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Sport
24.12.2020
23.12.2020 18:16 Uhr

Schär auf Du und Du mit den Grossen des Tennis

Raffael Schär trainiert zusammen mit Daniil Medvedev (Bild zvg).
Schon drei Jahre lang trainiert der Siebner Raffael Schär in Südfrankreich mit den Profis.

Raffael Schär ist vor drei Jahren ausgezogen und trainiert auf den gleichen Plätzen, wo auch die Weltstars des Tennis sich fit halten. Erst gerade hat sich der Russe Daniil Medvedev an den ATP-Finals in London mit  Dominik Thiem duelliert und auch den prestigeträchtigen Titel gewonnen, nun trainierte der junge Märchler schon mehrmals zwei Stunden lang mit der Nummer 4 der Welt und spielte Trainingsmatches gegen ihn. «Medvedev musste mir beim Service sagen, wohin er aufschlägt», schmunzelt Schär. Hätte das der Russe nicht getan, es hätte sich wohl kein richtiges Spiel ergeben. «Unglaublich, wie schnell und präzise der Aufschlag ist», staunte der Siebner. War der Ball einmal im Spiel, so gewann Raffael Schär schnell einmal die Erkenntnis, dass er einigermassen spielerisch mithalten konnte. «Der einzig grosse Unterschied ist, auch zu allen anderen Spielern, die hier in der Mouratoglou Tennis Academy trainieren, die unheimliche Präzision von Daniil.» Der Umgang untereinander ist meist sehr freundschaftlich, naturgemäss aber nicht mit jedem Spieler oder jeder Spielerin der gleiche.

Die netteste Spielpartnerin sei US-Open-Gewinnerin Bianca Andreescu gewesen. «Wir hatten schon auf dem Spielfeld einen lockeren, freundschaftlichen Umgang miteinander», erzählt Schär. «Wir haben auch nach dem Trainingsspiel noch lange miteinander gesprochen.» Auch das US-Wunderkind Cori Gauff sei angenehm. Man kennt sich halt auf dem Campus. 

««Da fegt mich keine von Platz»»
Raffael Schär zusammen mit Cori Gauff (USA). Bild: zvg

Das Ziel sind die Top-10

Wie sieht denn ein Tagesablauf von Raffael Schär in Südfrankreich aus? Ein Tennis- sowie ein Fitnesstrainer sorgen für Schärs Entwicklung. «Ich spiele jeden Tag vier Stunden Tennis, dann gibts anderthalb Stunden Fitness», erklärt Schär. Zusätzlich gehört Dehnen und Auslaufen zum Programm, am Samstag gibts noch Yoga. 

Und wohin soll die Reise führen? «Mein Ziel für nächstes Jahr sind die Top-1000 in der ATP», gibt sich Raffael Schär das Ziel vor. Dereinst sollen es die Top-10 sein. Dazu muss er den Aufschlag massiv trainieren, um mit der Tennis-Elite mithalten zu können. Mit den besten Damen kann er das schon. «Da fegt mich keine von Platz», lacht er. «Manchmal gewinne ich, manchmal gewinnt sie.» Der 18-Jährige weiss, dass es an die Weltspitze im Tennis noch ein weiter Weg ist. «In diese Academy zu gehen, die eine der besten ist, war ein sehr guter Entscheid.» Die Idee ist, dass Raffael Schär in Zukunft auch gegen die Top-Cracks gewinnt, mit der gleichen Präzision und dem gleich starken
Service, wie es ihm Daniil Medvedev gerade vorgemacht hat.

Franz Feldmann, Sportredaktion March24 & Höfe24