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Kanton
20.01.2021
20.01.2021 17:48 Uhr

Sieben Kinder waren leichter als 15 Kilo

Jedes Kind ist einzigartig – und das ist gut so. Trotzdem lassen die Vergleichswerte im letzten Bericht des Schulgesundheitsdienstes aufhorchen. Insbesondere die grossen Unterschiede bei Grösse und Gewicht.

Ist das Kind zu gross oder zu klein? Ist es zu dick oder zu dünn? Hört es nicht gut oder sieht es schlecht? Als Eltern ist man diesen Fragen ständig ausgesetzt. Wenn man sie sich nicht selber stellt, dann machen dies Angehörige, Nachbarn, Freunde oder irgendwelche Passanten, denen etwas auffällt. In unserem Fall haben sich Ärzte im Auftrag des kantonalen Schulgesundheitsdienstes diesen Fragen gestellt und die Kinder vor dem Schuleintritt untersucht. So wie jedes Jahr mit einer grossen Bandbreite an Ergebnissen.

Neun Kinder waren schwerer als 40 Kilo

Sowohl beim Gewicht als auch bei der Grösse der Kinder sind grosse Unterschiede auszumachen. So ist das kleinste Kind beim Schuleintritts-untersuch gerade mal 96 Zentimeter gross, das grösste 165,2 Zentimeter. Sieben Kinder waren leichter als 15 Kilo und neun Kinder schwerer als 40 Kilo. Auch hier ein immenser Unterschied. Gründe für die Differenzen gibt es verschiedene. So könne es natürlich sein, dass manche Kinder bei der Einschulung älter oder jünger waren als andere und entsprechend die Bandbreite der Daten erweitern. Grund zur Sorge gäben die Zahlen aus dem Bericht des Schulgesundheitsdienstes nicht. Denn insgesamt seien «nur» zwei Prozent der Schüler in der 1. Klasse der Primarstufe übergewichtig.

96

Zentimeter

war das kleinste Kind beim Schuleintritt 2019/2020 gemäss Bericht des Schulgesundheitsdienstes.

 

Zwischen dem 30. Juni 2019 und dem 30.  Juni 2020 wurden beim kantonsärztlichen Dienst insgesamt 1239 Formulare der ärztlichen Schuleintrittsuntersuchung eingereicht.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass die angehenden Erstklässler eine Durchschnittsgrösse von 121 cm aufweisen. Damit liegt man in etwa beim Wert des Vorjahres (120 cm). Deutlich grössere Unterschiede zum Vorjahr zeigen die Untersuchungen in Bezug auf die maximale und minimale Grösse der Kinder. «Das kleinste Kind misst 96 cm, das grösste Kind 165,2 cm», heisst es im aktuellen Bericht des Schulgesundheitsdienstes (SGD). Das bedeutet, dass der grösste Erstklässler im Kanton Schwyz bereits grösser ist als mancher Erwachsener und sage und schreibe 70 Zentimeter grösser ist als der kleinste Erstklässler im Kanton. Wie dies sein kann, wollten wir vom stellvertretenden Kantonsarzt Arthur Vogt wissen. «Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen Fehler, da gewisse Schulen fast auf dem gleichen Formular erfasst werden wie die Erstklässler», erklärt er per E-Mail.

Neun Kinder schwerer als 40 Kilo

Doch auch beim Gewicht sind gewisse Differenzen erkennbar. Gemäss dem Bericht des SGD wogen sieben Kinder bei der Einschulung weniger als 15 Kilo. Im Vorjahr war es keines, noch ein Jahr früher waren es zwei Kinder. Neun Kinder waren beim Schulantritt im Sommer schwerer als 40 Kilo. Im Vorjahr waren es vier, im Jahr 2018 ebenfalls neun Kinder. Weshalb leiden Kinder schon in so jungem Alter an Über- respektive Untergewicht? «Da können verschiedene Faktoren mitspielen: weniger Bewegung, Essgewohnheiten, Vererbung, Krankheitsbedingt, Elektronische Medien usw.», erklärt Vogt weiter. Alarmierend seien die Zahlen keineswegs. Insgesamt sind «nur» zwei Prozent der Schüler in der 1. Klasse der Primarstufe übergewichtig. 6,8 Prozent sind es in der 4. Klasse der Primarstufe. «Bei Schuleintritt sind die Kinder tendenziell normalgewichtig. Im Verlauf der Schulzeit steigt das Gewicht an.» Bei den Schülerinnen und Schülern der 2. Klasse der Sekundarstufe I konnten im Schuljahr 2019/20 keine BMI-Daten erhoben werden. Dies aufgrund des coronabedingten Ausfalls sämtlicher Schuluntersuche ab dem 16. März.

79 Kinder weiter in Abklärung 

Weiter ergab der schulärztliche Untersuch, dass sich insgesamt 221 Kinder einer medizinischen oder therapeutischen Weiterbehandlung unterziehen sollten. «Bei sieben Kindern empfahl der untersuchende Arzt eine Impf-beratung (Impfung mit dem Hausarzt besprechen, Impfung nachholen oder Impfungen kontrollieren)», heisst es im Bericht weiter. Zur Weiterbehandlung unter anderem von Vorhautverengungen wurden 14 Kinder dem Kinder- oder Hausarzt zugewiesen. Vier Kindern wurde eine logopädische Therapie, sechs eine Psychomotorik-Therapie, zwölf eine Kontrolle beim Augenarzt sowie sechs Kindern ein Zahnarztbesuch empfohlen.

Bei weiteren 37 Kindern wurde aufgrund der Schuleintrittsuntersuchung die weitere Abklärung bei einem Spezialisten empfohlen. Dies könne zum Beispiel ein Chirurg, Orthopäde, HNO-Arzt, Physiotherapeut, Ernährungs-berater, Heilpädagoge, oder ähnliches  sein.

Silvia Gisler, Redaktion March24 & Höfe 24