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Sport
27.01.2021

Saisonabbruch zum Zweiten

Auch für die Red Devils aus Altendorf ist die Unihockey-Saison zu Ende. (Bild: Carlo Stuppia) Bild: Carlo Stuppia
Swiss Unihockey hat vergangene Woche entschieden, die komplette Saison mit Ausnahme der NLA frühzeitig abzubrechen. Für die Red Devils-Verantwortlichen aus Altendorf ist der Entscheid wichtig und richtig.

Schon wieder. Zum zweiten Mal in Folge kann die Unihockeysaison nicht beendet werden. Wie der nationale ­Verband vergangene Woche mitteilte, wird die komplette Saison in allen Ligen per sofort abgebrochen. Ausnahme gibt es nur eine: In der NLA der Frauen und Männer wird weitergespielt. «Der Wunsch nach Planungssicherheit ist bei vielen Vereinen gross. Die momentane Situation und die Prognosen liessen uns keinen anderen Entscheid», erläutert Daniel Bareiss, Zentralpräsident von Swiss Unihockey. Will heissen: Für die NLB-Mannschaft der Red Devils ist die Saison erneut frühzeitig zu Ende. Warum die höchste nationale Liga weiterspielen kann und die NLB nicht, ist schnell erklärt: Bei Swiss Olympic wird im Unihockey alles andere als die NLA als Amateursport deklariert und somit dem Breitensport zugeordnet, der seit Monaten stillsteht und noch lange auf Lockerungen warten können wird.

«Wir haben reichlich Zeit»

Es wäre auch unvorstellbar gewesen, die Saison, die notabene seit dem 23. Oktober bereits unterbrochen ist, in irgendeiner Form zu beenden. Denn die in der Politik bestens vernetzte Taskforce von Swiss Unihockey geht nicht davon aus, dass vor April Indoor-Sport in grösseren Gruppen wieder ­erlaubt sein wird.

«Ich habe mich fast schon gewundert, wie lange ein Abbruch noch auf sich warten lässt.»
Marco Eberhöfer, Sportchef NLB-Mannschaft Red Devils

Und soll die Spielzeit 2021/22 wie gewohnt starten, hatten die Verantwortlichen gar keine andere Wahl – sind doch in der NLB erst gerade einmal fünf Partien gespielt worden. «Es ist schade, aber ich habe mich fast schon gewundert, wie lange ein Abbruch noch auf sich warten lässt», sagt Marco Eberhöfer, seines ­Zeichens Sportchef des NLB-Teams der Roten Teufel. Aktuell hat die Mannschaft nach dem strengen Schutzkonzept in Kleingruppen Taktik und Physis trainiert, ohne ein Ziel in Form des ­Restarts vor Augen. «Wir mussten und müssen das eigene Ego zurückstellen. Das Wichtigste ist nun, dass wir ­planen können – was mit dem jüngsten Entscheid der Fall ist», führt Eberhöfer aus.

Aus sportlicher Sicht ist der Abbruch ärgerlich. Auch wenn erst eine Handvoll Partien absolviert waren, zeigte sich die Mannschaft von Dominik Keller in guter Verfassung und ­beendet die Saison nun auf Rang vier. Werden die wenigen Auftritte bilanziert, wären die erstmaligen Play-offs seit 2016/17 auf jeden Fall greifbar ­gewesen. Wie es teamintern weitergeht, weiss Eberhöfer noch nicht: «Wir werden uns diese Woche im Staff besprechen. Klar ist: Die nächsten Ernstkämpfe stehen erst im Sommer mit dem Cup an, und die Meisterschaft wird im September starten – wir haben also reichlich Zeit.»

«Wenn die Junioren mit Herzblut dabei sind, mache ich mir auch für die Zukunft keine Sorgen.»
Philipp Keller, Präsident Red Devils

Nach wie vor Neueintritte

Abseits der ersten Mannschaft steht das Vereinsleben für die über 16-Jährigen nun definitiv noch länger still. «Ich habe nichts anderes erwartet», sagt Präsident Philipp Keller. Der Vorsitzende des knapp 500 Mitglieder starken Vereins sieht seinen Verein aber nicht in Gefahr, weder sportlich noch finanziell. «Wir haben in den letzten Jahren abseits des Feldes sehr gut gearbeitet. Und erstaunlicherweise haben wir nach wie vor wöchentlich Neueintritte bei den Junioren», erzählt der ­Altendörfler. Denn sämtliche ­Junioren unterhalb der U16-Stufe konnten stets trainieren – natürlich unter Einhaltung des strengen, hauseigenen Schutzkonzeptes. Für Keller sei dies das Wichtigste, denn für Kinder und Jugendlichen stünden Training und Spass an erster Stelle, nicht die Meisterschaft. «Und wenn die Junioren mit Herzblut dabei sind, mache ich mir auch für die Zukunft keine Sorgen.»

Finanziell wird auch der zweite ­Saisonabbruch in Folge Spuren hinterlassen. Denn ohne Heimturniere, ohne NLB-Partien, ohne das Zuschauermagnet Play-offs fehlen nicht nur die Emotionen, sondern auch wichtige Einnahmequellen. Aber: «Für das vergangene Jahr konnten wir von den Entschädigungen für den Breitensport profitieren. Und weil wir auch dank unserer vielen Kleinsponsoren finanziell auf gesunden Beinen stehen, können wir auch die nächsten Monate stemmen», sagt Keller.

Roger Züger