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Altendorf
27.11.2020

Gemeindeversammlung will Steuerfuss beibehalten

Säckelmeister Markus Suter liest den Antrag des Gemeinderats vor. Bild: Anouk Arbenz
Der Gemeinderat Altendorf konnte die Gemeindeversammlung vom Mittwoch von seiner Strategie überzeugen, das Eigenkapital bei gleichbleibendem Steuerfuss in den nächsten vier Jahren drastisch zu senken.

Die Gemeindeversammlung vom 25. November war speditiv wie nie, Wortmeldungen gab es diesmal keine. Zufall, dass dies genau an dem Abend der Fall war, an dem die SVP March in Lachen ihre ausserordentliche Generalversammlung mit anschliessender Parteiversammlung abhielt? Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Altendörfler Albert Knobel, der in der jüngeren  Vergangenheit in den Medien mit seinem Protest gegen die Corona-Schutzmassnahmen Aufmerksamkeit erregte, dieser Gemeindeversammlung fernblieb. Wie dem auch sei: Trotz SVP-Lücke waren 130 (!) stimmberechtigte Altendörflerinnen und Altendörfler gekommen, um über den Voranschlag und den Steuerfuss 2021 sowie die Einbürgerung von zwölf Personen abzustimmen.

Minus von über zwei Millionen

Der Gemeinderat Altendorf budgetiert für das nächste Jahr einen Aufwandüberschuss von 2,05 Millionen Franken, der sich aus dem Gesamtaufwand von 24,53 Millionen Franken und dem Gesamtertrag von 22,48 Millionen errechnet. Erhöht sein werden im nächsten Jahr der Personal- und der Sachaufwand. Beim Gemeindepersonal stehen Lohnerhöhungen an, bei der Feuerwehr sind Anschaffungen und Unterhaltsarbeiten geplant. In den Finanzausgleich zahlt die Gemeinde Altendorf im nächsten Jahr 156'200 Franken plus 132'900 Franken aus Nachkalkulationen für das Jahr 2019.

«Die Planung der Folgejahre ist stark geprägt vom voraussichtlichen Ergebnis dieses Jahres», betonte Säckelmeister Markus Suter an der Gemeindeversammlung. Die Rechnung 2020 könnte trotz Mindereinnahmen bei den Steuern leicht besser ausfallen als budgetiert, da gewisse Ausgaben und Investitionen in die Folgejahre verschoben worden seien.

Die Investitionsrechnung fürs nächste Jahr sieht Nettoinvestitionen von 4,32 Millionen Franken vor. Investiert wird in die Planung des Projekts Schulraumerweiterung, in die Gestaltung des Parks am See (erster Teil), in ein neues Trottoir und die Bushaltestellen an der Zürcherstrasse, in das Wasserwerk und die Abwasserbeseitigung sowie in das Projekt «Revitalisierung Talbach-Unterlauf». 

Steuerfuss unverändert

Der Gemeinderat rechnet auch im nächsten Jahr mit Steuerausfällen aufgrund der Corona-Pandemie, welche durch den Zuzug von Steuerpflichten ausbalanciert werden dürften. Den Steuerfuss möchte er auf 90 Prozent einer Steuereinheit für natürliche Personen und 75 Prozent für juristische Personen belassen. «Trotz anstehender Infrastrukturprojekte sind wir zuversichtlich, dass wir den attraktiven Steuerfuss auch in Zukunft werden halten können. Das war schon immer unsere Strategie, die uns überhaupt erst in diese gute Position gebracht hat», schloss Suter seine Präsentation. Der Gemeinderat geht davon aus, dass sich das Eigenkapital von heute 16,19 Millionen Franken bis im Jahr 2024 auf 3,38 Millionen Franken verringert haben wird. 

Die Gemeindeversammlung stimmte dem Antrag des Gemeinderats ohne wenn und aber ohne Gegenstimme zu.

News zum Bleikenweg

Die Flurgenossenschaft Bleikenweg wehrt sich gegen die vom Gemeinderat Altendorf geplante Aufhebung des Velofahrverbots auf dem Bleikenweg nach dem Parkplatz beim Bräggerhof. Sowohl das Verwaltungs- als auch das Bundesgericht liessen den Gemeinderat abblitzen. Doch: «Nach langen und zähen Verhandlungen haben wir mit der Flurgenossenschaft eine Einigung erzielen können», informierte Gemeinde-präsident Beat Keller am Mittwoch. Noch habe die Vereinbarung jedoch nicht unterzeichnet werden können, da noch eine Person aus der Flurgenossenschaft Einsprache erhebe. «Wir sind zuversichtlich, dass es sich nur um ein kurzes Strohfeuer handelt.»

 

Anouk Arbenz, Redaktion March24 und Höfe24