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Lachen
20.11.2020

Lachner erhöhen die Steuern

Mit 44 zu 17 Stimmen hiess die Gemeindeversammlung vom Mittwochabend den um drei Punkte erhöhten Steuerfuss von 98 Prozent gut. Damit soll vermieden werden, dass die Schuldenlast ansteigt.

Wie im Vorfeld angekündigt, stellte sich die SVP-Ortspartei am Mittwochabend an der Lachner Gemeindeversammlung in der Seefeldhalle gegen die vom Gemeinderat beantragte Steuererhöhung. Ihr Sprecher, alt Bezirkssäckelmeister Donat Schwyter, sprach von «Steuern auf Vorrat». Die angekündigte Investition in die Mehrzweckanlage würde sich in der Planungsphase befinden und werde erst in drei bis vier Jahren getätigt. Es sei genügend Eigenkapital vorhanden, und Fremdkapital liesse sich derzeit sehr günstig am Markt beschaffen. «In unsicheren Zeiten soll der Staat das Geld beim Bürger und bei den Unternehmen belassen, die dann gezielt investieren und konsumieren», so Schwyter.

Walter Ricklin sprach von «antizyklischem Verhalten» und wandte sich ebenfalls gegen die Steuererhöhung: «Setzen wir ein Zeichen; wir haben genug Geld.» Und schliesslich sah Adrian Stucki bei den jüngst installierten Schachtdeckeln mit Lachner Wappen ein Zeichen für die Geldverschwendung in der Gemeinde Lachen. Allen voran war es Säckelmeister Roland Eberle, der sich eindringlich für die beantragte Steuererhöhung einsetzte. Er sprach von weit über 5'000 Fr. Pro-Kopf-Verschuldung. In den kommenden Jahren rechnet Lachen zudem jährlich mit Aufwandüberschüssen von rund 4 Mio. Franken, wodurch das vorhandene Eigenkapital spätestens Ende 2023 aufgebraucht sein dürfte.

Unterstützung erhielt Eberle von seiner Partei, der CVP sowie der SP. CVP-Sprecher Franz-Xaver Risi attestierte dem Gemeinderat Weitblick. «Der Gemeinderat übernimmt Verantwortung und sorgt dafür, dass Lachen für die bevorstehenden Investitionen gerüstet ist. Diese Steuererhöhung tut niemandem weh und würgt keinen Aufschwung ab», so Risi. Auch SP-Sprecher Thomas Büeler votierte für die Steuererhöhung. Ebenso Guido Kälin, der die Steuererhöhung für niemanden als existenzbedrohend taxierte.

Macht weniger als 100 Franken aus

Gemeindepräsident Emil Woodtli nahm die Kritik an den Schachtdeckeln auf und legte dar, dass deswegen sicherlich nicht von «Geld aus dem Fenster werfen» gesprochen werden könne. Bei jährlichen Defiziten von rund vier Millionen Franken könne eine Steuererhöhung auch nicht als «Steuern auf Vorrat» bezeichnet werden. Die dreiprozentige Steuererhöhung verursache bei 83 Prozent der Lachner Steuerpflichtigen eine Erhöhung der Steuerrechnung um weniger als 100 Franken, so Woodtli.

In der Abstimmung obsiegte schliesslich der gemeinderätliche Antrag: Die Steuererhöhung wurde mit 44 zu 17 Stimmen angenommen.

Stefan Grüter, Redaktion March24/Höfe24
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