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Sport
26.01.2021

Trotz widriger Umstände: Wolf-Power Racing mit zwei Podestplätzen

Idyllischer Sonnenuntergang über dem Autodrom in Dubai. Bild: zvg
Auch in diesem Jahr startete die 24h Series in Dubai. In der Kategorie TCR war das Wangner Rennteam als Titelverteidiger mit dabei. Zum ersten Mal waren drei Autos am Start. Allerdings beendeten nur zwei davon die volle Distanz.

Erstaunlich viele Rennteams haben den Weg nach Dubai zum Autodrom gefunden. Erstaunlich deshalb, da die Reise- und Einreisebestimmungen für die Teams und deren Personal momentan nicht ganzeinfach sind. So auch für das Wangner Rennteam Autorama Motorsport by Wolf-Power Racing. Bis anhin, ­also in den letzten zwei Jahren, haben die Märchler mit zwei Autos an den Rennen teilgenommen. Die Teilnahme eines dritten Autos wurde immer wieder diskutiert. Nun, im ersten Rennen der 24h Series in Dubai wurde dies realisiert. «Das war logistisch nicht ganz einfach für uns», sagt Renningenieur Raphael Wolf. Denn nicht nur eine dritte Fahrer-Crew musste an die Rennstrecke im Wüstenstaat gebracht, auch eine ganze Boxenmannschaft musste zusätzlich gestellt werden. Denn auch das Wangner Rennteam wurde nicht verschont von Corona-Fällen. Sowohl Fahrer wie auch Mechaniker, die nicht einreisen konnten, mussten teilweise sehr kurzfristig ersetzt werden. Trotzdem wurde die dritte Saison in dieser Rennserie mit einem dritten WV Golf in Angriff genommen. Zwei Autos standen nach der Qualifikation auf den ersten beiden Startplätzen.

Pole-Position für Auto 112. Bild: zvg

Das dritte machte dort weiter, wo das Team im letzten Jahr im Training in Dubai angefangen hatte. Ein ­Totalschaden im Training musste über Nacht repariert werden. Dem Team blieb keine Zeit, die richtigen Rennabstimmungen auf den Wettkampf hinzukriegen sowie kaum Gelegenheit, die erforderliche Anzahl Runden für die Fahrer zu fahren.

Viel Arbeit für die Boxencrew von Wolf-Power Racing in Dubai. Bild: zvg

Das Rennen konnte trotz aller widriger Umstände in Angriff genommen werden. Doch morgens um ein Uhr verunfallte das Auto erneut mit einem Totalschaden als Folge und konnte nicht mehr repariert werden.

Aber auch das Titelverteidigerauto mit der Startnummer 112 kam in den 24 Stunden nicht ungeschoren über die Runden. Zwar konnte das Rennen von der Pole-Position in Angriff genommen werden, aber das Vorderachsdifferential stieg schon nach einer Stunde aus. «Das ist zwar nicht sehr schlimm, man kann das Rennen beenden», erklärt Wolf. «Aber der Fahrer muss vorsichtiger und dementsprechend langsamer fahren.» Auch nutzen sich die Pneus viel schneller ab, da die Räder eher durchdrehen.

Das Team beim Fahrerwechsel. Bild: zvg

Technische Probleme

Generell macht dieses technische Teil seit ein paar Rennen auch in anderen Teams Probleme. «Es kann sein, dass wir mit all den Entwicklungen in den letzten Jahren nun so langsam aber sicher an die technischen Grenzen des Motors stossen», vermutet Raphael Wolf. Andererseits läuft dieses Differential in anderen Autos fehlerfrei. Nach den Ursachen wird da und dort fiebrig gesucht.

Dann kam für Auto 112 auch noch Pech hinzu. Bei mehreren Code-60-Phasen des Rennens – alle Fahrer dürfen nur 60 km/h fahren – war die stärkste Konkurrenz oft an den Boxen, um notwendige Reparaturen oder Tankstopps durchzuführen. Die Wangner mussten dies während des normalen Rennbetriebs machen. Sie verloren deshalb bis zu vier Runden. «Dies ist bei einem solchen Rennen fast nicht mehr aufzuholen», weiss der Wangner Renningenieur. Trotzdem holte das Märchler Team dank guter Pace und einer klugen Strategie die verlorenen runden im Verlauf der 24 Stunden wieder auf, doch zum Sieg reichte es trotzdem nicht mehr ganz. So schaute am Ende für das Auto 112 ein zweiter Platz heraus.

Das zweite Auto (Nummer 1) klassierte sich als Dritter direkt hinter dem anderen eigenen Auto.

Die Belohnung: Platz 2 und 3 nach 24 Stunden. Bild: zvg
Franz Feldmann, Sportredaktion March24 & Höfe24