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Sport
25.01.2021

Kryenbühls Spezialhelm verhinderte Schlimmeres

Bild: Keystone
Der Unteriberger Skirennfahrer hatte bei seinem Horrorsturz am Freitag Glück im Unglück.

Der Horrorsturz von Urs Kryenbühl am Freitag auf der Streif wird vielen Skifans noch lange im Gedächtnis bleiben. Nachdem der Unteriberger im Zielsprung mit voller Heftigkeit auf die Piste geknallt war und danach mit dem Helikopter ins nächste Spital geflogen wurde, war die Ungewissheit gross, und alle bangten um die Kryenbühls Gesundheit. So auch sein Bruder Rolf Kryenbühl, welcher 2018 und 2019 schon zwei Mal als Vorfahrer auf der Streif im Einsatz war, aber dieses Jahr wegen Corona nicht nach Kitzbühel reisen konnte. Er sagte gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Nach dem Sturz von Urs am Mittag habe ich bis ungefähr 14.30 Uhr gelitten. Dann habe ich erfahren, dass mein Bruder verhältnismässig glimpflich davongekommen ist.»

Am Freitagabend folgten dann die ersten offiziellen Informationen aus dem Spital. Die Diagnose: gerissenes Kreuz- und Innenband im rechten Knie, Bruch des rechten Schlüsselbeins und eine leichte Gehirnerschütterung. Die Saison ist für Kryenbühl vorbei.

Seit dieser Saison mit Spezialhelm unterwegs

Dass es nicht zu einer gravierenderen Kopfverletzung gekommen ist, liegt an einem neuen Helm, welchen Kryenbühl seit dieser Saison einsetzt. Dies sagt Ruedi Holdener, der den Unteriberger im Marketing- und Sponsoringbereich unterstützt. «Urs hat den Ratschlag seines Teamkollegen Thomas Tumler beherzigt und die Helm-Marke gewechselt. Sein neuer Ausrüster Giro hat ein einzigartiges System im Inneren des Helmes aufgebaut, bei dem der Aufprall enorm gedämpft wird», so Holdener gegenüber dem «SonntagsBlick». Das Spezielle am neuen Helm ist die sogenannte «System Spherical Mips»-Technologie, welche die auf den Kopf wirkende Rotationsenergie reduziert. Damit soll der Helm gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung im Vergleich zu anderen Helmen eine bis zu 16 Prozent höhere Schutzwirkung gegen Hirnverletzungen erzielen.

Ein weiterer Grund, warum Kryenbühl mit deutlich weniger heftigen Verletzungen davongekommen ist, als dies 2009 an selber Stelle bei Daniel Albrecht (schweres Schädel-Hirn-Trauma) der Fall war, ist gemäss Bernhard Russi die Falltechnik von Kryenbühl. Er habe sich im letzten Moment optimal eingedreht und sei deshalb nicht frontal auf die Piste aufgeprallt.

Urs Kryenbühl wurde schon am Samstag vom Spital im Tirol nach Zürich überführt.

Sportredaktion, March24 & Höfe24