplatz kontrolliert. Durchlass gewährt wurde nur denjenigen, die glaubhaft versichern konnten, dass sie nicht zu uns wollten. Steht das im Verhältnis zu unserem Anlass?»

Handy, Kasse, Stockgeld beschlagnahmt

Organisator Silvio Forster weiter: «Von Polizei und Medien werden wir alle als Corona-Gegner diffamiert. Niemand hat uns persönlich kontaktiert, unsere Gründe und Überlegungen wurden nicht angefragt. Mir wird ein Geburtstagsfest vorgeworfen. Dabei war es ein Privatanlass zweier religiöser Gruppen und wir haben alles Notwendige dazu eingehalten.» 

Am Montag kamen die Ordnungshüter dann mit einem Durchsuchungsbefehl fürs Restaurant und für die Wohnadresse von Silvio Forster: «Man hat mein Handy beschlagnahmt.» Weil er selbständig sei und seine Kontakte dringend für seine Arbeit benötige, hofft er auf eine rasche Rückgabe.

Im Alpbeizli war die Polizei nicht zimperlich. Ramona Kessler: «Die Beamten nahmen alles mit, Kasse, Stockgeld, Lieferscheine. Auch Sachen, die gar nichts mit dem Anlass zu tun haben, wie das Geld, das ich über das ganze vergangene Jahr für Gutscheine erhalten habe.» Alle Teilnehmer müssen laut Kapo mit einer Ordnungsbusse oder gar einer Verzeigung rechnen.

Wird der Wangnerin das Patent entzogen?

Und es droht weiterer Ärger: Die Gemeinde will der Gastronomin das Patent entziehen. «Wir sind aktuell im Gespräch mit dem Kanton und prüfen, ob gegen das Gastwirtschaftsgesetz verstossen wurde», sagt Gemeindepräsident Peter Hüppi zum Ostschweizer Newsportal «FM1Today».

Verständnis hat Peter Hüppi für die Aktion nicht. «Natürlich ist die aktuelle Situation schwierig für alle. Trotzdem war dieser Event absolut unfair allen anderen Gastwirten gegenüber.» Auch die Bevölkerung von Gommiswald sei nicht erfreut darüber, was passiert ist. An der Veranstaltung haben laut Hüppi hauptsächlich auswärtige Gäste teilgenommen. 

Video zur Veranstaltung

Video der Veranstalter:

 

stgallen24/March24 & Höfe24